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Montag, 18. Februar 2013, 18:49

Warum ich als Missbrauchsopfer Anhänger der False Memory Bewegung bin

Warum ich als Missbrauchsopfer Anhänger der False Memory
Bewegung bin:

Ich wurde im Jugendalter sexuell missbraucht. Doch Therapeuten glaubten mir nicht, stellten mich als Lügner dar, beschimpften mich, ich würde mir Geschichten ausdenken.

Warum glaubte man mir nicht? Weil ich in der Vortherapie die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung bekommen hatte, eine Diagnose, die falsch war, diagnostiziert von Therapeuten, die MPS nicht von einer Depersonalisationsstörung unterscheiden konnten. Da die Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung eine Fehldiagnose war, glaubte man mir auch das nicht, was wahr war, nämlich die sexuellen Übergriffe im Jugendalter.

Mir wurden in der Therapie falsche sexuelle Missbrauchserinnerungen in meiner Kindheit suggeriert, und das nicht nur von einem Therapeuten. Mir wurde eingeredet, dass meine wahren Erinnerung, nämlich nicht sexuell missbraucht worden zu sein, falsch sei, dass meine Symptome auf einen Missbrauch hindeuten würden, den ich völlig vergessen hätte. Mit Beschimpfungen derart "Wenn du zweifelst, schadest du den Missbrauchsopfern" usw. versuchte man meine Zweifel an der Diagnose der Psychotherapeuten im Keim zu ersticken. Systematisch wurde ich von allen Seiten, allen voran Missbrauchsopfer und Multiple Persönlichkeiten, dazu gedrängt, einer falschen Diagnose zu glauben. Heute werde ich von genau denselben Personen dafür beschimpft, dass ich meine Zweifel unterdrückte.

Meine Mutter hat mehrere sexuelle Missbräuche erfunden. Mein Vater hätte sie und mich vergewaltigt, mein Opa hätte sie und mich vergewaltigt, der Bademeister hätte mich vergewaltigt, ein Unbekannter hätte sie vergewaltigt, und, und, und, ... Zeit meines Lebens tischte sie mir eine Geschichte nach der anderen auf, mit Vorliebe sexuelle Missbrauchsgeschichten und Vergewaltigungsgeschichten, aber auch andere Geschichten, wie z.B. meine älteste Schwester sei wegen Banküberfall mit Geiselnahme inhaftiert worden.

Meine zweitälteste Schwester hat eine Vergewaltigung erfunden. Sie wollte sich mit ihrer Lüge an meiner/unserer Mutter dafür rächen, dass sie sie ins Heim abgeschoben hat.

Ich habe, kurz gesagt, die ganze Palette erlebt: Ich habe erlebt, wie mir Therapeuten falsche Erinnerungen suggerierten, und nicht nur die, Missbrauchsopfer und Multiple Persönlichkeiten legten noch mächtig eins drauf, ich habe erlebt wie meine Schwester und meine Mutter Missbräuche und Vergewaltigungen erfunden haben und ich habe erlebt, wie man mir meine wahren Missbrauchserinnerungen nicht geglaubt hat, weil ich der Therapeutin was von Persönlichkeiten erzählt habe, die man in der Vortherapie bei mir glaubte gefunden zu haben.

Ich bin als Missbrauchsopfer ein Anhänger der False Memory Bewegung,
- weil Therapeuten, die diesen Missbrauch mit dem Missbrauch betreiben allen schaden: Sie zerstören durch Produktion falscher Missbrauchsopfer die Glaubwürdigkeit aller wahren Missbrauchsopfer, sie zerstören das Leben ihrer Klienten , die in Wahrheit gar nicht missbraucht wurden, indem sie sie völlig sinnlos unter etwas leiden lassen, was sie gar nicht erlebt haben, sie bringen Unschuldige hinter Gitter, ...
- weil Frauen, die einen Missbrauch erfinden jedem schaden, die wirklich missbraucht wurden
- weil, dank der Psychotherapeuten, die Pseudoopfer produzieren und dank der Frauen, die einen Missbrauch erfinden, heute keiner mehr weiß, wem, der sagt "ich wurde missbraucht", man noch glauben kann.

Wenn ich Zitate wie folgende lesen, dann dreht sich mir echt der Magen um: Da wird ein Kind sexuell missbraucht, doch es bekommt keine Hilfe, weil die Gefahr besteht, dass Therapeuten es so lange bearbeiten, bis es als Zeuge unbrauchbar ist!

Zitat

Seit die Betroffenen kommen, geht den Trägern mehr und mehr das Geld aus. Sie kämpfen mit personellen und finanziellen Engpässen. Es gibt keine Traumatherapieplätze mehr. Berater und Therapeuten werden seit Jahren nur mit Zeitverträgen und geringer Bezahlung beschäftigt. Und wenn es Therapieplätze gibt, wird die Therapie von der Justiz untersagt, jedenfalls für die Zeit, die das Verfahren gegen die Täter dauert, was bis zu zwei Jahre dauern kann. Begründung: Therapie würde die Kinder als Zeugen unbrauchbar machen, weil man bei den wiederholten Befragungen nicht sicher unterscheiden kann, ob ihnen das Berichtete wirklich passiert oder nur vom Therapeuten zu Therapiezwecken suggeriert wurde.
(...)
„Sowas macht
mein Opa immer mit mir“
http://www.freitag.de/community/blogs/ch…a-immer-mit-mir

Es kotz mich an, wie Missbrauchsopfer SELBST, sich schützend vor jene stellen, die ihnen ihre Glaubwürdigkeit zerstören. Sie begreifen es einfach nicht, dass es die Therapeuten sind, die Pseudoopfer produzieren, und Frauen sind, die einen Missbrauch erfinden, die ihnen ihre Glaubwürdigkeit zerstören.

Ich gehöre als Missbrauchsopfer der False Memory Bewegung an, weil ich möchte,
- dass man Missbrauchsopfern wieder glauben kann
- dass nicht sinnlos Menschenleben zerstört wird, sei es nun dadurch, dass Therapeuten ihre eigenen Klienten sinnlos leiden lassen, sei es nun, dass sie Unschuldige hinter Gitter bringen.

Was bitte ist dagegen einzuwenden, wenn man Therapeuten darüber informiert, wie falsche Erinnerungen entstehen und wie man dies verhindern kann? Jedes Missbrauchsopfer sollte um jedes falsche Missbrauchsopfer weniger dankbar sein! Doch stattdessen beschimpfen sie die, die über falsche Erinnerungen informieren und stellen sich schützend auf die Seite jener, die ihnen ihre eigene Glaubwürdigkeit zerstören.
Das Kind, das sexuell missbraucht wurde, aber nicht zum Therapeuten darf, weil die Gefahr der Suggestion besteht, wäre dankbar, wenn der Missbrauch mit dem Missbrauch endlich ein Ende gefunden hätte und man jenen, die missbaucht wurden, wieder glauben kann, und wenn man jene, die missbraucht wurden, wieder ohne bitteren Beigeschmack zum Therapeuten schicken kann.


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Montag, 18. Februar 2013, 19:20

Hauptargument dafür, warum die False Memory Bewegung den Mund halten soll ist, dass das False Memory Syndrom von Tätern missbraucht wird.
Zweifelsohne gibt es Täter, die sich auf das False Memory Syndrom berufen, doch dann könnte man auch gleichermaßen fordern, dass nicht mehr über sexueller Missbrauch, Trauma und Multiple Persönlichkeitsstörung gesprochen werden darf, denn diese werden ebenfalls missbraucht.

Unter dem Link, leider nicht mehr online, berichtete eine Klientin, wie ihr Therapeut vortäuschte eine Multiple Persönlichkeit zu sein und sich unter diesem Vorwand an ihr verging:

"Er sagte: 'Mach Deinen Orgasmus' - und es hinterließ immer tiefere Ritzen in meiner Seele"
http://www.psychotherapie.de/psychothera…mus-001021.html

Traumata werden missbraucht und erfunden, damit man in den Genuß z.B. einer EU-Rente kommt:

Psychiater freigesprochen: IV-Betrüger auf den Leim gekrochen
Seelenarzt Albert K.* (62) hat seinem Patienten alle Leiden geglaubt. Strafbar ist dies nicht.

http://www.blick.ch/news/schweiz/zuerich…ekrochen-135593

Zitat

(...)
Nun legt Zoran P. richtig los. Er habe Angstzustände, Schlafstörungen, Schwindel und ständig Kopfschmerzen.
Der Seelenarzt glaubt ihm und diagnostiziert eine posttraumatische Belastungsstörung. Er attestiert dem schauspielernden LKW-Chauffeur eine hundertprozentige Arbeitsunfähigkeit.
(...)
Ein sexueller Missbrauch wird erfunden, weil sich Frauen einen Vorteil erhoffen. Hier eine Fallsammlung:
http://www.induzierte-erinnerungen.de/viewforum.php?f=29

Alles was missbraucht werden kann, wird auch von irgendwem missbraucht. Doch es käme wohl keiner auf die Idee deshalb zu fordern, dass nicht mehr über Trauma, sexuellen Missbrauch und Multiple Persönlichkeitsstörung diskutiert werden darf.
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Lotosritter

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3

Dienstag, 19. Februar 2013, 01:02

Mit diesem Text wird für Mitglieder einer Selbsthilfegruppe für Missbrauchsopfer geworben:

„Wenn Sie sich wie im Nebel vorkommen, nicht wissen, ob Sie sexuell missbraucht wurden, oder sich an keine Einzelheiten erinnern können, weil Sie "nur" ein vages Gefühl haben, glauben Sie diesem Gefühl. Sie sind zutiefst verletzt worden. Auch wenn Sie Ihren Gefühlen nicht trauen, es nicht wahrhaben wollen, glauben Sie sich: irgendein gravierender Vorgang fand da statt. Wir alle wollten nicht glauben, dass wir missbraucht wurden, am wenigsten, wenn die Täter nahe Verwandte waren … Trauen Sie Ihren Gefühlen!“

Damit wird gewissermaßen wie in einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung von vornherein festgelegt, dass man sich am Ende als Missbrauchsopfer erkennt.

Ich bin äußerst skeptisch gegenüber der Behauptung einer dissoziativen Amnesie, die sich über Jahrzehnte erstreckt, dann verblasst und plötzlich Erinnerungen an ein kindliches Missbrauchsgeschehen aufkommen lässt. Insbesondere bezweifle ich solche Erinnerungsbehauptungen, wenn es sich um ein komplexes und sich über einen längeren Zeitraum hinziehendes Missbrauchsgeschehen handelt. So etwas versinkt nicht in Vergessenheit. Es wird vielleicht aus dem Alltagsbewusstsein verdrängt, ist einem nicht gegenwärtig, doch es nicht vergessen. So wenig wie einem zum Beispiel miterlebte Begräbnisse oder Unfälle kaum gegenwärtig sind, aber sofort erinnerlich, sobald man darauf angesprochen wird.

Ich verteidige ebenfalls die False Memory Bewegung, da sie dazu beiträgt, ein Korrektiv gegenüber den Opfermachern zu setzen und mit fundierten Informationen insbesondere Therapeuten dazu anhält, entsprechende Bezichtigungen zu hinterfragen und sich entsprechend weiterzubilden, um die Strukturen falscher Bezichtigungen rasch zu erkennen.

Jedenfalls fühle ich mich durch die vielen Opfermimen als Überlebender verhöhnt. Dementsprechend wage ich es auch kaum, gegenüber Ärzten auf meinen Missbrauchshintergrund bei meinen psychosomatischen Leiden zu sprechen zu kommen. Denn man bekommt da leicht seinen Stempel als aufmerksamkeitsheischender Lügner weg; man setzt mich mit den Opfernmimen gleich, was eine dementsprechend nachlässige Behandlung zur Folge hat.

Ich weiß, dass diese Haltung für Überlebende nicht selbstverständlich ist, so gibt es zum Beispiel auf der auch in diesem Forum erwähnten Seite von UTU ein entsprechend polemisches Kapitel zu falschen Erinnerungen . Ich bedauere dies, da gerade das Wissen um falsche Erinnerungen ein Prüfstein wäre, um eigene im Laufe der Therapie auftauchende Bilder gründlich zu prüfen, ob sie tatsächlich waren oder nur Übertragungen bewusstgewordener erlittener seelischer Verletzungen sind. Andererseits sind Organisationen wie Wildwasser aus ökonomischen Gründen auf eine Vielzahl von Opfern angewiesen und machen deshalb gerne zum Opfer, was sich zum Opferdasein bekennt. Man muss hierzu nur einige Diskussionsstränge im Wildwasserforum lesen.

Gruß Lotosritter

4

Dienstag, 19. Februar 2013, 14:05

Hi Lotosritter,

Zitat

„Wenn Sie sich wie im Nebel vorkommen, nicht wissen, ob Sie sexuell
missbraucht wurden, oder sich an keine Einzelheiten erinnern können,
weil Sie "nur" ein vages Gefühl haben, glauben Sie diesem Gefühl. Sie
sind zutiefst verletzt worden. Auch wenn Sie Ihren Gefühlen nicht
trauen, es nicht wahrhaben wollen, glauben Sie sich: irgendein
gravierender Vorgang fand da statt. Wir alle wollten nicht glauben, dass
wir missbraucht wurden, am wenigsten, wenn die Täter nahe Verwandte
waren … Trauen Sie Ihren Gefühlen!“

Die Frage, die sich mir stellt ist, ob solche Texte von wirklich Missbrauchten stammen.

Wenn ich zurückdenke, ... ich habe immer Zweifel an den Diagnosen "Sexueller Missbrauch" und "Multiple Persönlichkeitsstörung" meiner Therapeuten gehabt. Ich habe diese Zweifel auch öffentlich ausgesprochen. Was dann los war, ist kaum zu beschreiben. Ich wurde aufs Übelste dafür beschimpft, dass ich die Diagnosen meiner Therapeuten hinterfragte. Heute werde ich von denselben Leuten dafür beschimpft, dass ich das, was mir Missbrauchsopfer SELBST und Therapeuten erzählten, geglaubt habe. Die produzieren selber falsche Missbrauchsofper und beschimpfen sie anschließend dafür, dass sie öffentlich sagen, dass sie was Falsches geglaubt haben, in Wahrheit gar nicht missbraucht wurden.

Aber, was ich eigentlich sagen möchte ist, .... die Missbrauchsopfer, die mich damals beschimpften und mir das Zweifeln verboten, waren genau jene, bei denen es so ablief wie bei mir. Ich bekam nur die Antwort "War bei mir auch so", "Ich hatte auch ganz vergessen, dass ich missbraucht wurde; mein Fall zeigt, dass man einen Missbrauch vergessen kann", "ich konnte mich auch erst Dank meiner Therapeutin wiedererinnern, vorher habe ich nicht mal geahnt, dass ich missbraucht wurde", usw. usw.

Die Frage, die sich mir stellt ist, ob solche Texte wie der von dir zitierte, wirklich ein Text von einem Missbrauchsopfer ist oder nicht vielmehr ein Text von jemandem, bei dem es "auch so war". Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass solche Sätze von Menschen kommen, die selber sexuelle Gewalt erlebt haben.

Wenn es nur um die ginge, die in den Foren schreiben, dann würde ich sagen "selbst schuld, man erntet, was man säht, wer selber falsche Opfer säht, der wird auch das Produkt ernten", "wer selber bewusst Fälle produziert, die ihm eines Tages die eigene Glaubwürdigkeit zerstören, der muss auch damit leben, wenn sie dann eines Tages durch das Produkt der eigenen Ernte zerstört wird".

Aber es geht um mehr, es geht um Unschuldige. Es geht um Menschen, die wirklich missbraucht wurden, es geht um Kinder, denen Hilfe verweigert wird, weil die Gefahr besteht, dass Therapeuten sie als Zeugen unbrauchbar machen, es geht um wahre Missbrauchsopfer, denen wegen solchen Missbrauchsopfern und Psychotherapeuten, die den Missbrauch mit dem Missbrauch betreiben, nicht geglaubt wird.
Für diese lohnt es sich zu kämpfen, und zwar gegen die, die den Missbrauch mit dem Missbrauch betreiben.

PS: Nennst du mal die Quelle von dem Zitat?
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Lotosritter

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5

Dienstag, 19. Februar 2013, 16:44

Hi Jenny,
das Zitat ist von maennerthemen.net, hier zu finden: http://www.maennerthemen.net/seite.php?s=14
Ja, es ist schlimm, was in dieser Hinsicht geschieht. Denn auch die Menschen, denen falsche Erinnerungen induziert wurden, leiden, und das Leiden wird womöglich noch größer, wenn sie begreifen, dass ihr Leiden einer Chimäre aufgesessen war.

Utu von aufrecht.net schreibt in Verkehrung möglicher Ursachen:

"Merksatz: für Opfer ist es unerträglich, ihren Opfer-Status (indirekt) abgesprochen zu bekommen.
Deshalb: keine False-Memory-Theorien unterbreiten, wenn man nicht im Einzelfall beweisen kann, dass es sich um falsche Erinnerungen handeln muss!"
(Quelle hier)



Nein, ich meine gar, für Opfer falscher Erinnerung ist es unerträglich ihren Opferstatus aufzugeben; denn damit verlieren sie einen Teil ihrer neu gewonnenen Identität.
Hingegen ist es für Missbrauchsopfer wie mich wesentlich ihren "Opfer-Status" aufzugeben und zu verlieren, damit sie ein selbstbestimmtes Leben als Überlebende führen können. Deshalb finde ich den Begriff "Überlebende" - obwohl ich ihn für mich aus verschiedenen Gründen länger abgelehnt habe - mittlerweile als einen treffenden Begriff. Jedenfalls kann mich niemand erschüttern, wenn er behaupten würde, meinen Erinnerungen seien falsch. Das ist ungefähr so, wie wenn er mir einreden wollte, ich sei eine Frau - Blödsinn!


Servus Lotosritter

6

Mittwoch, 20. Februar 2013, 03:22

Hi Lotosritter,

Zitat

Jedenfalls kann mich niemand erschüttern, wenn er behaupten würde, meinen Erinnerungen seien falsch. Das ist ungefähr so, wie wenn er mir einreden wollte, ich sei eine Frau - Blödsinn!
Das hast du schön formuliert.
Ich bin ja schon eine ganze Weile im Netz unterwegs und habe einen guten Überbick, wer zweifelt und wer nicht. Angegriffen wurde ich nur von den Leuten, die selber schon vorher Zweifel an ihren eigenen Erinnerungen hatten.
Als mir die Therapeutin sagte "Sie erfinden Geschichten", "Sie lügen", ... das machte mich das zwar wütend, aber deshalb begann ich doch nicht an der Richtigkeit meiner Erinnerungen zu zweifeln.

Das ist ähnlich wie mit dem Thema Psychoanalyse. Wenn ich beschreibe, wie mir die Psychoanalyse geschadet hat, dann ticken einige User regelrecht aus. wenn man ihre Postings mal liest, dann stellt man fest, dass genau die austicken, die selber seit X Jahren Psychoanalyse machen und selber sagen, dass sie noch immer unter ihren Symptomen leiden. Andere hingegen, denen ihre PA geholfen hat, fühlen sich nicht von meinen persönlichen Erfahrungen angegriffen.

Zitat

"Merksatz: für Opfer ist es unerträglich, ihren Opfer-Status (indirekt) abgesprochen zu bekommen.
Deshalb: keine False-Memory-Theorien unterbreiten, wenn man nicht im Einzelfall beweisen kann, dass es sich um falsche Erinnerungen handeln muss!"
Nun ja, ... da beurteilen Klienten die Erinnerungen anderer Klienten. Und jeder Klient gibt das wieder, was er selbst in der Therapie gelernt hat, und das sind mit Gewissheit keine Informationen über falsche Erinnerungen.
Ich hatte eine solche Diskussion ja schon X Mal im Netzt. Da fragen Leute "ich habe Symptom X, wurde ich missbraucht?", "Ich hatte letzte Nacht einen Alptraum, ist das ein Hinweis auf einen sexuellen Missbrauch?", ... Die Antworten sind stets dieselben, nämlich, "Du, ich habe auch Symptom X und wurde AUCH (implizite Suggestion) missbraucht", "Ich hatte auch Zweifel, man muss es einfach glauben", "Such dir eine gute Therapeutin, die dir dabei hilft, an deine Erinnerungen zu kommen", usw. Wenn man dann darauf hinweist, dass ein und dasselbe Symptom x verschiedene mögliche Ursachen haben kann, dann wird man angegriffen, mit der Begründung, man spreche einem Missbrauchsopfer seine Erinnerungen ab. Dabei haben die betreffenden Personen überhaupt keine Erinnerungen, sondern stellen nur die Frage, ob es sein kann, dass Symptom X für einen Missbrauch steht.
Im Netz gibt es ein Gesetzt: Man darf anderen Erinnerungen einreden durch so Sätze wie "War bei mir AUCH so, ich hatte auch Zweifel", ... Aber man darf nicht darauf hinweisen, dass es auch andere mögliche Erklärung für ein Symptom gibt. Das gilt dann als "False Memory Theorie", als Infragestellen der Missbrauchserinnerungen anderer. Internetuser sollen beweisen, dass die Erinnerungen anderer Internetuser falsch sind, aber niemand muss bweisen, dass das, was man selber erlebt hat, tatsächlich auch auf den anderen zutrifft ("War bei mir AUCH so").

Zitat

Nein, ich meine gar, für Opfer falscher Erinnerung ist es unerträglich ihren Opferstatus aufzugeben
... vorausgesetzt, sie zweifeln, haben also noch ein Rest Unsicherheit. Denn bei falschen Erinnerungen ist das Problem, dass sie von wahren nicht zu unterscheiden sind.
Wenn Zweifel bestehen, dann muss der Leidensdruck, der aufgrund falscher Erinnerungen besteht, größer werden als der Leidendruck, der entsteht, wenn man den Opferstatus aufgibt. Zu diesem Leidensdruck gehört z.B., sich aus der Abhängigkeit von der Therapeutin lösen, neu gewonnene Freundschaften zu verlieren, wieder bei Null anfangen zu müssen bei der Frage, "warum habe ich Symptom X", ... Das Wesentlich scheint mir jedoch die Beziehung zur Therapeutin zu sein. Die aufgeben zu müssen ist, denke ich, das schwierigste von allem.

Grüße
Jenny
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7

Montag, 25. Februar 2013, 02:05

Abhängigkeit

Die Ablösung von der Therapeutin, dem Therapeuten, ja, das ist herb und kann zu schlimmen Belastungen führen. Dann nämlich, wenn man als Patient in Abhängigkeit gerät. Wenn man nichts mehr selbst entscheiden kann, nichts mehr aus eigenem Willen wagen, nichts mehr für gut und richtig befinden kann, ohne sich therapeutische Rückversicherung zu holen, wenn man ohne diese Rückversicherung nichts mehr zu sein meint.

Häufig habe ich bei Menschen, die sich mir mit ihren Erfahrungen anvertrauten, erlebt, dass sie von ihrer Therpeutin, ihrem Therapeuten finanziell und sexuell ausgebeutet wurden, sich aber nicht befreien konnten, weil sie in eine solche Lebensangst hinein therapiert worden waren, dass sie diese Ausbeutung hinnahmen, um den Therapeuten, die Therapeutin nicht zu verlieren. Selbst dann, wenn sie herausstellte, dass eine Therapeutin, ein Therapeut keine Kassenzulassung (mehr) hatte, klammerten sich die Patienten an diese Person.

Am schlimmsten fand ich in solchen Fällen jene Therapeut/innen, die ihren Patienten suggerierten, "eigene Täteranteile" in sich zu haben. In einem solchen Fall setzte ich mich darüber mit der betreffenden Therapeutin auseinander, da sie der Patientin grausamste Ängste eingeredet hatte, so dass diese einen Suizidversuch unternahm, weil sie befürchtete, sie müsse wegen dieser "Täteranteile" eines Tages womöglich selbst über ein Kind herfallen und es sexuell missbrauchen.
Diese Therapeutin war sich keines Fehlers oder keiner Schuld bewusste. Sie sei selbst Missbrauchsopfer, erklärte sie. Sie wisse aus eigener Erkenntnis, dass jedes Opfer derartige "Täteranteile" habe, die jederzeit durchbrechen und dazu führen könnten, dass sich ein Opfer ganz unbewusst auf den Weg machen und zum Täter werden könne. Dem beuge sie vor.
Obwohl die Patientin so sehr unter dieser Therapeutin litt, die im Übrigen nicht einmal eine Kassenzulassung hatte, brachte sie eine Trennung nicht über sich. Sie hatte Angst, ohne diese Therapie tatsächlich Täterin werden zu müssen. Einzig diese Therapeutin schien ihr die Rettung davor, denn da nur diese derartige Täteranteile erkannt zu haben behauptete, schien auch nur diese sie richtig therapieren und solche Taten verhindern zu können. Das zusätzlich Tragische war, dass das Opfer zu diesem Zeitpunkt eine Ausbildung zur staatlich geprüften Erzieherin machte und nun sogleich abbrach, um die Kinder vor sich selbst zu schützen.

Damit will ich nicht behaupten, jede Therapie sei "schlecht" und alle Therapeut/innen gleich mit. Ich habe diesbezüglich auch viel Hilfreiches erlebt. Aber wo Sonne ist, ist auch Schatten.


8

Montag, 25. Februar 2013, 17:29

Ein wirklich erschütterndes Beispiel, Karin,
ich halte ja sehr viel von dem alten und mittlerweile stark in Verruf gekommenen Spruch: "das Opfer sucht sich neue Täter, bis es ( eben dadurch ) selbst zum Täter wird."
Seit etwa 10 - 15 Jahren habe ich einige Psychologen u.ä. gefragt, ob sie den kennen und die meisten liefen rot an, stritten ab je davon gehört zu haben, taten sehr überrascht.
Dabei war diese Erkenntnis mal recht bekannt, es wurden ganze Spielfilme gedreht, die sich mit den Hintergründen und der Aufarbeitung dazu passender Fallkonstellatonen befassten.

Scheinbar passt er nicht in die heutigen Ansichten der aktuellen "Schulen" von Psychologie und Psychotherapeutik.
Sicher, es ist ein Spruch den man sehr vorsichtig und differenziert betrachten muß, als pauschale Zuweisung ist er vollkommen ungeeignet. Er kann immer nur im Rückschluss auf bekannte Abläufe Sinn machen. Man darf ihn nie für "präventive" Rollenzuweisungen mißbrauchen.
Eben das könnte auch schon das Problem sein, mit dem viele Mode- u. Hobbypsychos nicht zurechtkommen. Sie suchen vorab die Pauschale, sie versuchen sie sogar mit der Brechstange zu realisieren.
Auf die von Dir angeführte Therapeuten passt der Spruch m.E. nahezu perfekt. Die fühlt sich als Opfer und macht ihre Kunden mittels Pauschalzuweisung präventiv zu Tätern, vermutlich um die eigene, dringend notwendige, selbstkritische Reflexion so zu umgehen und die eigene Rolle in andere zu projizieren.
Sie kommt der Kundin mit der unzulässig verkürzten Version des Spruches: "Opfer sind immer auch Täter", einer Abwandlung des lächerlichen Populismus in vielen Rechtsbereichen: "Schuld sind immer beide Seiten".
Wer so an einen Fall herangeht, kann eigentlich nur gefährlichen Unsinn veranstalten. Jegliche sinnvolle Differenzierung und Abwägung/Relativierung von bekannten Fakten und Wahrscheinlichkeit im speziellen Einzelfall, wird dadurch bestenfalls stark überformt, verzerrt, überzeichnet, oftmals sicherlich sogar völlig unmöglich gemacht.
Eine nicht nur bei Therapeuten verbreitete Mode, auch Verfahrensbeistände, JA-MA, Gutachter, Richter u.s.w. arbeiten mit solchen Keulen, um sich bloß keine Arbeit im Sinne ihres originären Auftrags zu machen und trotzdem ihre Ziele zu erreichen, resp. erwünschte Quoten zu erfüllen. Aber damit komme ich langsam von Threadthema ab. Die Grenze, wo es noch um Mißbrauch mit dem Mißbrauch geht, resp. wo dann ein "übliches Geschäftsinteresse" anfängt, dürfte wohl etwa beim Inhalt dieses Videointerviews liegen.
Respekt immer!
Angst nie!

9

Dienstag, 5. März 2013, 09:08

Hier noch so ein Beispiel (danke an Lotosritter fürs Zusenden):

Ist schon fast eine Ironie, wenn Autoren, die über Entführung durch Außerirdische, Reinkarnation usw. berichten und dabei auch noch auf eigene Erfahrungen verweisen, im gleichen Abwasch behaupten, falsche Erinnerungen gäbe es nicht, falsche Erinnerungen seien eine Erfindung der Täter.
*Ironie on* Ist mir neu, dass Täter mit dem Ufo durch die Gegend fliegenund damit ihre Opfer einsammeln und ihre Opfer von Leben zu Leben verfolgen *Ironie off*
Und solche Kombinationen von Ufoentführungen, Reinkarnation, Verfolgung durch die CIA, ... (finde man massig auf dem Markt), ... und der Behautpung, falsche Erinnerungen seien nur eine Erfindung der Täter, ... sollen dazu beitragen, dass sexuellen Missbrauchsopfern nun mehr geglaubt wird???? Mir kommt die Galle hoch.

Regressionstherapie
Reinkarnationstherapie
Emotionale Befreiung durch Rückführung

http://www.christliche-reinkarnation.com…onstherapie.pdf
Auf Seite 114 findet man den Hinweis, dass Erinnerungen nicht falsch sein können, dass falsche Erinnerungen nur eine Erfindung der Täter seien.
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10

Freitag, 22. März 2013, 13:37

Überall dieselbe Argumentation, wie beim Thema "Sexueller Missbrauch", ... ob nun bei Reinkarnation, bei Ufoentführungen, bei Satanismus, bei Mind control Experimente durch die CIA, .... bei all diesen Themen wird in gleicher Weise argumentiert: "Die Erinnerungen (an ein früheres Leben) können verdrängt und vergessen werden, .... alle Erinnerungen sind wahr, ... falsche Erinnerungen gibt es nicht, .... falsche Erinnerungen sind eine Erfindung der Täter, ...." Und eine solche Argumentation soll nun dazu führen, dass die ungläubige Gesellschaft gläubig wird????

Ich begreife nicht, warum sich Menschen, die tatsächlich missbraucht wurden, sowas gefallen lassen, stillschweigend dabei zusehen, wie ihre Glaubwürdigkeit zerstört wird und sich auch noch schützend vor die stellen, die diesen ganzen Quatsch verbreiten.

Zitat

(...)
Unbewußte Erinnerungen aus früheren Leben haben ähnliche Auswirkungen wie verdrängte oder vergessene Erinnerungen aus diesem Leben. Man ist sich zwar nicht bewußt, daß man all diese Dinge erlebt hat, aber sie färben dennoch das eigene denken, fühlen und handeln. Jemand der schreckliche Dinge in früheren Leben erlebt hat, sich aber nicht bewußt daran erinnern kann, reagiert trotzdem ängstlich in Situationen oder auf Gegenstände, die in Erfahrungen vorkommen, in denen er große Angst hatte. (...) Wenn man sich an ein früheres Leben erinnert, ändert sich erst einmal eines: Man versteht, warum man in manchen Situationen Angst hat, in anderen ohne sichtbaren Grund wütend wird und sich in einen Unbekannten auf den ersten Blick verliebt.
(...)
Welche Auswirkungen haben Erinnerungen an frühere Leben auf dieses Leben?
http://www.kersti.de/VA311.HTM
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11

Freitag, 22. März 2013, 14:17

Liebe Karin,

Zitat

Karin schrieb: Die Ablösung von der Therapeutin, dem Therapeuten, ja, das ist herb und kann zu schlimmen Belastungen führen. Dann nämlich, wenn man als Patient in Abhängigkeit gerät. Wenn man nichts mehr selbst entscheiden kann, nichts mehr aus eigenem Willen wagen, nichts mehr für gut und richtig befinden kann, ohne sich therapeutische Rückversicherung zu holen, wenn man ohne diese Rückversicherung nichts mehr zu sein meint.
Die Abhängigkeit vom Therapeuten ist ein ganz wesentlicher Punkt, genauso wie die ständige Rückversicherung bei der Therapeutin. Wer tatsächlich sexuell missbraucht wurde, der muss sich nicht ständig bei seinem Therapeuten oder im Internet bei Gleichgesinnten rückversichern, dass er das wirklich wurde. Die Leute, die an ihren Erinnerungen zweifeln, die tun das Jahrelang. Sie bekommen keine Sicherheit, stellen sich aber andersrum nicht die Frage, ob es denn sein könnte, dass gar kein Missbrauch vorliegt, dass die Diagnose der Therapeutin falsch ist. Die halten am Missbrauch fest und kämpfen gegen den Zweifel an, versuchen diesen zu besiegen.

Neben der Abhängigkeit vom Therapeuten spielen noch zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle, so u.a. der Glaube. Der Glaube daran, dass man Erinnerungen vergessen kann
("Vergessen" nicht im Sinne von "ich wurde missbraucht, aber die Erinnerungen waren so schmerzhaft, so dass ich sie Jahre lang vermieden habe" oder "Ich musste funktionieren und konnte es mir nicht leisten, an den Missbrauch zu denken", sondern "Vergessen" in dem Sinne "ich wusste vor der Therapie gar nicht, dass ich missbraucht wurde, erst als meine Therapeutin mir sagte, dass ich missbraucht wurde, kamen die Erinnerungen")
und der Glaube daran, dass man verdrängte Erinnerungen wiederholen kann.

Zitat

Obwohl die Hypnotherapie längst zum Arsenal eingeführter Therapiemethoden gehört, umgibt sie nach wie vor der Nimbus des Geheimnisvollen. Auch wenn sie nicht mehr mit dem Bühnenzauber der Varietekünstler verwechselt wird, so glauben doch viele Menschen, dass sie unter Hypnose tief verschütteten Erinnerungen auf die Spur kommen können. Dieser Glaube kann die Ergebnisse der Hypnotherapie verfälschen. „Es gibt die kulturelle Erwartung, dass Hypnose dazu verhilft, sich genauer an sehr frühe Ereignisse erinnern zu können. Diese Erwartung aber ist falsch“, erklärt Joseph Green, Professor für Psychologie an der Ohio State University. Seinen Forschungsarbeiten zufolge produzieren Menschen unter Hypnose verstärkt falsche Erinnerungen – selbst dann, wenn sie vorher über diese Möglichkeit aufgeklärt worden waren.
(...)
Menschen erwarten, dass sie unter Hypnose der eigenen Wahrheit auf die Spur kommen können, und wollen sich diesen Glauben auch nicht nehmen lassen, meint der Psychologe, der dies in einer weiteren Studie nachweisen konnte. Von den 160 Teilnehmern bekam eine Gruppe die Aneisung: „Auch wenn Sie noch keine Erfahrung mit Hypnose gemacht haben – sie können sich selbst hypnotisieren. Schließen sie nun die Augen. In der Hypnose können sie sich an sehr frühe Ereignisse in Ihrem Leben erinnern.“ Mit den anderen Teilnehmern wurden Entspannungs- oder Konzentrationsübungen durchgeführt. Auch sie sollten sich an frühe Ereignisse in ihrem Leben erinnern.
Die Ergebnisse waren deutlich: 40 Prozent der Teilnehmer aus der Selbsthypnosegruppe erinnerten sich an ein Ereignis aus der Zeit vor ihrem ersten Geburtstag. Ähnlich frühe Erinnerungen hatten in der Entspannungsgruppe nur 22 Prozent und in der Konzentrationsgruppe nur 13 Prozent. Da die Mehrzahl der Gedächtnisforscher davon ausgeht, dass Erinnerungen an die Zeit vor dem dritten oder vierten Lebensjahr kaum möglich sind, hält es Joseph Green für „ziemlich unwahrscheinlich“, dass diese frühen Erinnerungen den Tatsachen entsprechen. Das Faktum, dass sich so viele Personen der Selbsthypnosegruppe nicht nur an so frühe, sondern auch an extreme Kindheitserlebnisse erinnern konnten, führt er auf den starken Glauben an die Hypnose zurück. „Die Erwartung, dass unter Hypnose frühe Erinnerungen auftauchen, beeinflusst das Gedächtnis und führt zu falschen Erinnerungen.“
Hypnose: Der Glaube daran beeinflusst die Erinnerung
Quelle: Psychologie Heute Juli 1998, Seite 14

Zitat

(...)
Bei den „Reinkarnationstherapien“ werden tatsächlich direkte suggestive Anleitungen zur Rückführung in frühere Leben gegeben; es handelt sich bei den westlichen Reinkarnationserfahrungen also nie um spontane, sondern um künstlich herbeigeführte Erlebnisse. Selbst wo eine direkte Lenkung dieser Art fehlt, ist der reinkarnative Ansatz schon eine ausreichende Suggestion. Dies zeigt sich besonders darin, dass scheinbar spontane, also nicht therapeutisch induzierte „Reinkarnationserfahrungen“ bis auf wenige Ausnahmen nur in solchen Kulturen auftreten, in denen von vornherein an Reinkarnation geglaubt wird!
(...)
(leider nicht mehr online)
Reinkarnationsglaube und Reinkarnationstherapie: Eine transpersonale Fiktion
MICHAEL SCHRÖTER-KUNHARDT
http://www.evbg.ch/fileadmin/downloads/f…ad_reinkarn.pdf

Aus Kulturen, in denen man nicht an Verdrängte Erinnerungen, an Reinkarnation, Hypnose, ... glaubt, werden auch keine falschen Erinnerungen berichtet, weil es dort keine Therapeuten gibt, die an diese Theorien glauben und diesen Glauben an ihre Klienten weitergeben. Das Gleiche gilt für Satanismus und die Multiple Persönlichkeitsstörung. Warum treten diese nur in Ländern auf, in denen man daran glaubt?

Zitat

”Auffällig ist, dass die Diagnose MPS geographisch sehr ungleich verteilt ist. Während Therapeuten sie in den USA oder Kanada häufig stellen, ist sie in anderen Ländern so gut wie unbekannt. “In Russland wurde bislang noch kein Multipler gesichtet”, amüsiert sich Merckelbach.
Erfundene Existenz
Focus Nr. 12 / 17.03.2003

Zitat

Karin schrieb: Am schlimmsten fand ich in solchen Fällen jene Therapeut/innen, die ihren Patienten suggerierten, "eigene Täteranteile" in sich zu haben.
Diesen satz kenne ich auch nur allzugut aus meiner eigenen Therapie.
Solche Sätze dienen dazu, den Klienten in der Psychotherapie zu halten und ihn von sich abhängig zu machen. Denn welcher klient will schon mit Täteranteilen in sich rumlaufen und sich wie eine tickende Zeitbombe fühlen, die jederzeit über ein Kind herfallen könnte? Also bleibt man lieber in der "sicheren Therapie", die diese Anteil wegtherapieren kann.

Viele Grüße
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
induzierte falsche Erinnerungen, erfundener Missbrauch,
Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen
Persönlichkeitsstörung (Link manuell eingeben; Serverproblem) : http://www.induzierte-erinnerungen.de