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Lotosritter

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Freitag, 4. Oktober 2013, 00:18

Mea culpa bei der Wochenzeitung "Die Zeit"

In eitler Manier verwechseln die meisten Journalisten veröffentlichte Meinung mit öffentlicher Meinung und halten ihre veröffentlichte Meinung für den Zeitgeist. So auch in den aktuell bei Zeit Online veröffentlichten Artikeln

„Der große Unfug“ von Merlind Theile

„Irrungen und Wirrungen der Zeit“ von Theo Sommer

zu einem Essay von Rudolf Walter Leonhardt vom 25. April 1969 „Kurzes Kichern, kein Erröten “, in dem der damalige Feuilletonchef der Zeit ein Plädoyer für den straffreien sexuellen Umgang mit Kindern einforderte. So plädierte er

Zitat


Kinder sollen und müssen gewiß geschützt werden gegen Täuschung, Verführung, Vergewaltigung und physische Verletzung – aber Erwachsene etwa nicht?

Und unterstellt damit Kindern eine aggressive Lust auf Erwachsene. Gleichzeitig spielt er in seiner Argumentation Züchtigung der Kinder gegen Unzucht mit Kindern aus und meint:

Zitat

Es sieht jedoch so aus, als ob gerade in den Ländern, wo die Erwachsenen ihre eigenen Sexualneurosen zu einer, rein sexuell verstandenen, „Unschuld des Kindes“ verdichtet haben, Kindesmißhandlungen besonders häufig wären.

In den beiden aktuellen Artikeln geht es darum einen vermeintlichen Zeitgeist zu rechtfertigen, bzw. eine Erklärung zu suchen, warum man damals zu der dreiteiligen Folge von Leonhardt geschwiegen hatte.

Die Erklärung liegt für mich jedenfalls auf der Hand: So wie man sich heute einer menschenfeindlichen Genderideologie unterwirft, weil die Unterwerfung politisch korrekt erscheint, so unterwarf man sich damals kruden pseudowissenschaftlichen Thesen von einer kindlichen Sexualität, die nach Befriedigung durch, mit und für Erwachsene verlange. Dazu passte dann auch das Bild vom lauteren Begehren Pädophiler, die die kindliche und ihre Lust miteinander in trauter Einvernehmlichkeit straffrei stillen sollten dürfen. Es war die Feigheit, sich gegen ein Meinen zu stellen, von dem man eben in dünkelhafter Abkopplung zur nicht medialen öffentlichen Meinung glaubte, dass dies der Zeitgeist sei, dem man besser folgen sollte, um Anschluss an die ewige Moderne zu halten. – Zu dieser Antwort gelangen jedoch weder Theise noch Sommer, weil sie es immer noch nicht wahrhaben wollen, dass ihr Zeitgeistempfinden, ein falsches Empfinden war.

Wie falsch es war, konnte man in den späteren 80er Jahren ablesen, als sich auch in Europa AIDS ausbreitete. Epidemiologien erwarteten damals eine seuchenartige Ausbreitung des Virus und stellten nach ein paar Jahren erstaunt fest, dass diese ausblieb, weil sich die Bevölkerung weit weniger polygam und sexuell freizügig verhielt, als es die veröffentlichte Meinung über zwei Jahrzehnte ihrem selbsterschaffenen Mainstream folgend dachte und veröffentlichte. – Der Zeitgeist war ganz deutlich ein anderer, als die „Zeit“-geister meinten.

LG Lotosritter