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Montag, 29. September 2014, 02:38

Ethikrat empfiehlt Aufhebung des Inzestverbotes

Der Deutsche Ethikrat empfahl am 24. September, den Inzestparagraphen 173 StGB zu modifizieren, und den Geschlechtsverkehr unter Geschwistern zu erlauben. Er hebt dabei auf einen Einzelfall ab. In diesem Fall zeugten zwei Geschwister aus einer desolaten Familie, die über Jahre voneinander getrennt aufwuchsen, drei Kinder. Der Kindsvater wurde deswegen verurteilt. Der Fall ging bis vor den EuGH und das Verfassungsgericht bestätigte zuletzt die Strafbarkeit des Inzest.

Der Deutsche Ethikrat nahm sich dennoch der Sache an und kam zu der Ansicht, dass ein verquerer Einzelfall den Grundsatz des Inzestverbotes obsolet machen kann. Ein Einzelfall wird also zum Grundsatz für eine einschneidende Empfehlung. Es bleibt zu hoffen, dass der Gesetzgeber dieser Empfehlung nicht folgt. Den Grünen und Teilen der SPD jedenfalls dürfte die Empfehlung gefallen, denn beide Parteien fahnden nach Gerechtigkeitslücken. Und ein trauriges Schicksal und eine verworrene Situation sind in ihren Augen allemal ungerecht, wenn dann der Tat eine Strafe folgt. Dementsprechend fordern die Grünen in ihrem Programm schon länger die Aufhebung des Inzestparagraphen.

Die Folgen der Aufhebung des geschwisterlichen Inzestverbotes hat ein Ratmitglied jedoch durchaus begriffen. So schreibt die FAZ: Zur Aufhebung der Strafbarkeit des Inzests zwischen Eltern und volljährigen Kindern wollte sich der Ethikrat nicht äußern. Ratsmitglied Wunder räumte meinte allerdings, dass es bei einer Revision „kein logisches Argument gibt, diesen unter Strafe zu stellen“. (Link siehe unten)

Die logische Konsequenz dieser Empfehlung wäre, dass Eltern ihre Kinder fürderhin nicht missbrauchen können. Und in meinem Fall, dass meine Mutter mich und mein Vater meine Schwester sexuell nicht geschändet haben - zumindest nicht im strafrechtlichen Sinne. Was für eine abartige Einstellung, was für eine Verhöhnung aller Opfer familiärem sexuellem Missbrauchs! Das ist nicht mehr Ethik, was der Ethikrat von sich gibt, sonder Täterargumentation.

Hier der Link zum Papier des Ethikrates Die Begründung der Entscheidung ab Seite 72

Ein Link zur Meldung in der FAZ

Und ein Kommentar in der Welt, der die Entscheidung entschieden verurteilt