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Lotosritter

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Samstag, 6. April 2013, 16:14

Auszug aus dem Grundsatzprogramm der SPD

Es ist hier downzuladen: http://www.spd.de/linkableblob/1778/data…er_programm.pdf und nennt sich "Hamburger Programm"

3.4 Die Gleichstellung der Geschlechter

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen, dass Frauen und Männer gleiche Rechte und Chancen haben – nicht nur auf dem Papier, sondern im täglichen Leben. Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der Frauen und Männer gleich, frei und solidarisch miteinander leben können.

Wir wollen, dass Frauen und Männer ihren Weg – gemeinsam oder getrennt, mit und ohne Familie – selbstbestimmt wählen können. Die SPD und die Frauenbewegung, beide aus der Freiheitsbewegung des 19. Jahrhunderts kommend, verbindet die Idee der Gleichstellung von Frau und Mann. Viele Rechte für Frauen wurden von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten erstritten: das Frauenwahlrecht, gleiche Rechte in Ehe und Familie und gleicher Zugang zu Bildung.

Frauen sind heute selbstbewusst und wollen ihr Leben nach ihren Vorstellungen gestalten. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen wandelt sich. Immer mehr Frauen und Männer wollen Beruf und Familienaufgaben partnerschaftlich teilen.

Rechtliche Gleichstellung ist noch keine tatsächliche Gleichstellung. Deshalb brauchen wir eine aktive Frauenförderung genauso wie das Gender Mainstreaming, das jede politische Entscheidung auf ihre Auswirkungen auf das Leben von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen überprüft und wo nötig verändert.

Insbesondere in der Berufs- und Arbeitswelt bestehen alte Ungleichheiten fort. Die Schlüsselpositionen in Wirtschaft und Gesellschaft werden ganz überwiegend von Männern besetzt. Frauen erhalten vielfach
weniger Lohn als gleich qualifizierte Männer.

Die Ansprüche an Flexibilität und Verfügbarkeit in der Arbeitswelt lassen sich nur schwer vereinbaren mit Familie und Kindern. Gerade für Frauen addieren sich berufliche und familiäre Belastungen im Alltag. Eine partnoch von den Frauen geleistet, oft zusätzlich zu ihrer Erwerbsarbeit, was eine tatsächliche Gleichstellung im Berufsleben erschwert. Allzu oft sind Frauen vor die Alternative gestellt: Verzicht auf Kinder oder Verzicht auf Beruf.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll mit einem flächendeckenden und bedarfsgerechten Ausbau von Betreuungseinrichtungen für Kinder sowie durch die Absicherung von Erziehungsphasen verbessert
werden. In verschiedenen Lebensphasen sind Frauen und Männer unterschiedlich gefordert: Ob berufliches Fortkommen, Erziehung von Kindern, Pflege von Angehörigen oder Qualifizierung, politisches oder
bürgerschaftliches Engagement – sie müssen dafür Zeit haben. Wir wollen die Arbeitswelt durch flexible Arbeitszeiten so gestalten, dass Beruf und Privatleben in eine Balance zu bringen sind. Wir wollen mehr Zeitsouveränität für Frauen und Männer. Das ermöglicht überhaupt erst Wahlfreiheit.

Wir wollen eine gleichberechtigte und gerechte Teilhabe von Frauen und Männern an existenzsichernder Erwerbsarbeit. Arbeit, die überwiegend von Frauen gemacht wird, ist oftmals schlechter bezahlt. Für gleichwertige Arbeit muss aber gleicher Lohn gezahlt werden. Wir wollen die Trennung in typische Frauen- und Männerberufe überwinden. Erforderlich sind gesetzliche Maßnahmen für die gleiche Teilhabe von Frauen an Führungspositionen in Unternehmen, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung sowie Aufsichtsgremien.

Wir wollen das Steuerrecht so umgestalten, dass es für Frauen keine Hürde darstellt, erwerbstätig zu werden, und ihrer beruflichen Emanzipation nicht im Wege steht. Wenn wir gleiche Teilhabe für Frauen und Männer verwirklichen wollen, müssen wir alle Lebensbereiche umgestalten: Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden.

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Sonntag, 28. April 2013, 02:44

"Männerfeindlichkeit stoppen" und was MdBs dazu meinen

Nachstehende Frage stellte die Initiative "Männerfeindlichkeit stoppen" vonAgens e.V. im November 2010 Abgeordneten des Bundestages:

Männerfeindlichkeit ist traurige Realität in Deutschland. Die Mehrzahl der Männer erlebt eine wachsende Verschlechterung ihrer gesellschaftlichen Stellung. Ihre Lebenserwartung ist deutlich geringer, ihr Gesundheits- und Armutsrisiko deutlich höher. Jungen werden immer mehr zu Bildungsverlierern. Gleichzeitig nehmen männerfeindliche Auffassungen in besorgniserregender Weise zu. In der Gesellschaft und auch in der Politik. Unter Beteiligung von führenden Politikern aller Parteien. Cornelia Pieper, FDP bezeichnet den Mann als von der Evolution überholtes "halbes Wesen". Ursula von der Leyen, CDU, findet die wachsende Benachteiligung von Jungen im Bildungssystem "nicht schlimm". Das Parteiprogramm der SPD will eine "menschliche Gesellschaft" durch "Überwindung" der männlichen herbeiführen.

Unser Grundgesetz stellt demgegenüber in Artikel 3 klar, dass niemand, auch kein Mann, aufgrund seines Geschlechtes benachteiligt werden darf und der Staat auf die Beseitigung bestehender Nachteile für beide Geschlechter, auch für Männer, hinzuwirken hat.

Ich fordere Sie deshalb in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz dazu auf, sich klar dagegen auszusprechen, dass Menschen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit diskriminiert werden, dass Männer als minderwertige Wesen abgewertet werden, dass Männer aus der „menschlichen Gesellschaft“ ausgegrenzt werden und dass Jungen im Bildungssystem benachteiligt werden. Bitte äußern Sie sich eindeutig: Sind Sie dafür, die Menschenwürde von Männern zu wahren und der Abwertung des Männlichen entgegenzutreten? Oder sind Sie dagegen?

Meine politische Unterstützung werde ich sehr stark von Ihrer Haltung in dieser Frage abhängig machen.

Hier fasst die Initiative "Männerfeindlichkeit stoppen" die Antworten von Bundestagsabgeordneten zum programmatischen Satz der SPD „Mehr Menschlichkeit durch Überwindung des Männlichen“ .
http://www.abgeordneten-check.de/antworten/view/49.html

Die Antworten derjenigen Abgeordneten, die diesem Leitsatz zustimmen, sind hier zu finden:
http://www.abgeordneten-check.de/antwort…ckierer/49.html