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Lotosritter

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1

Mittwoch, 25. Juli 2012, 00:55

Ritueller Missbrauch ein Phantom?

Liebe Frau Jäckel,
offensichtlich gibt es Ihrer Ansicht nach den rituellen Missbrauch. Ich bin dagegen äußerst skeptisch gegenüber den Behauptungen vom rituellen Missbrauch. Jedenfalls gibt es ihn nach Ansicht erfahrener Kriminologen nicht (http://www.agpf.de/Satanismus.htm). Wahrscheinlich ist ritueller Missbrauch eher eine Frage der Definition. Jedenfalls sehen Kriminologen sadistischen Missbrauch dort, wo andere rituellen Missbrauch behaupten. - Ähnlich sehe ich das auch. Ich bin von berufswegen sehr mit der Materie Magie und Sekten beschäftigt. Einem rituellen Missbrauch bin ich in dieser Szene noch nicht begegnet. Unbestritten gibt es in Sekten und Zirkeln sexuelle Nötigung bis hin zum Missbrauch Minderjähriger, allerdings sind diese Straftaten kein Bestandteil eines Ritus, sondern vielmehr die Taten von Sektenführern, die ihrer Perversion frönen. Exemplarische Täter waren beispielsweise Michael Eschner oder Otto Mühl.


Ebensowenig war der aufgedeckte Missbrauch durch Priester ritueller Natur (scheinheilig die jüngste Aufregung, als wenn es keine evangelischen Pfarrer gäbe, die gleichermaßen Verbrechen begangen hätten). Satanische Gruppierungen werden beim rituellen Missbrauch häufig genannt, doch auch hier gibt es keinen einzigen belegten Fall. Satanismus schließt von seiner Ideologie her rituellen Missbrauch ohnehin aus. Die im Zusammenhang mit Vorwürfen in dieser Richtung geschilderten Missbrauchsfälle, beinhalten Schilderungen von purem Sadismus in einem pseudorituellen Kontext, sind aber nicht unter Satanismus zu subsumieren.

Rituellen Missbrauch gibt es allenfalls im Vajrayana-Buddhismus, insofern man die Texte dort für bare Münze nimmt und nicht für Analogien eines transpersonalen Prozesses. Hier ist es u. a. dem Mönch auferlegt, mit dreierlei Frauen Verkehr zu haben, um ein erleuchteter Androgyn zu werden. Gemeint sind eine Frau, die noch nicht blutete; eine Frau die blutet; eine Frau, die nicht mehr blutet. Insbesondere werden für den rituellen Geschlechtsverkehr aber 12-jährige Mädchen empfohlen (Trimondi, Der Schatten des Dalai Lama, S. 80). - Allerdings ist auch hier kein aktueller Fall des rituellen Missbrauches mit MInderjährigen belegt; es gibt indes glaubhafte Berichte von erwachsenen Frauen, die von Lamas unter Vorspiegelung einer ernsthaften Beziehung im Grunde rituell missbraucht wurden.

Herzlichen Gruß

Lotosritter

2

Mittwoch, 25. Juli 2012, 09:54

Hallo Lotosritter,

Zitat

Satanismus schließt von seiner Ideologie her rituellen Missbrauch ohnehin aus.
Auch wenn ich einst selber geglaubt habe, ich sei rituell missbraucht worden, mit Kindtötung und allem drum und dran (wurde mir in der Psychotherapie suggeriert), ... vom Satanismus und den Ideologien weiß ich trotzdem nur sehr wenig (eigentlich so gut wie gar nichts)
Magst du die Ideologie etwas näher erläutern? Welche Ideologie schließt rituellen Missbrauch aus? Was besagt die Ideologie?

Viele Grüße
Jenny
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3

Mittwoch, 25. Juli 2012, 18:14

Den Kernsatz, der auch an anderer Stelle von Lotusritter's ausführlichem Kommentar durchschimmert sehe ich hier:

Zitat

Wahrscheinlich ist ritueller Missbrauch eher eine Frage der Definition.

Eben!
Desbez. halte ich eine reichliche Bandbreite für möglich, je nachdem, was man an Kriterien zulässt, voraussetzt, oder ablehnt und in welchem Kontext.
Wo hört das Ritual, bzw. das Rituelle auf und wo fängt der Mißbrauch an ( oder auch umgekehrt ).
Da in D. ja jetzt die rituelle Mißhandlung sogar gesetzlich genehmigt werden soll, solange sie geschlechtsspezifisch abgegrenzt wird, fällt es mir schwer zu glauben, daß einen ( möglw. ziemlich kleinen ) Schritt weiter, dann in der Praxis gar nichts mehr existieren soll.
Insofern meine ich, daß man mit, möglw. recht eng gefassten Definitionen, zunächst sehr vorsichtig sein sollte.

Einfaches Beispiel: inwiefern ist das vorgaukeln einer Beziehungsabsicht Teil eines Ritus?
Direkt sicherlich wohl kaum, im Kontext möglw. schon.
Kann nicht also auch der Mißbrauch durch Geistliche christlicher Religion genauso ein kontextbezogener ritueller Mißbrauch sein?
Wo genau sollte man da die Grenze ziehen? Sollte man überhaupt?

Ist es überhaupt sinnvoll, eng zwischen rituellem und sonstigen Mißbrauch unterscheiden zu wollen ( außer möglw. in Gerichts- o. Ermittlungsverfahren, die eben aufgrund definierter Grenzen unterschiedlich zu handhaben sein könnten - was allerdings zur gleichen Problematik führen kann )?

Gruß........Fiete
Respekt immer!
Angst nie!

Lotosritter

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4

Donnerstag, 26. Juli 2012, 02:10

@ Jenny Doe

Satanismus ist grundsätzlich ein Weg zur Selbstvergottung des Menschen, indem die Antipode des Schöpfergottes verehrt wird. Diese Verehrung ist indes keine Anbetung, sondern eine transzendente Ausrichtung. Der Satanist will sein Ego soweit kräftigen und erhöhen, bis er letztlich selbst zum Zentrum seiner Welt und somit universell und mit allen göttlichen Eigenschaften wie Omniszienz, Ominpotenz und Omipräsenz gesegnet und folglich auch in metaphysischen Sinne unsterblich geworden ist. Von daher ist es für einen Satanisten irreal, dem Satan ein Opfer gleich welcher Form zu geben, denn damit würde er eine Macht über sich anerkennen. Insofern sind Kinderopfer oder rituelle Brautübergaben an den Satan, wie sie den Satanisten angedichtet werden, für diese sinnlose Rituale.
Gleichwohl werden von diversen Satanisten sexualmagische Praktiken gepflegt. Allerdings stehen sie unter dem Vorbehalt des thelemischen Gesetzes: „Tu, was du willst, soll sein das ganze Gesetz. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.“ Dies bedingt, dass der Partner des Sexualmagiers gleichermaßen diesem Gesetz folgt, andernfalls wäre das magische Geschehen nicht vollkommen. Denn in der Sexualmagie geht es vor allem darum, die Energien des jeweils anderen Geschlechts in sich aufzunehmen und zu vervollkommnen. Der Mann soll zum Androgyn und die Frau zum Gynander werden. Wird die Sexualmagie hingegen einseitig vollzogen, also soll die Kraft nur auf einen Part übergehen, was mehrheitlich auch das Ziel ist, so ist ein Part der nehmende und der andere der Gebende. Auch hier muss jeder Partner gleichberechtigt sein, da er beim rituellen Verkehr in seiner Rolle aktiv mitwirkt. Ein Kind oder eine nicht eingeweihte Person scheidet demnach als Partner aus.



@ Fiete2
Es mag ja sein, dass ein Priester seine Missbrauchshandlung an einem Kind mit Gebeten begleitet, dennoch ist das keine rituelle Handlung. Gleichermaßen ist ein regelmäßiger Missbrauch der Tochter durch die Mutter immer montags, weil dann der Vater nicht zu Hause ist, kein Ritual. Obwohl beide Verbrechen rituelle Merkmale beinhalten. Auch ist ein vom Opfer erlebter Missbrauch, der sich einer pseudorituellen Szenerie bedient, kein ritueller. Ein Ritual ist stets in einen größeren Rahmen eingebettet, wie Zeit, Ablauf, Teilnehmer, Zielsetzung und Überhöhung. In keiner der abrahamitischen Religionsausrichtungen sind rituelle Vergewaltigungen oder Opfermorde, anders als im Vajrayana-Buddhismus, überhaupt vorgesehen. Die derzeit diskutierte Beschneidung ist auch keine Missbrauchshandlung, sondern wird als ein Verstoß gegen die Selbstbestimmung und das Recht auf Unversehrtheit von Schutzbefohlenen gedeutet.
Der rituelle Missbrauch, so wie er überwiegend beschrieben wird, spielt sich zudem in einer sehr begrenzten Umgebung ab. Es sind kleine hermetische Zirkel, in denen absurde Grausamkeiten begangen werden, deren spiritueller Sinn jedoch gänzlich verborgen bleibt bzw. sich dem Opfer nicht mitteilt. Jedenfalls werden hierzu keine erkennbaren Strukturen beschrieben. Demnach müsste jede Zelle, in der ritueller Missbrauch stattfindet, ihren ganz spezifischen religiösen respektive spirituellen Hintergrund entwickelt haben. Was für sich gesehen eher unwahrscheinlich ist.
Den Begriff des rituellen Missbrauches auszudehnen, so wie du es andeutetest, bringt deshalb keine Klärung. Denn sobald jeder sexuelle oder sadistische Missbrauch auch ein ritueller ist, wird mit diesem Attribut nichts mehr spezifiziert. Gerade diese Spezifikation aber ist von verschiedenen Kreisen und Therapeuten aus gänzlich unterschiedlicher Wahrnehmung und Zielsetzung gewollt. Nur muten mich die hierzu angeführten Behauptungen eher wie urbane Legenden an, da sie ebensowenig belegt sind, wie etwa die Existenz von Snuff-Videos, die nichtdestotrotz auch immer wieder als real behauptet werden.

5

Freitag, 27. Juli 2012, 07:49

Hallo Lotosritter,

vielen Dank für deine Erläuterung.
Zwei Fragen habe ich noch:

Zitat

„Tu, was du willst, soll sein das ganze Gesetz. Liebe ist das Gesetz,
Liebe unter Willen.“ Dies bedingt, dass der Partner des Sexualmagiers
gleichermaßen diesem Gesetz folgt, andernfalls wäre das magische
Geschehen nicht vollkommen.
Wenn ich mir Berichte von Pädophilen durchlese, ... sämtliche Pädos begründen ihre Tat damit, dass das Kind den Missbrauch gewollt hätte, es hätte sich nett angezogen, süß geguckt usw. kurz, den Mann angemacht, dem Mann eindeutige Signale gesendet. Pädos berufen sich genau darauf, dass das Kind die "Liebe" gleichermaßen gewollt hat. Somit liefert das Gesetzt Interpretationsspielraum, oder?

Das andere, was mir auffällt ist dieser Widerspruch zwischen einerseits "Tu was du willst" und anderseits die Einschränkung auf "Liebe". Es wäre demnach kein Widerspruch einerseits Knder zu töten, wenn man das will und anderseits Kinder "aus Liebe" zu missbrauchen, oder?

viele Grüße
Jenny
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Lotosritter

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6

Samstag, 28. Juli 2012, 00:24

Hallo Jenny Doe,
selbstverständlich behaupten Pädos ein kindliches Begehren, um sich zu rechtfertigen. Auch kann ein Satanist ein Kinderschänder sein, genauso wie ein christlicher Priester oder der Vater oder die Mutter. Die Rechtfertigung für das Verbrechen wird sich jeder nach seiner Facon zurechtbasteln. Jedenfalls lassen sich Missbrauch, sowie sexuelle und sadistische Gewalttaten mit dem Spruch von Aleister Crowley nicht rechtfertigten.
Der Spruch ist einerseits widersprüchlich, da das Wollen der Liebe unterstellt ist und zugleich die Liebe dem Willen. Andererseits ist diese Widersprüchlichkeit ein bekanntes Spiel, um durch ein umfassendes Verständnis Einblick in Übersinnliches zu gewinnen; ähnliche Paradoxa gibt es z.B. auch im Zen als Koan.
Das thelemische Gesetz zielt auf die absolute Autonomie des Menschen – der von der Gottheit befreite Mensch. Die gemeinte Liebe ist eher vergleichbar mit der Agape, der transzendenten Liebe, die als urschöpferische Substanz gedacht werden kann; schließlich war Eros – von dem Agape ein Aspekt ist - in der Antike ein Urgott, der mit aus dem Chaos zusammen mit Gaia entstand. Indem der Mensch mit seinen Willen – der als magische Kraft verstanden wird - die Schöpferkraft beherrscht, wird er gottgleich.
Die Zielsetzung der Satanisten ist demnach überirdisch. Sie wollen Götter werden. Missbrauch und Gewalt passen nicht in dieses Selbstverständnis. Andererseits sind Satanisten schwer einzuordnen, da sie sich allein schon aufgrund ihres extremen Individualismus in zahlreiche Gruppen und Sekten zergliedern. Ebenso ist der Satanismus unter den Religionen eine relativ junge Erscheinung, die kaum 300 Jahre zählt.
So gibt es einige Sekten, die den freien Willen so verstehen, bewusst gegen Sitte und Gesetz zu verstoßen, wie wir dies auch aus dem Jahrtausende alten Tantrismus her kennen. Dies wird als Weg zur linken Hand verstanden. Durch die Gesetzlosigkeit demonstriert man für sich seine Unabhängigkeit von irdischen Bindungen. Hier sind dann auch Riten denkbar, bei denen vergewaltigt, gemordet und Kannibalismus ausgeübt wird. Ich habe bereits darauf hingewiesen, dass dies in Schriften des Vajrayana-Buddhismus festgehalten ist. Von satanischen Sekten gibt es keine vergleichbaren Schriften, die dies vorsehen. Allerdings gibt es seit der Annektion Tibets durch China auch keinen belegten Vorfall im Vajrayana, wo solche Verbrechen ausgeübt wurden. Ebenso gibt es keinen belegten Tatbestand, dass solche Verbrechen von satanistischen Sektierern begangen wurden.
Gute Nacht
Lotosritter

7

Dienstag, 31. Juli 2012, 05:06

Ritueller Missbrauch

Ritueller Missbrauch ist lt. Endbericht der Enquete-Kommission des 13. Deutschen Bundestages (Sogenannte Sekten und Psychogruppen, 1998, S. 184) definiert als
"Formen sexueller, physischer und psychischer Übergriffe auf Kinder und jüngere Jugendliche - nach der Literaturlage überwiegend weiblichen Geschlechts - [...], die mit wiederkehrenden Symboliken, gleichförmigen Handlungen und kultisch-rituellen Vollzügen einhergehen."

In allen mir bekannten Opferberichten, seien es solche aus der Literatur oder aus mir persönlich bekannten Schicksalen, ähneln sich die geschilderten Erlebnisse in signifikanten Punkten:
1. Die Opfer sind in einer sektenähnlichen Struktur aufgewachsen, deren Mitglieder fast immer aus dem engsten sozialen Umfeld stammen (Familie, Freundeskreis, Interessengemeinschaften, Clubs)
2. Die Opferhandlungen finden an Plätzen statt, die den Mitgliedern aus bestimmten Gründen magisch erscheinen (Orte germanischer Opferkulte im Moor, im Wald, in Dolmen, auch in Bunkeranlagen und Krypten sowie auf Friedhöfen oder in Burgruinen). Andere berichteten von Zusammenkünften in unterirdischen Schutz- und Gefängnisanlagen der Stasi.
3. Es treten sog. Priester in Kutten/Kaputzenumhängen) auf.
4. Es werden bestimmte Gesänge angestimmt, Kerzen angezündet, Messen gefeiert, bestimmte verherrlichte "Herrscher" angerufen und angebetet.
5. Die Opfer werden zu sexuellen Handlungen gezwungen, die sehr oft auf altarähnlichen Flächen vollzogen werden müssen. Diese Handlungen gehen mit extremen Demütigungen, Ekel und Angst einher.
6. Die Opfer (auch Kinder) werden gezwungen, an grausamen Misshandlungen aktiv teilzunehmen: Tiere oder Babys, auch Erwachsene, werden bei lebendigem Leibe verstümmelt, ermordert und verspeist; Blut, Urin, menschliches Sperma müssen verspeist werden. Oft wird berichtet, es habe sich bei den geopferten Menschen um Behinderte gehandelt. In mehreren Fällen wurde mir berichtet, die "Henkersknechte" seien aus Sicherheitsverwahrungen geholt worden.
7. Um die Opfer zu dergleichen Grausamkeiten zu zwingen, werden sie mit dem Foltertod bedroht. Sie werden z. B. durch Strangulieren mit Gürteln oder dem Überstülpen von Tüten Erstickungsqualen ausgesetzt, mit offener Flamme angesengt, mit heißen Nadeln gestochen, zwischen Pflöcke gebunden, brutal überdehnt, lebendig begraben und durch Drogen gefügig gemacht.
8. Die hypnotischen Programmierungen zwingen Opfer oft lebenslang zu bestimmten Handlungen, die zur Selbstvernichtung führen können.
9. Die sektenähnlichen Strukturen der Täter und Täterinnen sind hierarchisch organisiert. Absoluter Gehorsam gegenüber den Ranghöheren ist Pflicht.
10. Kinder, die in diese Strukturen hineingeboren werden, werden für ihre "Nutzung" quasi abgerichtet und zugerichtet. Zum Beispiel durch allmähliche Weitung und Reizung der kindlichen Geschlechtsorgane, auch mit Hilfe von Elektroschockgeräten.
Selten gelingt es der Polizei, die von Opfern geschilderten Grausamkeiten zu beweisen. Zu den wenigen Erfolgsfällen zählt der satanistisch motivierte Mord an dem 15jährigen Schüler Sandro Berger in Sondershausen, der von dem damals 17jährigen Hendrik Möbius und zwei Freunden extren brutal erdrosselt wurde. Ähnlich bekannt wurde der sog. Satanistenmord von Witten, den ein Paar mit 66 Messerstichen an einem Bekannten verübte.

Die Bericht Erstattenden stammen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Sie kennen sich untereinander in aller Regel nicht. Sie wagen nur unter Todesangst über ihre Erfahrungen zu sprechen und geben ihre Erinnerungen oftmals in Bildern wider. Die preisgegebenen Erfahrungen lassen den Schluss zu, dass sie echt, also tatsächlich erlebt wurden und dass sich die Handlungen als Rituale definieren lassen.

Die Erfahrungen eines Kindes, das in einer sektenähnlichen Täter/innegruppe aufwuchs, die sich einem Herrscher "Seth" verschrieben hatte, habe ich in "Isis, die Fürstin der Nacht" zu einem Tatsachenroman verarbeitet.

8

Dienstag, 31. Juli 2012, 06:05

Ritueller Missbrauch

Lieber Lotosritter,

Sie haben auf verschiedene Weise vor Augen geführt, dass es keinen rituellen Missbrauch und schon gar nicht im Satanismus gibt, dessen Maxime "Tu, was du willst" Entscheidungen gegen den freien Willen ausschließe. Dabei verweisen Sie u.a auf erfahrene Kriminologen, die rituellen Missbrauch im Satanismus nicht nachweisen konnten und daher anzweifeln.

Ich muss gestehen, dass es für mich weniger wichtig ist, wie das zu benennen ist, was die Menschen erlebt haben, die mir ihre Erfahrungen anvertraut haben. Die "Isis" meines Tatsachenromans hat im Rahmen der sektenähnlichen Täter/innengruppe, denen sie ausgesetzt war, Entsetzliches durchlitten. Dieses Entsetzliche fand im Rahmen bestimmter Zeremonien statt, die an historisch belegte Inquisitionsgreuel erinnern. Nachbauten von Folterinstrumenten der Inquisition kamen zum Einsatz.

Vielleicht verstanden die Täter/innen dies als Rituale ihrer verquasten Glaubenswelt. Vielleicht gehörten diese Rituale als "Heißmacher" dazu, weil ihre so grauenhafte Praxis die geile Lust steigerte. Ich für mich neige zu der Ansicht, dass diese Rituale Teil eines "Spiels" sind, in dem von Grund auf perverse, extrem sadistische, machtlüsterne, blutrünstige Menschen im Habit des Biedermanns, der Biederfrau sich für Stunden verkleiden und im Schutz ihrer Masken, so ganz anonym, so ganz unantastbar, die gräßlichsten Fantasien ausleben.
Mut im Schutz der Maske ist beliebt, wie man besonders im Internet feststellen kann, wenn Anonyme in feiger Nickname-Manier die unglaublichsten Unverschämtheiten von sich geben, die sie als Realperson nie mitteilen würden. Ebenso beliebt ist das Rollenspiel/Verkleidungsspiel, das der Alltagsgegenwart enthebt und eine andere Person in einer anderen Zeit zu sein suggeriert. Aus dem unbedeutenden Männeken im Büro wird ein Hohe Priester, aus der entnervten Pflegerin ein Racheengel usw. In Verkleidung lassen sie die Sau raus; umso scham- und rückhaltloser, desto scham- und rückhaltloser alle anderen Mummenschanzer es auch tun.
Treffen Menschen aufeinander, deren ungezügelte Sex-Gier unter dem Deckmantel der Maske und der Anonymität oder im Schutz der verschworenen Gemeinschaft einer einander in der Hand habenden Täter/innengruppe praktiziert werden kann, kann es durchaus sein, dass es zu Ritualen der (sexuellen) Gewalt kommt. Ganz einfach, weil Rituale Regeln sind, ein Regelwerk darstellen können, das Regieanweisungen gibt und allein dadurch eine weitere Hemmschwelle niederreißt, denn wenn etwas die Regel ist, wenn es Vorschrift ist, muss man nicht darüber nachdenken, sondern nur "machen".

Was die Freiwilligkeit im Satanismus betrifft, so bin ich der Meinung, dass es dabei niemals um den freien Willen geht. Es geht um Zerstörung des Guten/Moralischen, um hemmungsloses Ausleben der niedrigsten Instinkte, um ein Dagegen im Absoluten, um die Verführung zum rückhaltlosen Ego-Prinzip. Rituale der Gewalt und Macht helfen, das Ego-Prinzip zu verwirklichen.

Michael Escher, Otto Mühl und so manches Dubiose aus den OTO-Tempeln der Gegenwart sind Ergebnisse des "Tu, was du willst", mit dem A. Crowley und Konsorten den eigenen menschenverachtenden Brutalitäten ein Alibi gaben. Die Pseudo-Schöpfer des "Neuen Menschen" bauen darauf auf.

Schöne Grüße, Karin

Lotosritter

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9

Dienstag, 31. Juli 2012, 14:31

Liebe Karin,
ich schreibe in Ihrem Forum, weil ich als Kind und Jugendlicher dem sadistischen Missbrauch durch den Vater und dem sexuellen Missbrauch durch die Mutter ausgesetzt war. Zugleich musste ich den sexuellen Missbrauch meiner Schwester durch den Vater miterleben. Ich schreibe deswegen aus Selbstschutz anonym; schließlich ist das Internet, wie sie richtigerweise anmerken, auch ein Ort, an dem die niedrigsten Instinkte in Sprechblasen offenbart werden.
Was die Einschätzung des Satanismus angeht, habe ich mich aus meiner Kenntnis in vergleichender Religionsgeschichte geäußert. Unsere unterschiedlichen Ansichten zu diesem Thema sind auf der Seite http://www.agpf.de/Satanismus.htm gut dokumentiert.
Der von Ihnen zitierte Endbericht der Enquete-Kommission „Sogenannte Sekten und Psychogruppen“ des Bundestages ist unter diesem Link als pdf-Datei abzurufen: http://www.vikas.de/DOKUMENTENSAMMLUNG/E…n%20Sekten.pdff
Der Exkurs „Ritueller Mißbrauch von Kindern ein okkult-satanistisches Phänomen?“ findet sich auf Seite 94 ff. Hier wird u. a. unter der Überschrift „Relativierungen und Fragen“ folgendes ausgeführt:

"b) Ein gravierenderes Problem stellt die Grundlage der Fallberichte dar. Hier kann es nicht darum gehen, das in den Berichten und therapeutischen Falldarstellungen zum Ausdruck kommende Leid und die Traumatisierungen in Zweifel zu ziehen. Aber die therapeutische Durcharbeitung erbringt keine kriminalistischen Abbilder von Tathergängen, sondern sofern therapeutische Prozesse gelingen es werden tiefer liegende Bilder des eigenen Leidens und der darin involvierten Bezugspersonen (Eltern, Familienangehörige etc.) zugänglich, in denen verstellte, abgespaltene und damit unzugängliche Dimensionen des eigenen Erlebens durchgearbeitet werden können. Aber es ist zu fragen, ob diese Szenen ein detailgetreues Abbild einer vergangenen Wirklichkeit sind oder Bestandteil des eigenen psychischen Erlebens und der psychischen Konstruktion. Ob also eine bestimmte erinnerte Szene sich so, mit diesen Personen in genau dieser Form abgespielt hat, ist kaum zu entscheiden. In therapeutischen Prozessen ist dies auch weniger bedeutsam, da es immer um die emotionalen Gehalte geht, die die Szene evoziert und um deren Durcharbeitung.


Therapeutische Berichte und sich darauf stützende Darstellungen als Tatsachenberichte auszuweisen, verkennt somit den Status therapeutischen Wissens und therapeutischer Erkenntnis, obwohl in derartigen Berichten die Tatsache der Traumatisierung evident werden kann. Diese Problematik trifft nun insbesondere für multiple Persönlichkeiten mit rituellen Mißhandlungen verstärkt zu: Denn jede Person hat ihre eigene Geschichte und muß sie erinnern, Bilder, Szenen und Hergänge wiederbeleben. Jede Person hat zugleich andere: Welche relativiert, ergänzt, widerlegt oder korrigiert welche? Was geschieht, wenn etwa ein zentrales Persönlichkeitssegment im Verlauf der Therapie nicht zugänglich wird? In der Arbeit mit multiplen Persönlichkeiten steigern sich die Probleme also eher, wenn man die therapeutischen Szenen als Szenen vergangener Wirklichkeit, als Abbilder von Geschehnissen und kriminalistischen Tathergängen verwenden möchte.


Ob es hingegen überhaupt oder in der Häufigkeit zu den geschilderten schwersten Straftaten kommt, ist zu bezweifeln. Insgesamt wird festgehalten, daß satanistische Straftaten aufgrund der reißerischen Mediendarstellungen wohl überbewertet werden und mit Blick auf die bislang nicht nachgewiesenen schweren Straftaten sich wenn überhaupt mehr als qualitatives denn als quantitatives Problem darstellen."

Mehrfach genannte Bezugsquellen in diesem Bericht sind Ulla Fröhling und Michaela Huber, die ich beide für voreingenommen halte, da sie mit ihren kruden Thesen (multiple Persönlichkeit) und Berichten (perverse Erzählungen von satanischem Missbrauch) ihr eigenes Geschäft bedienen, und viele psychisch Labile in ihr System eingesponnen und somit erst recht krank gemacht haben.

Grundsätzlich, so meine ich, wird bei der Verwendung des Begriffes aus ideologischen Gründen von Ritualen gesprochen, wo es sich allenfalls um zeremonielle Inszenierungen handelt. Es gibt, wie sie selbst indirekt bemerken keinen Ritus, der „satanischen“ Perversionen einen übergeordneten Rahmen verleiht.

Dass die Opfer ihren Therapeuten stets gleichartige Erlebnisse erzählen, liegt m. E. daran dass hier moderne Sagen kolportiert werden bzw. die zuvor in Seminaren den affinen Therapeuten mitgegebenen Bilder den Klienten eingeplanzt (Induktion) worden sind. Denn so zersplittert die vermutete Szene beschrieben wird, so vielfältig verschieden müssten dann auch die Opferberichte sein. Gerade dass sie sich so gleichen, macht sie unglaubwürdig.

Schönen Gruß
Lotosritter

10

Dienstag, 31. Juli 2012, 17:51

Hallo Lotosritter,

Zitat

Dass die Opfer ihren Therapeuten stets gleichartige Erlebnisse erzählen,
liegt m. E. daran dass hier moderne Sagen kolportiert werden bzw. die
zuvor in Seminaren den affinen Therapeuten mitgegebenen Bilder den
Klienten eingeplanzt (Intrusion) worden sind. Denn so zersplittert die
vermutete Szene beschrieben wird, so vielfältig verschieden müssten dann
auch die Opferberichte sein. Gerade dass sie sich so gleichen, macht
sie unglaubwürdig.
Das ist in der Tat etwas, das auch mich zweifeln lässt.

Ich habe bisher nur eine Frau kennen gelernt, die zum einen nicht dasselbe erzählt wie alle anderen, sich z.B. nicht des gleichen Vokabulars bedient wie alle anderen und die zum anderen Details nennen kann, wie z.B. welche Ideologien in ihrem Satanskult vermittelt wurden usw. Alle anderen, die ich nach Details gefragt haben, konnten mir auf solche Fragen keine Antwort geben. Ihre Angaben beschränken sich auf Sätze wie "Ich muss mein Kind töten".

Ich kenne das ja nun aus eigener Erfahrung und weiß, wie es zu diesem kollektiven einheitlichen Wissen kommt, das nicht gerade tief geht. Es sind nicht nur die Psychotherapeuten, die einem diese Einheitssprache und die Einheitserinnerungen beibringen, wie "System", "Innenperson", "Gastgeberin", "Kindstötung", "Männer in schwarzen Masken" usw. Es sind insbesondere die Internetforen, in denen Klienten das Wissen, das ihnen ihre Therapeuten vermitteln, an andere Internetuser weitervermitteln, so dass am Ende alle eine Sprache sprechen und dasselbe erzählen.
Mir ging es da nicht anders. Begriffe wie "System", "Innenperson", "Gastgeberin", "Kindstötung", "Männer in schwarzen Masken" usw. kannte ich zu Therapiebeginn nicht und ich hätte mich selber auch nie mit diesen Begriffen beschrieben. Sie wurden mir in der Therapie und insbesondere in den Foren beigebracht, so dass auch ich schon nach kurzer Zeit dieselbe Sprache sprach wie alle anderen. Es gibt sogar ein Forum, in dem es eine Regel ist, dass sich alle User deselben vokabulars bedienen sollen, damit andere User sie verstehen.

Und ich habe zudem viele Multiple Persönlichkeiten kennen gelernt, von Therapiebeginn an bis zu dem Tag an dem sie sagten "man hat mir alles nur suggeriert". Bei ihnen konnte ich dieses Erlernen von Erinnerungen und das Erlernen einer Einheitssprache sehr gut beobachten. Sie kamen in die Multiple Gruppe mit absolut Null Wissen über Multiple Persönlichkeiten, Satanismus usw. Doch schon nach kurzer Zeit sprachen sie dieselbe Sprache wie die anderen und berichteten dieselben Erinnerungen wie die anderen, die sich beschränkten auf "Kindstötung" usw. Details (z.B. Ideologie des eigenen Satanskultes) konnten auch sie nicht nennen, denn diese werden weder in der Therapie noch in den Foren vermittelt.

Schon während der Zeit, in der ich als induzierte Multiple lebte, habe ich öffentlich darauf aufmerksam gemacht, dass an den Erzählungen vieler etwas nicht stimmen kann. Entweder gibt es nur einen einzigen Kult, der erklären würde, warum sich alle derselben Sprache bedienen und alle dieselben Erinnerungen berichten oder es gibt verschiedene Kulte, doch dann sollte jeder seine eigene kultspezifische Sprache sprechen und kultspezifische individuelle Erfahrungen berichten. Doch genau das ist nicht der Fall. Das lässt mich an den Satansgeschichten vieler zweifeln. Ich bin 2000 in die Multiple-Szene gekommen und höre seit jenem Tag immer die gleichen Geschichten und das von Leuten unterschiedlichen Alters, unterschiedlichen Wohnortes, ... da kann was nicht stimmen.

Ich denke schon, dass es Vereinzelte gibt, die Kulterfahrungen machen mussten und die ihr Kind töten mussten. Leider ist es vor lauter induzierter Fälle nicht möglich, die wahren Opfer zu finden.

Leider ist der folgende Text nicht mehr online:

Phantasie und Pseudo-Erinnerungen in der Trauma-Therapie: hochriskant - und gelegentlich vom Therapeuten suggeriert


22-08-09


http://www.psychologie-aktuell.com/news/…legentlich.html



Zitat

"Der
Kampf um die Erinnerung nimmt neue Formen an: Derzeit mehren sich die
Fälle, in denen ehemalige Patientinnen ihre Psychotherapeuten
beschuldigen, ihnen während der Theapie falsche Erinnerungen über
sexuellen Missbrauch oder auch die Teilnahme an satanischen Ritualen
suggeriert zu haben. Die Pseudoerinnerungen hätten großes Leid über die
Familien gebracht", warnt Professor Dr. Hans Stoffels (Berlin). Er sieht
ein großes Potential an Phantasiegebilden, die als angebliche
Erinnerungen zur Grundlage psychotherapeutischer Bemühungen werden.


(...)

Viele Grüße
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
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11

Mittwoch, 1. August 2012, 05:21

Hallo Karin,

noch ein kleiner Nachtrag:

Zitat

Ritueller Missbrauch ist lt. Endbericht der Enquete-Kommission des 13.
Deutschen Bundestages (Sogenannte Sekten und Psychogruppen, 1998, S.
184) definiert als

"Formen sexueller, physischer und psychischer Übergriffe auf Kinder und
jüngere Jugendliche - nach der Literaturlage überwiegend weiblichen
Geschlechts - [...], die mit wiederkehrenden Symboliken, gleichförmigen
Handlungen und kultisch-rituellen Vollzügen einhergehen."
In allen mir bekannten Opferberichten, seien es solche aus der Literatur
oder aus mir persönlich bekannten Schicksalen, ähneln sich die
geschilderten Erlebnisse in signifikanten Punkten:
Auch ich hatte der Enquete-Kommission "meinen Erfahrungsbericht" eingereicht. Und nicht nur ich, sondern auch zwei weitere damalige Freunde von mir, die später, so wie ich, erkannten, dass ihnen die rituellen Missbrauchserinnerungen nur in der Therapie bzw. in Multiplen-Kreisen suggeriert worden waren. Somit sind in den Bericht der Enquete-Kommission mindestens drei Erfahrungsberichte eingegangen, die nicht auf Tatsachen beruhen, sondern auf einer iatrogenen Induzierung beruhen.

Viele Grüße
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
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Lotosritter

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12

Samstag, 4. August 2012, 03:13

Hallo Jenny Doe.
Bei derlei Berichten assoziiere ich häufig Situationen zu Zeiten der Hexenverfolgungen. Auch damals war man mehrheitlich davon überzeugt, dass es Hexen und Zauberer gäbe. Dementsprechend entwickelten sich eine Gerichtsbarkeit und eine umfangreiche Literatur, die nicht nur die „rechte Art“ der Untersuchungen vorgab, sondern auch die Fälle umfassend schilderte. Folglich gab es klare Klischees davon, was eine Hexe oder ein Zauberer tat und wie ihre Begegnungen mit dem Gottseibeiuns abliefen. Entsprechend dieser Klischees gestanden viele Frauen und Männer ihre „Schandtaten“. Viele von ihnen mussten dazu nicht einmal einem peinlichen Verhör unterzogen werden.
In diesem Zusammenhang fällt mir auch das Gespräch mit einem Bekannten aus der DDR ein, der in den 50er Jahren als Mitglied der SED verhaftet wurde und dem man Spionage vorwarf. Obwohl gänzlich unschuldig gestand er im Verlauf der Verhöre die Vorwürfe, weil er zu der Meinung gelangte, dass, wenn man ihm solch absurde Vergehen vorwarf, es hierfür einen höheren und ihm uneinsichtigen Sinn geben müsste. Also entschloss er sich zu gestehen, um seinem eigenen Anspruch, stets ein verlässlicher Genosse zu sein, zu entsprechen. Er ging dann auch selbst von seiner Schuld überzeugt für mehrere Jahre ins Gefängnis.
Unsere Psyche ist schon ein sehr fragiles Gebilde, dass sich Situationen aus welchen Gründen auch immer äußerst geschmeidig anzupassen versteht.
Lieben Gruß
Lotosritter

13

Samstag, 4. August 2012, 17:55

ich habe nur zwei eurer beiträge gelesen. mir geht wieder durch den kopf, was mir eine nahe bekannte über ihre erfahrungen in der nachkriegszeit berichtete. ich habe viele gründe, ihren behauptungen zu glauben, zumal es mir von anderen bestätigt wurde.


bereits als kind empfand sie die forderungen einiger priester der pfarre, sie sollte dornen und stachelketten am körper tragen, sich schlagen, freiwillig hungern, bei schnee leichtbekleidet gehen, oder noch schlimmeres, um die nachfolgenden schmerzen und krankheiten gott aufzuopfern, als ungeheuerlich, ja als etwas missbräuchliches. es wurden schriften an die eltern ausgegeben, sie sollten diese daheim vorlesen. inhalt der botschaften war, ausgewählte minderjährige hätten die berufung zu christlichen märtyrern zu werden. als hohe beispiele las man heiligengeschichten von vorschulkindern vor, die ihr sterben fröhlichst "aufgeopfert" hatten, sie dankten ihren vergewaltigern, durch ihre untat gott früher sehen zu dürfen, sie freuten sich über verbrennungswunden, oder darüber verhungern zu dürfen, weil ihr leid für die sünden der menschheit aufgeopfert werden würde. leid machte sie jesus am kreuz gleich, und half ihm das kreuz tragen.

sie wehrte sich heftigst dagegen, sich eine karriere als künftige heilige leiche einimpfen zu lassen. das schicksal, sich aus gehorsam verletzen zu wollen, blieb ihr zwar erspart, gleichzeitig verlor sie dadurch ihren platz in der pfarrlichen kindergemeinschaft.

jahrzehnte später wurde diese praktiken bestimmter eliten der kirche durch die presse bekannt, entweder agiert man mittlerweile vorsichtiger, oder man verlangt wirklich von den heutigen heranwachsenden diese schmerzhaften beweise der sogenannten gottesliebe nicht mehr.

ich möchte mir nicht ausmalen, wie es damals den kasteiungswilligen liebkindern der verkünder der pfarrlichen drohbotschaft ging, sie bekamen- anders als meine bekannte- heiss begehrte stipendien und internatsplätze in der ferne. sie dagegen musste sich mit niedrigerer schulbildung zufriedengeben. als sie erwachsen war, sassen die hoch gebildeten ehemaligen internatskinder an den schlüsselstellen im sozialen und kirchlichen bereich. so berichtete es meine freundin mir.


einige der in den heimen gewesenen berichten in den letzten jahren öffentlich über gezielte, oft allnächtliche misshandlungen, und fast alle erinnerten sich, dabei ein heiliges symbol anschauen oder berühren gemusst zu haben. ich habe in vielen ihrer öffentlichen aufzeichnungen gelesen.
für diese kinder waren die misshandlungserlebnisse rituelle erlebnisse. dass der täter den zusammenhang kreierte, um besser vor verfolgung geschützt zu sein, und das kriminalbeamte dann als nichtvorhandensein von rituellem missbrauch deuten, ist verzerrend.

wer bestimmt den blickwinkel? die täter, die ermittler, oder die opfer, die während der pünktlichen misshandlung auf befehl des missbrauchers hilflos den hölzernen herrgott oder die gipserne muttergottes anzugucken hatten, möglicherweise noch bei weihrauchduft?

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Sonntag, 9. September 2012, 22:39

Viele Gründe, denen zu glauben, die mir ihre Erfahrungen schilderten

Derartige Erfahrungen wurden auch mir sehr glaubhaft anvertraut, cohaesionis.
So schilderte mir ein junger Schüler eines geistlichen Internats, er und andere seien durch die katholischen Geistlichen dazu angehalten worden, ihre sexuelle Lust Gott zu opfern, indem sie sich Permanentwunden am Oberschenkel mit Hilfe eines Stacheldrahts oder eines Halsbands mit eingebohrten Dornen zufügen sollten. Man habe ihnen erklärt, dies lindere die Leiden Jesu am Kreuz. Sobald sie, vornehmlich des Nachts, sexuelle Lust verspürten, mussten die Jungen sich die Stacheln tiefer ins Fleisch graben.
Bei einem Jungen, der sich weigerte, banden ihm die Geistlichen eine Glocke ans Geschlecht. Sobald es klingelte, wurde er bestraft. Zu diesem Zweck musste er sich nackt vor den Altar werfen und wurde dann von einem der Geistlichen mit der Rute gezüchtigt; auch durch Streiche über die Genitalien.
Für Denunzianten wurden derartige Strafen erlassen sowie Belohnungen in Form besserer Noten. Daher gab es viele Denunzianten und viele Bestrafte.
Etliche der zu Bestrafenden sagten mir, es seien ihnen die Strafen erlassen worden, wenn sie zu sexuellen Handlungen bereit waren. Nicht wenige wurden dazu gezwungen. Auch für diese Betroffenen waren die erlittenen Qualen ritueller Missbrauch, weil er im Kontext des Glaubens und anlässlich bestimmter Rituale wiederkehrend stattfand.

Dass es sich dabei um "Maßnahmen" handelt, die "anno tobak " in Klosterschulen gang und gäbe waren, ist mir bekannt.

Das erste dieser Zeugnisse erhielt ich übrigens von der Mutter eines dieser unglücklichen Jungen, der sich das Leben genommnen hatte, weil er die ihm auferlegten Bußen nicht mehr ertrug und für sich keine Chance sah, gegen einen "Gottesmann" angehen zu können. In seinem Abschiedsbrief an die Mutter, den er am Tage seines Todes an sie abschickte, stand: "Der liebe Herrgott war immer dabei."
Weitere Zeugnisse erhielt ich durch Recherchen im Umfeld dieses Jungen. Alle Taten waren bereits verjährt.

Auch Deine Ausführungen sind sehr interessant und informativ, Lotosritter.
Ich habe den Eindruck, Du hast Dir einen Riesenfundus an Wissen angeeignet. Schön, dass Du ihn hier weitergibst und dazu beiträgst, nicht zu Verstehendes begreifbarer zu machen.

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Sonntag, 9. September 2012, 23:13

Rituelle Misshandlung -- Fiete

Deine Andeutung der Bescheindung von Jungen als gesetzlich erlaubte rituelle Körperverletzung greife ich gern auf, Fiete, und vertiefe Deinen Gedanken mit der Ergänzung des gesetzlich verbotenen Rituals der Beschneidung von Mädchen.

Die Schilderungen dessen, was bei der Beschneidung von Jungen geschieht, hat mich ebenso erschüttert wie das, was kleinen Mädchen dabei angetan wird. Warum Jungenbeschneidung erlaubt und Mädchenbeschneidung verboten ist, leuchtet mir nicht ein.
Meines Erachtens ist beides ein grausamer Eingriff, für den ich kein Verständnis habe, egal, warum oder wie oft er bereits vorgenommen wurde.
Dass er an Jungen erlaubt, an Mädchen verboten ist, halte ich - jenseits des Anspruchs Gläubiger oder religiöser Fanatiker oder Traditionalisten - zudem für einen weiteren skandalösen Fall von Geschlechterkampfauswüchsen.
Im besten Interesse aller Kinder sollte auf derartige Rituale verzichtet und die Unversehrbarkeit und Unatastbarkeit des Menschen respektiert werden.

Meiner Meinung nach sollte auch bei Gericht kein Unterschied in der Bewertung und Bestrafung diverser sexueller Missbrauchsformen erfolgen. Die Unantastbarkeit ist verbrieftes Recht und Gesetz. Verboten werden muss, was die Unatastbarkeit verletzt. Bestraft werden muss, wer es tut.

Die aktuelle juristische Bewertung des sexuellen Kindesmissbrauchs ist für mich ein rotes Tuch. Dass derartige Straftaten verjähren können, halte ich für skandalös. Dass Anzeige Erstattende sich Glaubwürdigkeitsgutachten unterwerfen müssen und das auch mehrfach, Beschuldigte hingegen nicht, erachte ich als Ungleichbehandlung zum Nachteil des möglichen Opfers. Dass Kindesmissbrauchende nach der Haftentlassung in der öffentlichen Gesellschaft abtauchen können, als sei nichts geschehen, fasse ich nicht. Dass katholische Geistliche, die als Kindesmissbraucher überführt und bestraft wurden, nach der Haftentlassung in caritativen Einrichtungen der Kirche Ämter ausfüllen dürfen, geht mir nicht in den Kopf.
Sexueller Kindesmissbrauch und nachhaltige Gewalt an Kindern sind nach meinem Dafürhalten schwerste Körperverletzungen und müssten Mord gleichgestellt werden.
Diese Straftaten milde abzutun, Bewährungsstrafen zu verhängen und Täterschutz zu betreiben, ist den betroffenen Kindern gegenüber menschenverachtend und kinderfeindlich.

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Montag, 10. September 2012, 06:55

Das sehe ich sehr ähnlich. Ausnahme: die gängigen familienrechtlichen Vorgänge, wo es ja ziemlich genau umgekehrt verläuft.
Da müßte das Strafrecht zwingend in's Spiel kommen und auch dort haben Begutachtungen m.E. immer unter gesamtsystemischen Aspekten durchgeführt zu werden.
Ich selbst habe, nicht als erster betroffener Vater, sogar eine Selbstanzeige versucht ( es ging nicht um Mißbrauch, aber immerhin um schwere Mißhandlungsvorwürfe, wobei der "Unterton" nicht zu übersehen war ), sie wurde vollständig totgeschwiegen.

Eben weil diese übliche Praxis in Straf- u. Familienrecht völlig absurd erscheint, hatte ich diesen Einwand auch gebracht. Eine enge formale Definition ist aus laienhafter, gesamtgesellschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar und führt auch in der Rechtspraxis oft zu Kuriositäten, die für mutmaßliche Opfer wie Täter sicherlich oft noch absurder erscheinen.
Und insofern möchte ich bei Jenny und Lotosritter auch herzlich um Entschuldigung bitten, denn aus ihrer Sicht, unter dem Aspekt von Therapie und Auffangstationen für vermeintliche oder echte Mißbrauchsopfer betrachtet, ist diese exakt abgegrenzte Definitionsbreite sicherlich sehr sinnvoll, wie sich aus den weiteren Ausführungen ergab.

Beim Thema Beschneidungen hat gerade die pauschalisierte Definition m.E. zum völligen Versagen geführt, da sie quasi per Ordre de Mufti ( i.d.F. sehr wörtlich zu nehmen ) angeordnet wurde, im doppelten Sinne. Hier treffen sich die "heilige Kuh" Feminismus und die semitischen Religionen und die Radfahrermenthalität unserer weiteren Oberlobbyisten zu einer unheiligen Allianz im Sturmlauf. Da werden unsinnige Vergleiche für wissenschaftlich erklärt, gleichzeitig jegliche Wissenschaftlichkeit mit der Brechstange unterbunden oder verfälscht, U-Bootchristen kommen mit göttlichen Befehlen daher, medizinische Vorteile werden erfunden, Nachteile nach der Methode "stellt Euch mal nicht so an" verharmlost und was es noch an irrwitzigen Farcen dazu geben mag.
Ich habe seit Wochen kritisches Material dazu gesammelt, woraus längst ein Artikel werden sollte ( eigentlich eher eine Linksammlung, da die Fakten und was andere dazu sagen, für sich sprechen ).
Eigentlich wäre das hier ein Thema für einen eigenen Thread, ich habe aber festgestellt, daß die Argumentationsbreite recht gering ist, sehr viel zu sagen gibt es dazu eigentlich gar nicht. Im Pro-Bereich eigentlich nur mühselig kaschierte Populismen ( bestenfalls ) und z.T. dümmste Dogmen, oft ohne realen Hintergrund, im Contrabereich Fakten, ein paar Darstellungen von mutigen Betroffenen und rechtliche knallharte Erwägungen.
Vorab eine emotionale Beschreibung eines Vaters, der sein Kind gutgläubig zur ( in Amerika ) fast obligatorischen Beschneidung brachte und sich den Eingriff ansah und ein Hardcore-Lehrvideo, das eine solche Prozedur nahezu vollständig zeigt, falls wer den Textbeitrag für überzogen hält ( wirklich nichts für schwache Nerven, ich hielt mich schon für einen ziemlich abgebrühten Klotz, aber danach war auch mir stundenlang reichlich elend ):
http://www.beschneidung-von-jungen.de/ho…ican-style.html
Bei dem Video besser die Maus griffbereit halten, um ggf. schnell aussteigen zu können:
http://vimeo.com/22940047

Gruß...........Fiete
Respekt immer!
Angst nie!

17

Mittwoch, 12. September 2012, 11:44

Therapeutin, die von sich selbst glaubt rituell im Satanskult missbraucht worden zu sein, suggeriert auch ihrer Klientin deartige falsche Erinnerungen.
Bericht von einer betroffenen Klientin:

Erfahrungsbericht von Jana
http://www.schulterschluss.info/index.php?id=76

Zitat

(...)
Sie erzählte, dass sie selbst als Kind von ihrem Vater für satanistische Rituale verliehen worden wäre.
(...)
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
induzierte falsche Erinnerungen, erfundener Missbrauch,
Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen
Persönlichkeitsstörung (Link manuell eingeben; Serverproblem) : http://www.induzierte-erinnerungen.de

18

Mittwoch, 12. September 2012, 23:40

Thema Beschneidung abgekoppelt

Ich habe das kurz angesprochene Unterthema rituelle Beschneidungen mal ausgekoppelt und in die Kathegorie "Gleichstellung" gesetzt.
Es ist zwar m.E. ganz klar ein Bereich rituellem Mißbrauchs, die praktischen und politischen Problematiken dahinter sind jedoch teilweise ganz andere, als in den sonstigen Bereichen sexuellen und sexualisierten Mißbrauchs.
Der Thread beginnt mit einer m.E. ziemlich guten Zusammenfassung des Themas:
http://forum.karin-jaeckel.de/index.php?…ID=195&#post195

Gruß.........Fiete
Respekt immer!
Angst nie!

19

Samstag, 29. September 2012, 22:48

Beschneidung - neuer Thread

Ich habe Deinen neuen Thread aufgegriffen, Fiete, und würde mich über weitere Meinungen dazu freuen.


20

Samstag, 29. September 2012, 23:30

Scharlatanerie

Die Schilderung der jungen Frau, der eine sogenannte Schamanin eingeredet hatte, sexuell vom Vater missbraucht worden zu sein, hat mich sehr berührt. Neu ist mir dergleichen allerdings nicht.

So bedauerlich es ist, dass diese junge Frau so bitter leiden musste, weil sie sich vertrauensvoll auf eine Scharlatanin und deren Scharlatanerie einließ, so wichtig finde ich ihre Schilderung dessen, was sie durchmachte, um andere vor einem ähnlich fatalen Schritt zu warnen.

Was sie erlebte und seelisch durchmachte, erinnert mich stark an die Berichte junger Menschen, denen von der Mutter eingeredet wurde, vom Vater sexuell missbraucht worden zu sein. Mit dem einen noch verschärfenden Faktor, dass es ausgerechnet die Mutter war, die dies behauptete und dadurch die Glaubhaftigkeit fest mauerte.
Aber das diskutierten wir ja bereits in einem anderen Thread.

Mich überkommt immer wieder das große Unbehagen, wenn mir zum Beispiel Erzieherinnen schreiben oder sagen, dass sie übers Wochenende zu Seminaren unterwegs waren oder Fachfrauen aus einem Verein gegen sexuellen Kindesmissbrauch bei ihnen zu einem Workshop eingeladen waren und dass man nun endlich besser auf bestimmte Verhaltensmuster und Symptome bei Kindern achten und Kindern dadurch helfen könne.

Kann es wirklich möglich sein, binnen weniger Stunden einen sicheren Blick für Kindesmissbrauchsopfer zu erlernen?
Kann ein Workshop mit Frauen eines Selbsthilfevereins tatsächlich dazu führen, dass man verlässlich für Anzeichen, Verhaltensmuster, Symptome des Kindesmissbrauchs "sensibilisiert" wird?
Sollten nicht die "Wormser Prozesse", die durch eine Fachfrau aus einem Selbsthilfeverein abgestoßen wurden, eine Warnung sein? Ein unvergesslicher Hinweis darauf, dass der beste Wille nicht automatisch auch die beste Tat hervorbringt?

Ich habe einmal eine "Geschichte" aus einem Kindergarten gehört, die ich nicht vergessen kann.
Es ging dabei um einen kleinen Jungen von vier Jahren, der des öfteren unter einem Tisch seine kleine Freundin entkleidete und dann zusammen mit ihr Vater und Mutter spielte. Der kleine Junge wurde als Kindesmissbraucher des Kindergartens verwiesen.

Was, frage ich mich, wird diese Erfahrung aus dem kleinen Jungen machen?
Wird seine kleine Freundin sich als Kindesmissbrauchsopfer fühlen?
Und wie sehen sich diejenigen, die diese "Sache" ins Rollen brachten, die Mutter des Jungen vor eine Art Tribunal aus Erzieherinnen und Fachfrauen aus einem Selbsthilfeverein zitierten, Hausbesuche bei den Eltern machten, die Geschichte im Ort herumerzählten, den Wegzug der Familie erzwangen?
Wird die "Geschichte" der Familie nachgereist sein? Ihr Unheil auch am neuen Wohnort verbreitet haben?

"Sind so kleine Hände", fällt mir ein. Sind so zarte Seelen, denke ich.

Wann und warum werden aus einer Mutter und eines Vaters unschuldigem Kind eines Tages hartherzige Paragraphenreiter mit dem Ladestock des Rechtschaffenden im Rückgrat?