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Lotosritter

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1

Montag, 27. August 2012, 02:18

Der Missbrauch mit den Missbrauchsforen

Der Begriff „Pseudologie“ ist als psychiatrische Klassifizierung schon länger aus der Mode gekommen. In seinem Aufsatz „Pseudoerinnerung oder Pseudologien? – Von der Sehnsucht, Taumaopfer zu sein“ knüpft der Psychiater Prof. Hans Stoffels bewusst an diesen Begriff an, um ein sehr modernes Phänomen zu skizzieren, nämlich die Manie psychisch Instabiler, sich mit falschen Erinnerungen zu belasten, um ihre desolate seelische Lage zu begründen. Hierbei folgt der psychisch Instabile durchaus „katastrophalen“ Trends, um mit seiner Geschichte zu reüssieren, schließlich ist für ihn das Mitleid anderer sowie die Anerkennung als Opfer identitätsstiftend.

In seiner Schlussbemerkung veranschaulicht Prof. Stoffels die Begabung der Pseudologen, ihre Hirngespinste so zu vertreten, dass sie dank der Gutgläubigkeit anderer scheinbare Wirklichkeit erlangen - sprich der Fantast Wohnstatt in seinem Traumschloss findet. Er gibt dazu ein Beispiel von E. Bleuler aus dem Jahre 1916; es macht, so Stoffels „mit wenigen Worten die Komplexität des Themas, seine Gebundenheit an die Zeit und die Schwierigkeit der Korrektur deutlich“:

„Ein Lehrling nannte sich „Dr. jur. et phil.“, nachdem er vereinzelt Vorlesungen angehört hatte. Er verlangte „aufgrund seiner akademischen Ausbildung Vertrauen“. Mädchen gab er an, aus Idealismus im 1. Weltkrieg freiwilligen Dienst als Fliegeroffizier geleistet zu haben. Als ich ihn im klinischen Unterricht vorstellte, gab er zerknirscht an, er sei ein infamer Lügner, er sei ja nie Flieger und nie Offizier gewesen, habe nur bescheiden als Infanterist Dienst getan und erzählte von den Entbehrungen im Kampf im Schützengraben, bis die Zuhörer gerührt waren – in Wirklichkeit war er aber nie im Militärdienst und nie im Krieg gewesen.“

Dies zur Einleitung für meinen Beitrag Missbrauch mit dem Missbrauch in Internetforen.

Ich hatte vor cirka drei Jahren, als meine PTBS ausbrach, in zwei Foren über meine Geschichte geschrieben. Das Aufschreiben meiner Geschichte war für mich ein erster wichtiger Schritt hin zu einer strukturierten Therapie. Es war zudem überhaupt das erste Mal, dass ich meine Geschichte nachvollziehbar in Worte fasste und nicht nur bruchstückhaft herausbellte. In beiden Foren sah ich mich neben wirklich Betroffenen mit einer Mehrheit von Pseudologen konfrontiert. Selbstverständlich war dies mein subjektiver Eindruck. Die erfundenen Geschichten basierten zum überwiegenden Teil auf „verschütteten“ und durch Therapeuten oder Bücher aufgedeckten Erinnerungen. Meist wurden schlimme Missbrauchserlebnisse geschildert, die im schulpflichtigen Alter begannen und sich bis in die Pubertät fortsetzten. Also eine Zeit, an die man sich später durchaus an schöne wie schlechte Geschehnisse erinnern kann. Gerade aber die angebliche Amnesie und das erst späte oft nach Jahrzehnten Wiedererinnern grausamer Ereignisse machte die Geschichten für mich unglaubwürdig. Es widerspricht nun mal jeder Lebenserfahrung, dass ein kontinuierlicher, jahrelanger Missbrauch über Jahre spurlos aus einem Gedächtnis verschwinden kann.

Entsprechend eingeschränkt war meine Kommunikation in den Foren. Wobei ein Forum, das von einer recht bodenständigen Betroffenen initiiert und moderiert worden war, auch eher von wirklich „Überlebenden“ frequentiert wurde. In diesem Forum blieb ich bis zu seiner Einstellung. Beide Foren existieren heute nicht mehr. Das zweite Forum verließ ich, nachdem ich Zweifel an verschiedenen Darstellungen äußerte und um einen disziplinierten Umgang mit dem Thema bat. Anlass war die Schilderung einer „Betroffenen“, wie sie als Kleinkind in einer DDR-Kinderkrippe mit Bändern aneinandergefesselt wurde. Eine Szene, die wenige Wochen vor dem Beitrag in verschiedenen Fernsehberichten zu sehen war. Als ich darauf hinwies und zugleich erklärte, dass Kleinkinder noch kein narratives Gedächtnis entwickelt haben, dass solche Erinnerungen zulässt, entgegnete mir eine andere „Betroffene“, dass sie sich sehr wohl deutlich an Erlebnisse im Mutterleib erinnern könne. Und behauptete weiter, meine Zweifel an der Geschichte der anderen, seien Beleg dafür, dass ich kein Betroffener sei. Das war der Punkt aufs I für mich und ich verließ dieses Forum.

Auffällig in beiden Foren waren gewisse Stereotypen, die die Geschichten der Fantasten durchdrangen. Zum Beispiel die Behauptung einer Körpererinnerung des Missbrauches. Verschiedene psychische Auffälligkeiten wurden auf körperlich eingeschriebene Missbrauchserinnerungen zurückgeführt. Es gab zwar kein konkretes narratives Erinnern, weshalb erlebte Intrusionen auf körperliche Trigger zurückgeführt wurden. Oder als weiteres Beispiel ein anderer auch häufig nachzulesender Stereotyp: Ein scheinbar Betroffener fragt im Forum nach, was seine Träume bedeuten könnten. Dazu schildert er durchsichtige Traumsequenzen, die einen möglichen Missbrauch indizieren. Er selbst gibt sich gegenüber dem Offensichtlichen als blind. Dafür erhält er ermutigende Antworten, dem vergessenen Missbrauch kühn ins Auge zu schauen. Nach und nach fabuliert er daraufhin seine Geschichte und wird zu einem vollwertigen Mitglied der Missbrauchten.

Auffällig auch ist der Stillstand dem Mitteilende erkennbar unterworfen sind. Sie finden keinen wirklichen Zugang zu ihrer Geschichte; verharren in leerer Wut über den angeblichen Missbrauch; sind frustriert über ihre Therapeuten, die sie häufig wechseln; kurieren an ihren Auffälligkeiten und drehen sich doch nur im Kreise. Wie auch sollten sie sich entwickeln, wo sie einem Phantom aufsitzen? Ein fabulierter Missbrauch ist nicht therapierbar! Dafür bleiben sie von Gutmeinenden gleichfalls fabulierenden umstellt. Gemeinsam aber gibt man sich das den Wahn erhaltende Feedback.

Dass im Zuge solcher „Unterhaltung“ auch real „Täter“ angezeigt werden, ist ein besonders übler Auswuchs dieserlei Missbrauches mit dem Missbrauch. Dass gleichermaßen die Pseudologen selbst in schwere, ja lebensgefährliche weil unter Umständen suizidale psychische Krisen stürzen, ist die selbstschädigende Variante, an der bösen Lust ein Traumaopfer sein zu wollen.

Vor ein paar Tagen war ich – weil meine Therapeutin im Urlaub war – mal wieder auf der Suche nach einem Forum, um mich womöglich mit gleichfalls Betroffenen auszutauschen. Ich erschrak erneut über die Gleichförmigkeit der Foren im leichtfertigen Umgang mit an sich unglaubwürdigen und erkennbar stereotypen Leidensschilderungen. Und ich musste nach einer kleinen Rundreise durch die Gefilde einschlägiger Foren abermals erkennen, was ich längst wusste: in diesen Foren hast Du nichts verloren! Eine Einsicht, die offenbar wirklich Betroffene ebenfalls haben, denn ihr Verweilen in diesen Foren währt selten lange. Dies aber halte ich für das eigentlich skandalöse: Für wirklich Betroffene gibt es derzeit kein Forum im Internet, wo sie sich ganz unter sich austauschen können. Die allfällige Zuwendung von Pseudologen ist nämlich lästig und übergriffig. Die Kraft sich dagegen zu wehren fehlt indes vielen Betroffenen, und die die sie aufbringen, müssen mit einem „Shitstorm“ im betreffenden Forum rechnen, so wie es mir geschehen war.

Interessant ist zudem, dass sich solche Pseudologen vornehmlich in Missbrauchsforen gesellen. In Urtikariaforen oder unter den Süchtigen - beides ebenfalls meine Problemfelder - finde ich solche Personen kaum, und wenn dann verschwinden sie meist schnell, weil sie bei der ernsthaften Auseinandersetzung zum Thema nicht mithalten können.

Eine Idee, wie es anders sein könnte, habe ich auch hierfür nicht. Eine Möglichkeit könnte sein, dass demnächst ein anderes profilierendes Leiden on vogue wird und die Pseudologen die Szene wechseln. Eine andere könnte der epigenetische Nachweis erlittenen Traumas sein, an dem derzeit beispielsweise Dr. Ulrike Schmidt von der Traumaambulanz am MPI für Psychiatrie forscht. Was allerdings nur die traumatisierten Missbrauchsopfer identifizierbar machen würde; schließlich endet nicht jeder erlittene Missbrauchsfall in einer PTBS.

Gute Nacht
Lotosritter

2

Montag, 27. August 2012, 07:05

Hallo Lotosritter,

ich kann das, was du schreibst, voll unterstreichen und ein dickes ! dahintersetzen.

Schlimm finde ich daran, dass solche Leute ihr falsches Wissen über Erinnerungen und Gedächtnis sowie ihre angeblichen Missbrauchs-Geschichten an andere weitergeben, die das dann wiederum selber glauben und an andere weitergeben.

Wie wäre es, wenn du selber ein Forum oder eine Mailingliste eröffnest und in dieses Forum nur Leute einlädst, die glaubwürdig sind?

Viele Grüße
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
induzierte falsche Erinnerungen, erfundener Missbrauch,
Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen
Persönlichkeitsstörung (Link manuell eingeben; Serverproblem) : http://www.induzierte-erinnerungen.de

Lotosritter

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3

Dienstag, 28. August 2012, 00:32

Liebe Jenny,

nein, ein Forum zu diesem Komplex könnte ich derzeit gar nicht betreuen. Es fällt mir ja immer noch äußerst schwer, mich über meine Geschichte zu äußern. Ich reagiere dann stets sehr schnell mit Atemnot und Nesselsucht.

Zudem hast Du ja selbst mit Deinem Forum die Erfahrung gemacht, wie schwer es ist, die Teilnehmer beim Thema des Forums zu halten. Außerdem betreibe ich selbst ein Forum, das sich jedoch mit einem ganz anderen Thema beschäftigt. Und obwohl es eher ein unterhaltsames Thema ist, macht es genügend Arbeit, die Off-Topic-Beiträge auszusortieren und flegelhafte Besucher fernzuhalten. Und wie sollte ich wirklich Betroffene von Pseudologen trennen? Nein, das würde nur böses Blut geben. Es ginge allenfalls, wenn man alle sich spät Erinnernden und multiplen Persönlichkeiten ausschließen würde.

Nun ja, ist aber nicht wirklich mein Behuf. Für mich hat meine seelische Genesung derzeit absoluten Vorrang …

Gute Nacht
Lotosritter

4

Sonntag, 9. September 2012, 20:46

Wiedererweckte Erinnerungen

Eine interessante Rezension zu einem Buch dieses Themas: http://www.kfvr.de/kultur/hysterische-epidemien---wie.html

5

Sonntag, 9. September 2012, 21:39

Forum falsche Erinnerungen

Ein Forum für oder gegen falsche Erinnerungen einzurichten und dazu nur probate Teilnehmer zuzulassen, ist sicher überdenkenswert, lieber Lotosritter, liebe Jenny. Nur, - wie oder woran erkenne ich zuverlässig, wer falsch bzw. wer richtig erinnernd ist?
Eine solche Einschätzung traue ich mir nicht, erst recht nicht aus Posting-Lektüren, zu.
Hinzu kommt mein ständiger Zeitmangel, der sich ja auch hier im Forum daran zeigt, dass ich immer wieder sehr lange nicht hier sein kann.
Ein solches Forum müsste zuverlässig und qualifiziert betreut werden, um Sinn zu ergeben.
Auch das traue ich mir nicht zu, nicht zuletzt wegen meiner Zeitengen.
Aus meiner Erfahrung mit Missbrauchsopfern weiß ich, dass es mit einem Forum nicht getan ist. Ich habe so manche Personenrundumbetreuung hinter mir, die im wahrsten Wortsinn rund um die Uhr lief und zu jeder Tages- und Nachtzeit in Anspruch genommen wurde. Ja, ich kann mit Freude sagen, dass es den Betreffenden geholfen hat, sie dem realen Leben wiederzugeben. Es war für mich der Beweis meiner Annahme, dass auch schwerste seelische Wunden zu heilen sind, wenn der "Heiler" als zuverlässig präsente Bezugsperson fungiert und das mit Herzblut. Das ist schön zu wissen. Daher weiß ich auch, wie viel Energie, Kraft, Mut und Kreativität und Zeit es bedarf, um eine solche Präsenz zu gewährleisten.
Deshalb kann ich ein solches Forum nur einrichten, wenn ich jemanden habe, der es qualifiziert leitet.

Grundsätzlich stimme ich dem zu, dass es Menschen gibt, die so dringend zur öffentlich große Beachtung und persönlich großes Mitgefühl erfahrenden Gruppe der "Opfer" gehören möchten, dass sie sich selbst als Opfer zu visualisieren beginnen und eine Opfervergangenenheit wiedererwecken bzw. sich in Therapie begeben, wo eine solche Opfervergangenheit wiedererweckt wird. Mir sind entsprechende Personen auch persönlich bekannt.
Alle diese Personen sind meines Erachtens seelisch schwer verletzt oder krank und bedürfen der Hilfe. Die meisten von ihnen befinden sich in Langzeittherapie. Fast alle haben während dieser Therapie niemals einen Anstoß bekommen, ihre durch z. B. Hypnose wiedererweckten Erinnerungen ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Auch dann nicht, wenn - wie in einem dieser Fälle - die wiedererweckten Erinnerungen vorgeburtliche Zeit umfassen oder - wie in einem anderen Fall - die Zeit im Mutterleib.
In zwei der mir bekannten Fälle wurde der Vater als Täter strafangezeigt und musste sich vor Gericht verantworten, wobei jedes Mal die Unschuld angenommen wurde und ein Freispruch erging. Selbst dies führte jedoch nicht zu einer anderen inneren Einstellung der "Opfer". Diese sahen sich durch den Gerichtsbeschluss in iherm Opferstatus gegenüber einem allmächtigen, das Gericht manipulierenden, perfekt lügenden Vater bestätigt.
Viele der mir bekannten "Opfer" sind Opfer des Missbrauchs mit dem Missbrauch durch einen Elternteil, ganz überwiegend die Mutter. Wenn einem Kind durch die eigene Mutter versichert wird, es habe ein sexueller Missbrauch durch den Vater stattgefunden, erscheint dies den meisten Kindern glaubwürdig. Wenn keine eigenen Erinnerungen da sind, werden Schilderungen der Mutter zu Erinnerungsbildern und Anlass, sich in Therapie zu begeben, in der die Erinnerungen wiedererweckt werden sollen. Die bloße Vorstellung, sexuelles Missbrauchsopfer zu sein, erzeugt in vielen Betroffenen schwerste sexuelle Störungen, die eine gelingene Paarbeziehung belastem oder (immer wieder) scheitern lassen. Der Wunsch, sich durch konkrete und dann zu bearbeitende Erinnerungen davon zu befreien, ist verständlicherweise groß.

Meines Erachtens sind in diesen mir bekannten Fällen dennoch weniger die "Opfer" zu hinterfragen, als vielmehr diejenigen Professionellen, die Erinnerungen wiedererwecken und alles Wiedererweckte als Tatsache bearbeiten. Und zwar in möglichst vielen Details und Facetten und möglichst lange und so, dass die Betroffenen in größte Abhängigkeit geraten, so dass sie ohne ihren Therapeuten unwesentlichste Entscheidungen nicht treffen können oder Eigenständigkeiten (bis hin zur eintretenden Arbeitsunfähigikeit )verlieren, die sie zuvor ganz selbstverständlich auslebten.

Die Faszination, "Opfer" zu sein, sich aus der mausgrauen Masse der Nichtopfer abzuheben, besonders wahrgenommen, besonders unterstützt, besonders beachtet, besonders entschuldigt zu werden, ist eine Form der Sucht. Man muss sie ablegen wollen, um sie ablegen zu können. Und diesen Willen entwickelt und behält man nur bei, wenn es etwas gibt, wofür es sich lohnt.

6

Montag, 10. September 2012, 05:49

Ein faszinierendes Fazit:

Zitat

"Die Faszination, "Opfer" zu sein, sich aus der mausgrauen Masse der Nichtopfer abzuheben, besonders wahrgenommen, besonders unterstützt, besonders beachtet, besonders entschuldigt zu werden, ist eine Form der Sucht. Man musst sie ablegen wollen, um sie ablegen zu können. Und diesen Willen entwickelt und behält man nur bei, wenn es etwas gibt, wofür es sich lohnt. "

Der erste Satz muß für viele fast schon banal klingen, so logisch und schlüssig ist er. Und sicherlich auch weitläufig anerkannt.
Der letzte aber, so einfach er scheinbar ist, bringt eine große Brisanz in's Spiel. Eine kaum vorhandene, oder gar in's Gegenteil verkehrte Motivation wieder, oder überhaupt herzustellen, oder eine andere, lang etablierte, abzulegen, das ist ab einen gewissen Punkt entweder große Kunst, oder erfordert Veränderungen der äußeren Realität durch Dritte, die oftmals sicherlich gar nicht vorhanden sind, selbst erst motiviert werden müssen, oder nur zufällig in den jeweiligen Fall involviert werden können.
Mit falschen Erinnerungen kenne ich mich überhaupt nicht aus, aber bei vom FamRecht betroffenen Eltern und Kindern sehe ich das immer wieder. Z.Zt. auch in meinem eigenen Fall, der gerade für mich in völlig kuriosen Bahnen verläuft, da mindestens zwei ( auch Motivations-) Ebenen z.T. parallel, z.T. einander negierend, bzw. auf Kollisionskurs verlaufen.
Möglw. auch teilweise eine Suchtsymptomatik, teilweise eine Art Sisyphus-Effekt, ein sich selbst bestätigendes und gleichzeitig ad absurdum führendes System.
Möglw. liegt es also auch zumindest teilweise daran, daß eine "Heilung" irgendwann als "zunächst zu schmerzhaft", oder sogar "sowieso schon sinnlos" erscheint.

Gruß.............Fiete
Respekt immer!
Angst nie!

7

Montag, 10. September 2012, 16:39

Der Wille zur Heilung ist der Wille zur Selbstheilung

Mich hat die viele Jahre währende tägliche und intensive Beschäftigung mit einer Vielzahl von durch schwere emotionale Belastungen geprägter Mitmenschen gelehrt, dass der Verbleib in der jeweiligen Lebenssituation häufig darauf zurückgeht, dass ein solcher Verbleib im (mittlerweile) Gewohnten größere Sicherheit bietet als ein Aufbruch in die Veränderung.

Es werden zum Verbleib vielfältige Alibis vorgetragen.

Geht es um zum Beispiel Kindesentziehung, geht es immer auch um die schlimmste aller Demütigungen.
Sich das eigene Kind wegnehmen lassen zu müssen, ist so beschämend, dass es als vernichtend empfunden wird.
Es zieht - zumindet in der eigenen Selbstwahrnehmung - eine solche Erniedrigung nach sich, dass man alles daran setzt, um sich zu rehabilitieren.
Sehr oft ist das Motiv der Rehabilitation durch Rückführung des Kindes für den Kampf ums Kind stärker als der Wunsch, wieder mit dem Kind leben zu können. Ist dieser Wunsch das dominante Kampfmotiv, kann die bei Gericht erklärte Verweigerung des Kindes in eine Katastrophe für den abgelehnten Elternteil sowie in völlige Ablehnung des Kindes münden, obwohl der Kampf ums Kind fortgeführt wird. In vielen solchen Kämpfen lautet das mir überwiegend genannte Alibi, man müsse jede Lebensminute in den Kampf ums Kind investieren. Jeder anderweitig verbrauchte Augenblick löse Gewissensbisse aus. Man müsse kontinuierlich am Ball bleiben. Tue man dies nicht, sei man Totalversager.
Dieses Alibi verstehe ich, obwohl ich es für falsch halte.

Es ist zerstörend und treibt die betreffende Person in ein Schattendasein jenseits jeder Lebensqualität.
Selbst wenn eine neue Paarbeziehung eingegangen wird, steht diese ganz überwiegend unter dem Druck eines nun gemeinsamen Kampfes ums Kind. Fast immer wird von dem neuen Menschen an der eigenen Seite erwartet, dass dieser den Kampf um das Kind des anderen mitträgt, sich solidarisch einbringt, ebenfalls jede freie Minute damit verbringt und jederzeit aktiv einzubeziehen ist.
Nicht selten stellt dies eine langsam unterträglich werdende Überforderung dar und führt zum Bruch.
Dafür wird dann wieder das probate Alibi als Erklärung angeführt. Der nicht im gewünschten Maße funktionierende neue Mensch an der eigenen Seite wird in das Rollenklischee des bekämpften Elternteils gedrängt. Der Gedanke an ein eigenes Scheitern kann nicht mehr ertragen werden.

Dieses Schattendasein im Zeichen des Alibis schwächt. Es raubt die Energie, die man in hohem Maße für den Kampf ums Kind braucht.
Geht sie konsequenterweise verloren, tritt das bekannte Alibi erneut in Kraft.

So treibt sich der betroffene Mensch selbst im Rad und zerbricht mehr und mehr und treibt sich um und um, bis aus der Energieverlustmühle eine weitere Form der Verzweiflung entsteht, für die es dann neuer Alibis bedarf. Ich denke an körperliche und seelische Erkrankungen, an Drogensucht, Alkohlismus, Autoaggressionen, Obdachlosigkeit usw.

Der Wille zur Heilung läge in diesen Fällen im Willen zur Selbstheilung auf der Basis des Willens zu einem selbstbestimmten, sich selbst bewusst zugestandenen erfüllten, Freude schenkenden Leben als Mann, als Frau -- statt der Reduzierung der eigenen Person ausschließlich auf Elternschaft.

Wer den Kampf ums Kind durchstehen, aushalten und nicht daran zerbrechen will, - und dabei denke ich nicht an ein Obsiegen bei Gericht, sondern ausschließlich an die nötige Körper, Geist und Seele betreffende Kraft - bedarf der Entlastungsphasen.
In diesen Auszeiten muss das Dasein freudige Lebensqualitäten haben. Und diese muss man sich zugestehen wollen, weil man sich als lebensfreudig wertschätzt, obwohl man als Mutter/Vater im Kampf ums Kind steckt.
Niemand wird als ausschließlich Mutter oder Vater geboren, sondern bleibt auch als Mutter oder Vater immer vollwertig Frau oder Mann mit ganz eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Ansprüchen. Deshalb kann sich ein Paar trennen, Elternschaft hingegen bleibt, als Teil des eigenen Ich. Aber eben als Teil. Wesentlich, nicht abzustreifen, dennoch nicht ganzheitlich oder ausschließlich.

Dieser Wille zur Selbstheilung erfordert Selbstdisziplin. Das ist anstrengend, unbequem, gelingt nur, wenn man sich als Lebensplanender neu erfindet, sich bewusste Auszeiten vom Kampf ums Kind auferlegt, bis man wieder daran gewöhnt ist, sie sich zu nehmen.
Es bedeutet auch, den eigenen Opferstatus zu überdenken und sich aus der Hängematte der Opfersolidarität bzw. der Hängematte der Opfersolidaritätserwartung zu befreien.
Nicht viel anders ist es, sich aus einer beliebigen Sucht zu befreien.

Ich habe mit vielen Eltern an diesem Weg gearbeitet. Die meisten haben irgendwann aufgegeben, weil es ihnen zu mühsam war, ihre eigenen Schuldanteile an der eingetretenen Situation sehen zu wollen, daran arbeiten zu wollen, das eigene Verhalten zu bearbeiten, es zu wandeln, sich als Mann oder Frau neu zu erfinden und zugleich eigenständig an der Bewältigung ihres Kampfes ums Kind zu arbeiten. Diejenigen, die sich auf das Abenteuer der Selbstfindung eingelassen haben, sind heute wieder oder erstmals Persönlichkeiten, die den Kampfs ums Kind in einer neuen Qualität führen, ohne sich selbst dabei zu verlieren und ohne den neuen Menschen an ihrer Seite quasi zu einem Klon ihrer eigenen Kampfperson verbiegen zu wollen oder dem Zwang zum Verbiegen zu erliegen.

Als quasi hoffnungslose Fälle habe ich die erlebt, die in Hass erstarrt blieben und sich als Opfer zelebrieren.
Es waren Mütter und Väter, auch Großeltern, die sich selbst nicht bloß als Opfer des verhassten "bösen" Elternteils definierten.
Sie visualisierten sich selbst auch als Opfer des "Systems", als Opfer in völliger Wehrlosigkeit, Unfähigkeit gegenüber einer nur daran interessierten Umwelt, diese bestimmte Person zum Opfer zu machen.
Sie erwarteten für sich als Rundum-Opfer jede Hilfeleistung anderer als selbstverständliche Pflicht und waren außerstande, die persönlichen Bedürfnisse der "Helfer" zu respektieren, ohne sich erneut als Opfer zu fühlen und zu gebärden. Diesmal als Opfer der Helfer, die es wagten, für irgendetwas das Opfer Betreffende keine Zeit zu haben oder etwas schlicht nicht zu können.
Als Opfer waren diese Betroffenen zum Beispiel nach eigener Aussage immer zu müde, zu ausgelaugt, zu kaputt, sich selbst zu helfen. Als völlig demoralisiert erklärte Opfer mussten sie sich betrinken, als Couchpotatoe abhängen und dergleichen mehr, während der "Helfer" in genau dieser Zeit für das Opfer aktiv sein sollte: Schriftsätze aufsetzen, Akten studieren, passende Gesetzestexte erurieren, mit Rechtsanwälten sprechen usw.
Als Alibi trugen sie vor, Opfer zu sein -- nichts dafür zu können, allein zu nichts mehr imstande zu sein, keine Kraft mehr zu haben.
Manche versuchten es bei den irgendwann ausgebrannten Helfern mit emotionaler Erpressung nach dem Motto: "Wenn du mir nicht hilfst, mache ich nichts mehr. Dann ist es deine Schuld, wenn ich mein Kind nicht mehr sehe."

Als Fazit dieser und vieler anderer Erfahrungen kann ich nur die Lehre ziehen, dass niemandem zu helfen ist, der sich nicht selbst helfen will. Wer "Heilung" nicht persönlich will, wer nicht bereit ist, Heilungsschmerzen als Teil zur "Heilung" anzunmehmen und zu überwinden, wird "Heilung" auch nicht durch andere finden.

In ein anderes Bild gepackt:
Wer den eigenen brandigen Fuß absichtlich ignoriert, keine persönliche Verantwortung für die Suche nach Heilung übernehmen und selbst nichts dafür tun will, dass Heilung erfolgt, wird daran sterben.

8

Dienstag, 11. September 2012, 09:34

Viele kluge Gedanken zu dem Themenbereich. Mit praktisch allen gehe ich konform. Die meisten kenne ich. Was ich aber, warum auch immer, nicht verstehen kann ist, warum treffen diese "Alibifolgen" auch auf Menschen zu, die sich solcher Alibis bewußt sind und sie auch bewußt bearbeiten?
Ich zum Beispiel habe nie um's Kind gekämpft, sondern derartiges konsequent angelehnt. Insofern gab es also weder eine Besitzanspruchsverteidung noch eine Opferheroisierung, das wäre mir sicherlich aufgefallen. Und auch eine daraus resultierende Anspruchshaltung ggü. Dritten ist mir auch völlig fremd. Obwohl ich kein Problem habe, Hilfe ggf. auch anzunehmen, würde ich nie auch nur ansatzweise wem hinterherlaufen.
Trotzdem habe ich den Eindruck, und meine Lebensituation bestätigt das, daß manche der von Dir aufgeführten Symptomatiken auch auf mich selbst zutreffen, ohne daß ich es schlüssig erklären könnte. Mehr als eine starke Erschöpfung kann ich beim besten Willen nicht in einen causalen Zusammenhang bringen. Wobei diese fatalerweise genau den von Dir angeführten Mustern und Kriterien folgt. Im "Normalleben" bin ich, salopp gesagt, "fix und alle". Trotzdem lerne ich, wenn es um familienrechtliche Problematiken geht, offenbar immer noch mit m.E. erstaunlicher Geschwindigkeit und setze das Gelernte auch, wie ich meine, für mich sogar überdurchschnittlich, um.
Um den eigenen Fall habe ich mich aber, seit über zwei Jahren überhaupt nicht mehr gekümmert, im Gegenteil, ich empfinde dazu eine noch stärkere Blockade, als im Verhältnis zum sonstigen "normalen" Alltagsgeschehen.

Zitat

"Deshalb kann sich ein Paar trennen, Elternschaft hingegen bleibt, als Teil des eigenen Ich."

Das sehe ich übrigens anders. Dieses emotionale Bewußtsein ist mir, soweit ich es wahrzunehmen in der Lage bin, völlig anhanden gekommen, etwa zeitgleich mit dem Auftreten der "typischen Kinderkampfsymptome". Möglw. besteht da ein Zusamenhang, den ich aber nicht erklären könnte. Höchstens insoweit, daß ich ganz bewußt und schon vorher absehbar, meine Aktivitäten verlegt habe, indem ich mich für das Recht der Kinder an sich einsetze und auch versuche, anderen mal ein paar brauchbare Infos und Tipps dazu zukommen zu lassen. Eine Art Ersatzsinngebung sozusagen. Nicht um Bestätigung zu finden ( obwohl ich davon mittlerweile einige bekommen und das auch ganz nett finde ), sondern weil ich es als eine Pflicht empfinde, der ich mich nicht entziehen kann.

Zitat

"Die meisten haben irgendwann aufgegeben, weil es ihnen zu mühsam war, ihre eigenen Schuldanteile an der eingetretenen Situation sehen zu wollen, daran arbeiten zu wollen, das eigene Verhalten zu bearbeiten, es zu wandeln, sich als Mann oder Frau neu zu erfinden und zugleich eigenständig an der Bewältigung ihres Kampfes ums Kind zu arbeiten."

Ehrlich gesagt, auch mir ist diese Mühe mittlerweile zu viel. Das mag aber auch mit daran liegen, daß gewohnheitsmäßig, zumindest sobald man sich mit jemandem darüber austauscht, die Eigenanteile praktisch vollständig auf das Scheitern der Partnerschaft, oder gar den Entzug des Kindes bezogen werden, was ich für widersinnig halte. Nebenbei werden diese Eigenanteile in dem Sinne auch von fast allen professionell Involvierten und sogar den Unterstützern interpretiert und als gegeben vorausgesetzt, was ich für einen schrecklichen Fatalismus halte.
Da kommen teilweise so Sprüche auf wie z.B. "zu einem Krieg gehören immer zwei", was mir, gelinde geagt, mittlerweile ziemlich sauer aufstößt.
Warum derartiges mit den Eigenanteilen an der lange danach entstandenen Situation gleichgsetzt wird, ist mir ein Rätsel. Oftmals ein Vertauschen von Ursache und Wirkung.
Das ändert aber nichts daran, daß es eine gewisse unterschwellige Suggestivwirkung haben kann ( ist zumindest das Beste was mir dazu einfällt, obwohl das schon die nächste "Opferkrücke" sein kann, wie mir durchaus klar ist ).

Andererseits weiß ich natürlich auch, daß zumindest eine gewisse Normalität und ebenso Fitness, gerade auch für einen Kampf für Kinder, absolut unverzichtbar ist ( was ich ggf. an entsprechender Stelle auch immer wieder zum Ausdruck bringe ). Insofern sehe ich die Suchtgefahren, auch einer damit einhergehenden ganz banalen Internetsucht, selbstverständlich sehr deutlich. Und ergebe mich ihnen trotzdem. Eine merkwürdige Ironie, wenn es nicht völlig real wäre.
Vom Gefühl her könnte man es, leicht humpelnd, etwa so ausdrücken: "keine Zeit und kein wirkliches Interesse an etwas anderem". Wiederum wissend, daß das so gar nicht sein kann. Eine Art Dilemmazwickmühle. Egal wie man es zu drehen oder wenden versucht, man kommt von einer Breduille in eine andere.
Wie soll man da eine Selbstdisziplin, die ja durch aus noch in irgendeiner Form ( wenn auch in einer sehr seltsamen, kaum steuerbaren ) vorhanden ist, so kanalisieren, daß sie in sinnvolle Bahnen, im Sinne des Selbsterhalts lenkbar wird?
Wie kann die oftmals sicherlich vorhandene Motivation genutzt werden, oder wenigstens so eingesetzt, daß die verfestigten Strukturen, die ja auch tief unter der Oberfläche vorhanden sind, aufbrechbar werden?

Tja, ich weiß es einfach nicht.
Und ich vermute mal, da bin ich nicht der einzige.
Selbstkritische Reflexion? Kein Problem, eine tägliche Gewohnheit.
Ergebnisse? Klar, jede Menge.
Lösungen? Null. Theoretisch zwar auch jede Menge, aber kein praktischer Ansatz.
Und nach und nach kommt der übelste aller negativen Fatalismen auf: "das wird sowieso nix". Und der ist eine selffullfilling prophecy.
Man fängt an, gegen den eigenen Willen, aber für gute Zwecke, autodestruktive Energien zu mobilisieren.

Gruß...........Fiete
Respekt immer!
Angst nie!

9

Dienstag, 11. September 2012, 22:01

Hallo Karin,

Zitat

Nur, - wie oder woran erkenne ich zuverlässig, wer falsch bzw. wer richtig erinnernd ist?

Eine solche Einschätzung traue ich mir nicht, erst recht nicht aus Posting-Lektüren, zu.
Ich auch nicht, und ich maße mir auch nicht an, beurteilen zu können, wer sich richtig und wer sich falsch erinnert, wer die Wahrheit sagt und wer lügt. Ich bin auf viele reingefallen, die mir etwas von sexuellem Missbrauch erzählt haben und später gestanden, dass die Geschichten nicht stimmten und ich bin auf Männer reingefallen, die ihre Unschuld beteuerten, dann aber hinter Gitter landeten, weil das Gericht einen Missbrauch als erwiesen ansah.
Das Risiko, dass man sich selber irrt und etwas Falsches glaubt, ist immer da. Und dessen sollte man sich bewusst sein, egal, mit wem man es zu tun hat, ob mit Missbrauchsopfern oder mit Vätern, die ihre Unschuld beteuern. Kein Außenstehender kann wissen, was sich wirklich zugetragen hat.

Aber es gibt Verhaltensweisen, Äußerungen, usw., die mich stutzig werden lassen. Dazu gehört
- z.B. die Erfahrung mit einer Frau, die viele Jahre beteuerte, ihr Vater hätte sie missbraucht (Erinnerungen hatte sie keine)- Dann stellte sich heraus, dass der Vater sie nicht missbraucht haben kann. Jetzt bezichtigt sie einen anderen Mann, ebenfalls, ohne sich erinnern zu können.
- Aussagen wie "Ich wurde missbraucht bzw. "Ich glaube, missbraucht worden zu sein", mit dem Zusatz "ich erinnere mich nicht".
- Menschen, die ihre Missbrauchsgeschichte mit dem Satz beginnen, "meine Therapeutin hat mir gesagt, dass ich missbraucht wurde"
- Menschen, die von ihren Symptomen auf einen Missbrauch schließen, ohne dass es für die Annahme irgendwelche Belege oder Erinnerungen gibt-
- Menschen, die jeden Tag mit einer weiteren neuen Missbrauchsgeschichte ankommen.
- usw. usw.

Bei anderen hingegen, die sagen, "ich wurde missbraucht" , habe ich keine Zweifel. Wem ich glaube, und wem nicht, hängt davon ab, wie die Missbrauchserfahrung beschrieben wird.

Zuverlässig kann das keiner beurteilen, auch unsere Justiz nicht. Denn wenn z.B. jemand von einem Missbrauch fest überzeugt ist, dann kann der Betreffende sehr glaubwürdig und überzeugend rüberkommen.

Ich hatte hier mal Studien zusammengestellt, die sich der Frage, wie man mittels bildgebender Verfahren richtige und falsche Erinnerungen unterscheiden kann, zusammengetragen.
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=2259
sowie
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewtopic.php?t=816

In der Aussagepsychologie finden die Gaubwürdigkeitskriterien Anwendung. Hier findest fu einen kleiner Überblick: http://ruessmann.jura.uni-sb.de/rw20/peo…er98/sld080.htm

Viele Grüße
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
induzierte falsche Erinnerungen, erfundener Missbrauch,
Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen
Persönlichkeitsstörung (Link manuell eingeben; Serverproblem) : http://www.induzierte-erinnerungen.de

10

Sonntag, 30. September 2012, 00:24

Ich erlaube mir mal, hier einen kleiner Querverweis einzufügen, der m.E. das Spektrum der Folgen möglicher Reaktionen scheinbar oder tatsächlich Betroffener noch etwas erweitert:
http://forum.karin-jaeckel.de/index.php?…tID=211#post211
Wer mag, kann sich ja auch mal den Vorlauf des Post anschauen, der den Zusammenhang noch deutlicher macht.

Gruß..........Fiete
Respekt immer!
Angst nie!