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Mittwoch, 20. Mai 2015, 18:22

Der Deutsche Kinderschutzbund als Fürsprecher der Täter und Täterinnen

Der Kinderschutzbund (DKSB) hatte lange Zeit mehr Interesse daran, pädophile Täter als Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen. Unter seinem Präsidenten Walter Bärsch (1981-1991) kam es zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Humane Sexualität (AHS). Bärsch war auch Mitgründer dieses Arbeitskreises, dessen Ziel es war, pädosexuelle Kontakte zu entkriminalisieren und hierfür die §§ 174 und 176 StGB aufzuheben. So wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Bärsch war bis zu seinem Tod (1996) Ehrenpräsident des Kinderschutzbundes.

Nach Aufdeckung diverser Missbrauchsfälle hat auch der Kinderschutzbund eine Untersuchung der eigenen pädophilen Vergangenheit in Auftrag gegeben. Das Gutachten erstellte das Göttinger Institut für Demokratieforschung unter Federführung von Katharina Trittel, dasselbe Institut, das auch die pädophile Vergangenheit der Grünen dokumentierte.

Das Gutachten mit dem Titel „Umfang, Kontext und Auswirkungen pädophiler Forderungen innerhalb des Deutschen Kinderschutzbundes“ ist überdiesen Link abrufbar.

Vertuschung der Hintergründe trotz Gutachten

Das skandalöse an diesem Gutachten ist, dass ihm ein wichtiger Baustein für das Gutachten fehlt, nämlich die Korrespondenz zwischen dem AHS und DKSB. Der Ordner mit diesen Schriftstücken ist verschwunden. Dies rügt die Gutachterin bereits in ihrer Einleitung. In der Fußnote 21 schreibt sie:

Zitat

Es war äußerst mühsam, den Kontakt zwischen AHS und DKSB möglichst detailliert zu rekonstruieren. Eine Übersicht über die beim DKSB angelegten Ordner mit Akten führt an, der Ordner 155 Arbeitsge-meinschaft Humane Sexualität AHS sei „nicht da“ (Nur bei einem anderen Ordner ist der Vermerk „nicht da“ sonst angegeben; in der Geschäftsstelle vermutet man, der Ordner sei beim Umzug aus Hannover verloren gegangen. Zu dem Archiv der AHS wurde uns kein Zugang gestattet, der eine wissenschaftlichen Anforderungen entsprechende Auswertung des Materials erlaubt hätte.).
Der Täterschutz hatte Methode, weil er sich finanziell für den DKSB lohnte.

Deutschlandradio Kultur berichtet heute auf seiner Homepage in einem Artikel von Clauda van Laaküber das lohnende Geschäft mit dem Täterschutz.. Auf Seite 76 des Gutachtens wird diese zwielichtige Praxis dargestellt und auch das aktuelle Verhalten des DKSB im Fall Edathy gerügt.

Auf der Seite von Deutschlandradio Kultur wurde dieses gewissenlose Vorgehen zusammenfassend wie folgt dargestellt:

Zitat

Allerdings stellte der Kinderschutzbund in den 80er Jahren nicht immer die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Für pädophile Täter wurde Verständnis aufgebracht: Sie seien auch nur ein Opfer der gesellschaftlichen Verhältnisse, müssten therapiert und nicht bestraft werden.

"In dieser Perspektive stand nicht mehr die unbedingte Parteilichkeit für das Kind im Vordergrund sondern man setzte sich vor allem für problemangemessene Hilfe für die Täter ein."

Und diese politische Position stellte gleichzeitig ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Therapeuten dar, die unter dem Dach des Kinderschutzbundes arbeiteten. Der Verein hatte noch ein zweites Interesse daran, pädophile Täter nicht vor Gericht zu bringen: Kamen doch verhängte Bußgelder häufig dem Kinderschutzbund zugute. Die Sozialwissenschaftlerin Katharina Trittel erklärt:

"Wenn ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs eingestellt oder gar nicht erst eröffnet wurde, wurde das Geld häufig inhaltsnah vergeben, dass heißt es floss in die Arbeit mit Betroffenen, also auch zum KInderschutzbund, das heißt das Interesse war nicht nur fachlicher Art, sondern fusste auch auf einem monetären Interesse."

Der Bericht stellt außerdem klar, dass es Fälle von sexuellem Missbrauch in Einrichtungen des Kinderschutzbundes gab. Konkrete Zahlen werden nicht genannt. Präsident Heinz Hilgers wandte sich direkt an die Opfer, bat um Entschuldung und versprach: