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tomtodd

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Beiträge: 7

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1

Mittwoch, 24. August 2011, 12:34

Konvention des Europarats gegen Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt

Im Jahr 2010 kam eine Studie im Auftrag der Evangelischen Männersozialarbeit zu dem Ergebnis, dass sich gewaltsame Übergriffe in Paarbeziehungen nahezu gleichmäßig auf die beiden Geschlechter verteilen.

Trotz dieser und ähnlichen Studien hat der Europarat einen Vertrag am 11.5.2011 beschlossen, in dem einseitig häusliche Gewalt vornehmlich als Gewalt gegen Frauen dargestellt wird.

Der Vertrag (nur auf Englisch/Französisch) ist nachzulesen unter:
http://conventions.coe.int/Treaty/EN/Treaties/HTML/210.htm

Ein guter Kommentar (mit Auszügen) findet sich im Blog von Arne Hoffmann:
http://arnehoffmann.blogspot.com/2011/05/kristina-schroder-lugt.html

Die Presseerklärung von Familienministerin Schröder zum Vertrag:
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Presse/pressemitteilungen,did=169014.html

Dazu der Kommentar von Arne Hoffmann:
http://arnehoffmann.blogspot.com/2011/05/farbanalyse-kristina-schroders-gewagter.html

2

Sonntag, 28. August 2011, 17:11

Wahrhaft erlittene Gewalt ist nicht hinzunehmen, aber nicht jede Aussage ist wahrhaftig

Auf meiner Webseite postete ich den folgenden Beitrag zum






30. April -
Tag der gewaltfreien Erziehung

©Dr. Karin Jäckel






In der Bibel heißt es, wer sein Kind liebt, der züchtigt es. Und lange, viel zu lange, gehörten "eine anständige Tracht Prügel" und der "Klaps, der noch keinem geschadet hat" ebenso zum Kinderalltag wie "stramm gezogene Hosen", der "saubere Arsch voll", die "Maulschelle" und die "Ohrfeige", der "Hintern im Salz" und der Rohrstock, der Kochlöffel und die Küchenkelle, der Handfeger, der Teppichklopfer aus Weidenholz und die Gerte daraus, die Hundepeitsche und die Reitgerte, der lange Schuhanzieher sowie der Lederriemen aus Vaters Hosengurt und der Leisten, auf dem Vaters Schuhe gespannt wurden.Mutters Züchtigungsmittel bestanden eher im Liebesentzug, als körperlicher Gewalt. Sie verweigerte jede Berührung, gab keine Antwort, würdigte keines Blickes, erteilte mit verächtlichem Unterton Anweisungen über Dritte, obwohl das betreffende Kind unmittelbar bei ihr stand oder saß, verwies des gemeinsamen Tisches, verweigerte den Gute-Nacht-Kuss oder gab bei Berührungen des an ihrem Bett stehenden Kindes vor, plötzlich tot in den Kissen zu liegen. Vor allem aber steckte ihre Macht in Vaters stärkerem Arm. Ihre Drohung: "Warte nur, wenn der Vater nach Hause kommt. Der wird dich Mores lehren.", erfüllte so manchen Kindertag mit stundenlang zitterndem Bangen und vergeblichem um Gnade Flehen gegenüber Mutters strenger Härte. Und wenn Vater dann am Abend nach Hause kam, wurden der obligatorische Begrüßungsdiener der Jungen oder der Begrüßungsknicks der Mädchen mit wackelnden Knien vollzogen, weil Vaters Anblick die Erinnerung an die letzte peinvolle "Abreibung" weckte, die selten lange zurück lag und die man auf vielfältige Weise bei ihm "abholen" musste.Manchmal ließ Mutter Gnade vor Recht ergehen und genug sein mit der Angst vor der von Mutter für nötig befundenen und durch Vater zu vollziehenden Strafe. Wie dankbar waren die Kinder dann der "süßen Mama."Doch nur allzu oft erfüllte sich die Hoffnung nicht, die alle Kinder bewegte, wenn sie tausend Mal bettelten: "Bitte, Mama, sag's dem Papa nicht. Ich will's auch nie, nie wieder tun." Finster blieb dann das Gesicht der Mutter und schweigend tat sie, als hinge kein bittelndes-bettelndes Häufchen Elend an ihrem Arm oder Rock. Wie Eishände legte sich dieses grausam strafende Schweigen der Mutter über das Kinderherz.Übers Knie gelegt und auf den bloßen Hintern gehauen zu werden, galt als eine der milderen "Liebesbezeigungen". Immerhin schlug Vater dann meist mit der Hand. Wenn er selbst den Schmerz in der Hand spürte, war es genug. Danach brannten die Hinterbacken zwar wie Feuer, aber der anschließend einsetzende dumpf pochende Schmerz ließ sich im Sitzen noch leidlich ertragen.Klemmte der Vater den Kinderkopf bis zum Hals zwischen die Beine und ließ den Rohrstock "die Flausen austreiben", blieben Striemen zurück. Die brannten länger, weil das dünne spanische Rohr, wie man den Bambus auch nannte, die stramm gespannte Kinderhaut aufplatzen ließ. Je nachdem, wohin das Rohr "pfiff und tanzte", blieben die Striemen nicht nur auf dem meist tugendhaft bedeckten Rücken und Allerwertesten, sondern auch auf den nackten Waden, für alle Welt sichtbar.Wenn man die flach ausgestreckten Hände zum Empfang der "gerechten" und "wohlverdienten" Strafe vorzuweisen hatte, machten Kinder sich nicht selten schon ins Höschen, noch ehe der erste Streich mit dem federnden Rohrstock über die Finger und Handflächen zischte. Hinterher quollen die Striemen auf, und so manche geplatzte Ader ergoss sich mit stechenden Schmerzen unter die Haut der Fingerglieder, so dass die kleinen Hände zu unförmigen Pratzen verformt wurden und sich kaum noch bewegen ließen. Doch wehe, die Kinder schrieben deshalb die Hausaufgaben nicht oder schmierten die Buchstaben krakelig und in einer liederlichen Handschrift auf die Schiefertafel oder ins Heft. Auch Lehrer durften Kinder schlagen, verteilten Ohrfeigen, Kopfnüsse und und ließen den "hölzernen Bengel" gern auf dem über die Bank gelegten Rücken „tanzen“ und auf die Fingerspitzen herunter sausen. Wenn sich ein Lehrer bei den Eltern über ein faules, unerzogenes Kind beschwerte, lag der Stock des Vaters gewiss schon "im Salz."Gefürchtet waren aber auch die "Tachteln", wenn Vater keine Lust hatte, sofort nach dem Heimkommen die von Mutter eingeklagte oder nach seinem eigenem alleinigen Eindruck mal wieder dringend nötige "Züchtigung" zum Zweck von "Zucht und Ordnung" vorzunehmen. Da hieß es dann barsch: "Hol schon mal den Kochlöffeln her und bück dich!" Und anschließend galt es, mit dem Marterinstrument in der Hand und demutsvoll gebeugtem Rücken so lange neben dem vielleicht Zeitung lesenden Vater auszuharren, bis er seiner Vaterpflicht nachzukommen geruhte. Die ahnungsvolle Angst in Erwartung der Schläge schmerzte oft tiefer und bitterlicher als die endlich fast wie eine Erlösung empfundenen Prügel, nach denen man mit eingezogenem Po am liebsten davon gerast wäre, als tanzte man auf glühenden Kohlen. Doch wer hätte sich das wohl getraut? Brave Kinder hatten langsam und ordentlich zu gehen.
Und was der Kopf vielleicht vergessen hätte, vergaß der malträtierte Hintern nicht. Der morste die Warnung vor neuen Strafen sozusagen an die Schaltstelle im Gehirn: "Geh langsam, oder es tut weh!"
Nicht selten kam es vor, dass Vater nach vollbrachter "Abstrafung" den Blick unter buschigen Brauen hervor in die Augen des armen Sünderleins stach und mit Stentorstimme Antwort auf die Frage verlangte: "Na, hat es Spaß gemacht?" Wehe, man verbiss sich dann die Tränen nicht oder trug gar den Trotz auf der Zunge, wenn man sagen musste: "Nein, danke, lieber Vater."Das alles sind keine hässlichen Geschichten aus längst vergangener "Lausbubenzeit", über die man sich in schnulzigen Heimatfilmen amüsiert. Und es traf auch nicht nur wilde Buben, die sich im Fall der Fälle angeblich ganz einfach eine dicke Zeitung unter die Lederhosen schoben. Gewalt gegen Kinder gehört bis heute zum Kinderalltag. Leider! Und ganz unerträglicherweise!Mit dem einen großen Unterschied: Anders als noch vor wenigen Jahrzehnten, wollen die allermeisten Eltern heute ihre Kinder nicht mehr schlagen. Laut einer Studie Professor Bussmanns an der Universität Halle-Wittenberg sind 87 Prozent aller Eltern gegen Gewalt. Doch leider wissen viele unter ihnen am Ende nicht, wie sie sich anders und richtig verhalten sollen, wenn Kinder "nerven", und wie sie als Eltern tatsächlich gewaltfrei erziehen können.Im November 2000 setzte Deutschland deshalb das Recht aller Kinder auf gewaltfreie Erziehung als Gesetz im „Bürgerlichen Gesetzbuch“ fest. Damit wurde ein klares Zeichen gesetzt, dass Eltern und auch alle anderen Menschen kein Recht haben, Kinder zu schlagen, zu demütigen, ihnen absichtlich weh zu tun und ihnen Angst zu machen.Leider kennt nur etwa ein Viertel aller Eltern dieses Gesetz.Aus diesem Grund kann man nicht oft genug darauf hinweisen und muss unablässig dafür eintreten, dass Kinder zwar noch kleine und junge, aber vollwertige Mitmenschen sind, deren Würde und Körper ebenso unantastbar sein müssen, wie dies Erwachsene ganz selbstverständlich für sich beanspruchen.Der 30. April ist in anderen Ländern wie etwa Großbritannien und den USA schon seit Mitte der 90er Jahre als "No-Hitting-Day" zur Tradition geworden. Seit dem 30. April 2004 hat Deutschland sich diesem Gedenktag angeschlossen.Der Deutsche Kinderschutzbund, den man im Internet unter „www.kinderschutzbund.de“ findet, lädt aus diesem Anlass zu Elternkursen ein. Nach dem Motto "Starke Eltern - starke Kinder" soll Eltern in diesen Kursen erklärt und gezeigt werden, dass und wie gewaltfreie Erziehung möglich ist. Im Austausch mit anderen Eltern erfahren sie Ermutigung und Anregung, ihren individuellen Lebensalltag mit Kindern gewaltfrei zu bewältigen und zu genießen.Das Portal zu diesen überall in Deutschland angebotenen Elternkursen öffnet sich auf den Seiten des Deutschen Kinderschutzbundes unter „http://www.starkeeltern-starkekinder.de/“Ich wünsche allen Kindern Eltern, bei denen sie sich geborgen und beschützt und für immer und ewig aus tiefem Herzen geliebt fühlen. Und allen Eltern Kinder, mit denen sie in ihrer Familie glücklich sind. Gewalt ist dann ganz weit weg. Und das ist gut so.
©Dr. Karin Jäckel