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Lotosritter

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Dienstag, 21. Januar 2014, 01:19

Parteien haben kein Mandat von Opfern sexuellen Mißbrauchs in der Kindheit

Meine Eltern haben mich gequält, kaserniert, jeden sozialen Kontakt zu anderen Kindern und Erwachsenen hintertrieben und verhindert. Denn sie wollten nicht, dass andere womöglich erfahren, dass uns der Vater in sadistischer Weise züchtigt, meine Schwester missbraucht und die Mutter mich missbraucht. Ich habe gelitten, und bin auch heute bald 50 Jahre später noch für Zuspruch dankbar.

Nicht dankbar aber bin ich für den Zuspruch politischer Parteien, denn meistens, wenn sie sich um die Opfer von Kinderschändern sorgen, treiben sie damit ein politisches Spiel, für das sie die Überlebenden instrumentalisieren.

Ganz besonders abgründig empfinde ich diese Instrumentalisierung durch Grüne und SPD. Woher nehmen sich die Familienpolitiker dieser beiden Parteien das Recht, in irgendeiner Weise für die Opfer von Gewalt gegen Kinder zu sprechen. Sie haben von den Opfern nie ein Mandat erhalten, sondern sie haben es sich genommen, in der irrigen Meinung, sie wüssten, was am besten für Kinder in prekären Lebenssituationen ist; in der irrigen Meinung, sie besäßen den moralischen Impetus die Kinder und die erwachsenen Opfer zu vertreten, da sie die moralische Elite der Politik sind.

Sie sind es nicht! Sie haben eine Doppelmoral. Während sie einerseits behaupten, Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen, schaffen sie ein Umfeld für Kinderschänder, indem sie alles daran setzen, Kinder zu sexualisieren, Familien zu diskriminieren, Jungen zu benachteiligen und den Kindern ihre Väter zu rauben. Dafür überlassen sie die Kinder unhinterfragt psychisch morbiden Müttern, die sie isolieren, schänden und quälen. Gewalt gegen Kinder ist heute überwiegend Müttergewalt. Mütter sind ebenso sexuell übergriffig. Mit dem geforderten Pseudogrundrecht „sexuelle Identität“ (Initiative 3+) wollen die beiden Parteien es Pädophilen und Kindsverderbern ermöglichen, sich straflos an Kinder heranzumachen. Sie wollen den Inzestparagraphen aufheben und damit eins der letzten moralischen Tabus schleifen, das Familien vor dem Verfall bewahrt. Sie wollen den Eltern die Kinder nehmen und der staatlichen Erziehung, sprich ihrer Indoktrination unterwerfen.

Grüne und SPD haben kein Recht, im Namen der Opfer von sexueller und anderer Gewalt in der Kindheit zu sprechen. Aber auch die anderen Parteien haben kein Mandat für die Opfer dieser Gewalttaten zu sprechen. Sie haben einzig die Pflicht, einen politischen und juristischen Rahmen zu setzen, damit diesen Opfern Genugtuung widerfährt.

Insofern ist es eine Schande, dass die Bundesländer sich immer noch nicht bereit gefunden haben, sich am Fond sexueller Missbrauch zu beteiligen; denn ihr ausstehender Beitrag ist für die Opfer institutioneller sexueller Gewalt gedacht.

Die Grünen

Noch vor zwei Jahren hatten sich die Grünen gewaltig aufgeplustert, als es darum ging, die sexuelle Gewalt katholischer Priester gegen Kinder und Jugendliche anzuprangern. Die Stoßrichtung ging explizit gegen die katholische Kirche. Gleichwertige Verbrechen durch Pfarrer und Angestellte der evangelischen Kirche wurden wenn, nur nebenbei thematisiert. Also stelle ich fest, dass die Kampagne der Grünen nur scheinheilig und politisch motiviert war. Es ging ihnen nicht um die Geschändeten, sondern darum, einen Gegner bloßzustellen, in diesem Fall die katholische Kirche, und ihre überwiegend konservativ orientierten Gläubigen zu treffen und zu diffamieren.

Man möge mich nicht missverstehen, ich rede keineswegs dafür, die Täter und die Institutionen innerhalb der katholischen Kirche, die die Täter schonten, zu schonen. Nein, deren Schandtaten gehören benannt und die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen. Nur, wer aus dieser berechtigten Forderung ein politisches Spiel macht und die andere Hälfte der evangelischen Schandtäter schont, weil ihm deren Institution politisch näher steht, der betreibt ein böses Spiel auf dem Rücken der Opfer.

Welcherart dieses politische Spiel war, dass die Grünen betrieben, indem sie sich aus eigenen Stücken zu Anwälten der Opfer pädophiler Priester - ausgenommen der Opfer pädophiler Pfarrer - aufschwang, konnte man an ihrer Argumentation ablesen, als endlich, nach über einem Jahrzehnt des Totschweigens, der Skandal um Cohn Bendit und die Aneignung pädophiler Forderungen durch die Partei auch vom Mainstream behandelt wurde. Es war die Hybris Cohn Bendits, die ihn und die Grünen nach der Zuerkennung des Theodor-Heuss-Preises stolpern ließ. Sie rechneten nicht damit, dass die Geister, die sie gerufen hatten, nämlich selbstbewusster auftretende Opferverbände, es nicht hinnehmen wollten, dass Cohn Bendit, der seine pädophilen Geständnisse gar noch als notwendige Provokation verteidigte, ausgezeichnet werden sollte.

Nachdem in diesem Zusammenhang Politiker der CDU den Grünen Doppelmoral und Täterschaft vorwarfen, verteidigten die Grünen sich mit dem Vorwurf, CDU und CSU hätten den Straftatbestand der Vergewaltigung in der Ehe bis 1997 verhindert. Folglich hätten sie kein Recht, den Grünen moralische Vorhaltungen ob ihrer pädophilen Bestrebungen zu machen. - Eine äußerst höhnische Reaktion, wenn der Einbrecher den Räuber einen Räuber nennt. Zudem waren CDU/CSU, und übrigens auch Teile der SPD und FDP, in ihrer Ablehnung nicht für die Vergewaltigung in der Ehe, im Gegensatz zu den Grünen, die sehr wohl für einen sexuellen Umgang Erwachsener mit Kindern waren, solange dieser Sexualverkehr gewaltlos ablaufen würde.

Für einen kurzen Moment verloren grüne Sprecher auch ihre Selbstkontrolle und sagten offen, was sie von den Missbrauchsopfern hielten, zum Beispiel die Sprecherin der Grünen Jugend, Sina Doughan. Sie nannte die Forderung nach einer Telefonhotline für Betroffene „wahnsinnig lächerlich“. Das Thema werde „bewusst hochgezogen“, nicht zufällig kämen Zeitzeugen „aus den Ecken gekrochen“. Das ist Tätersprache!

Die SPD

Die SPD hatte zwar keine Pädophilenaffäre, dennoch ist auch sie nicht unschuldig. Vergessen wir das ehemalige SPD-Mitglied Jörg Tauss, der wegen Besitz von Kinderpornografie rechtskräftig verurteilt wurde. Er war ein Einzeltäter und bestimmte dahingehend nicht die Parteipolitik. Ein wenig anders steht es schon mit dem Bundestagsabgeordneten Christoph Strässer, der als einstmaliger Vorsitzender der FDP-Jungdemokraten 1980 den einvernehmlichen Sex mit Kindern straffrei stellen wollte, innerhalb der SPD aber seine pädophilen Ansichten bis zur Aufdeckung 2013 verschwieg.

Deutlich heftiger, weil zweifelsfreie Täterschaft, ist der Fall Ilse Reichel. Sie überließ in den 70er Jahren als Berliner Jugendsenatorin jugendliche Ausreißer wissentlich Päderasten zur Betreuung.

Mit am Puls pädophiler Bestrebungen für straffreien Sex mit Kindern waren aber auch Herta Däubler-Gmelin, Heidemarie Wieczorek-Zeul und Ingrid Matthäus-Maier, die als Mitglieder der Humanistischen Union auch Pressetexte wie diese mittrugen: „In einer Freigabe der Pornografie und aller freiwilligen sexuellen Handlungen sieht die HU die Grundlage zur Verringerung von Gewalt und Eingriffen in die sexuelle Selbstbestimmung (Pressemitteilung: Pornografie vermindert sexuelle Gewalt 15.11.1999).

Die Verbindung zur Humanistischen Union und warum man dort bis ins Jahr 2000 hinein der Forderung nach Straffreiheit für pädophile Täter nicht entgegentrat, wurde im Rahmen der aktuellen Diskussion um die Grünen innerhalb der SPD nie thematisiert. Dafür aber fand SPD Chef Siegmar Gabriel schöne Worte für die Grünen, denen er wenige Tage vor der Bundestagswahl noch seinen Respekt für ihren Aufklärungswillen zollte und meinte: Union und FDP könnten aber offenbar nicht der Versuchung widerstehen, dieses Thema zum Teil ihres Bundestagswahlkampfes zu machen, und weiter wörtlich: "Das ist unanständig gegenüber allen, die unter Kindesmissbrauch gelitten haben und leiden."

Auch hier wurden die Opfer in unanständiger Weise instrumentalisiert, damit dem Wunschkoalitionspartner nicht noch mehr Wähler davonliefen. Denn die Grünen haben nun mal Kinderschändern ein Forum geboten, und es ist unanständig und respektlos gegenüber den Opfern, diese Tatsache zu minimieren oder zu verschweigen.

Also rufe ich den Politikern, insbesondere den Politikern der Grünen und der SPD zu: Haltet euch zurück. Redet nicht im Namen der Missbrauchsopfer. Ihr habt kein Mandat. Ihr habt aber allen Grund euch zu schämen!

Lotosritter

2

Dienstag, 21. Januar 2014, 15:55

Hi Lotosritter,

ich verstehe deine Bedenken.
Anderseits, wenn sich die Politik nicht "einmischen" würde, dann gäbe es auch z.B. den Missbrauchsfond nicht.

Lg
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
induzierte falsche Erinnerungen, erfundener Missbrauch,
Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen
Persönlichkeitsstörung (Link manuell eingeben; Serverproblem) : http://www.induzierte-erinnerungen.de

Lotosritter

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3

Mittwoch, 22. Januar 2014, 18:49

Hi Jenny,

in diesem Sinn habe ich auch eingangs geschrieben: Sie haben einzig die Pflicht, einen politischen und juristischen Rahmen zu setzen, damit diesen Opfern Genugtuung widerfährt.

Der derzeit gesetzte Rahmen für Hilfe aus dem Fond sexueller Missbrauch ist allerdings eng begrenzt. So teilt der Fond auf seiner Internetseite mit: Anträge können bis zum 30. April 2016 gestellt werden.

Die staatliche Hilfe, wenn die Therapiestunden auslaufen, ist also nur eine vorübergehende Erscheinung. Die Politiker, die aber "im Namen der Opfer" die Backen dick gemacht haben, sind darüber nicht am pfeifen. Also wird es wohl ab 2016 mit dieser besonderen Hilfe wieder vorbei sein.

Wenn überhaupt, dann haben die Opfer ein Mandat in eigener Sache. Dass dabei aber auch viel im Argen liegt, dazu ein anderes Mal mehr. Andeutungsweise habe ich hier bereits darüber geschrieben.

Lotosritter