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Donnerstag, 25. Februar 2016, 15:17

Sexuelle Gewalt gegen Männer durch Frauen wird weit unterschätzt

Im Ärzteblatt wird eine neue Studie zur sexuellen Gewalt vorgestellt. In dieser Studie wird erstmals auch neben der sexuellen Gewalterfahrung, das eigene Tatverhalten abgefragt. Insgesamt ergibt die Studie, dass das polizeiliche extrapolierte Dunkelfeld bei weitem unterschätzt wird. Insbesondere wird die sexuelle Gewalt gegen Männer weit unterschätzt. Zudem sind mehr Frauen als Männer Täter, wenn Männer sexuelle Gewalt erleiden. Hier zur Studie .

Zitat

Eine repräsentative Befragung ergab eine geschätzte Jahresprävalenz von 0,9 % für die Vergewaltigung von Frauen Vergleicht man unsere Ergebnisse mit dem deutschen Hellfeld gemäß der polizeilichen Kriminalstatistik (Tabelle 1) wird deutlich, dass dieses die tatsächliche Häufigkeit weit unterschätzt: Die Prävalenz von Erfahrungen sexueller Gewalt liegt dort bei Erwachsenen um den Faktor 30 (enge Definition) bis 90 (irgendein Ereignis) niedriger. Besonders deutlich ist der Unterschied bei Männern, hier findet sich im Dunkelfeld eine 100- bis 600-fach höhere Prävalenzals im Hellfeld. Die Unterschiede bei Frauen werden um den Faktor 25 (enge Definition) bis 60 (weite Definition) unterschätzt.

Zitat

Aufgrund bisheriger Untersuchungen wird davon ausgegangen, dass etwa 5–25 % aller Vergewaltigungen von Frauen angezeigt werden, wobei die Beziehung zum Täter oder Tatumstände einen entscheidenden Einfluss auf das Anzeigenverhalten haben. So wird sexuelle Gewalt durch Partner oder in Zusammenhang mit Alkohol- oder Drogenkonsum deutlich seltener zur Anzeige gebracht. In unserer Stichprobe würde sich, zumindest für die enge Definition sexueller Gewalt, bei Frauen eine Anzeigenquote von etwa 4 % ergeben, was ungefähr der Quote früherer Studien entspricht. Für männliche Opfer hingegen würde die Anzeigenquote bei der engen Definition sexueller Gewalt lediglich 1 % betragen. Hier spielen möglicherweise in noch stärkerem Ausmaß als bei weiblichen Opfern Aspekte wie Scham eine Rolle. Insbesondere wenn Männer sexuelle Gewalt durch eine Frau erfahren, kommt unter Umständen hinzu, dass dies nicht mit dem eigenen Bild von Männlichkeit vereinbar ist und daher eher verleugnet wird, was die Anzeigenbereitschaft weiter verringert.