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Lotosritter

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1

Dienstag, 21. August 2012, 03:16

Die Therapeutenhürde

Sexueller Missbrauch ist in der öffentlichen Auseinandersetzung stets auch ein politisches Thema. Derzeit wird es zum Beispiel von der NPD vermehrt gepflegt, die vor allem auf pädophile Sexualstraftäter abhebt. Vor drei Jahrzehnten war es ein feministisches Thema, weshalb der sexuelle Missbrauch von Jungen nicht thematisiert wurde. In der Zeit davor war sexueller Missbrauch von Kindern gar kein Thema, vielmehr ging es verschiedenen Gruppierungen wie etwa der Indianerkommune um die Legalisierung sexueller Aktivitäten Pädophiler.

Zuletzt war das pädophile Verhalten einiger katholischer Geistlicher Thema. Auch diese Fokussierung hatte einen politischen Hintergrund. Vor diesem Hintergrund entstanden dann auch spezielle ellenlange Einträge bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Sexueller_M…olischen_Kirche , die auf mich eher denunzierend als informierend wirken.

Auch das Thema „ritueller Missbrauch“ besitzt einen sozialpolitischen Hintergrund. Nicht umsonst sind bei diesem Thema die beiden großen Kirchen aktive Unterstützer der Propagandisten dieser Annahme. Überhaupt ist das Thema Kindesmissbrauch derzeit ein dankbares Thema für eine dahingehend affine therapeutische Szene. So wird zum Beispiel die Seite „Rituelle Gewalt“ bei Wikipedia u. a. von Mondrian von Lüttichau betreut. Lüttichau bekennt sich dazu, als junger Mann selbst pädophile Neigungen ausgelebt zu haben (http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artik…010/04/22/a0003). Er arbeitet heute als Traumatherapeut mit Opfern sexueller Gewalt (http://www.dissoziation-und-trauma.de) und hat von daher ein genuines Interesse an der scheinbaren Verifizierung ritueller Gewalt und multipler Persönlichkeiten.

Die Therapie von Opfern pädophiler sexueller Gewalt ist im Kontext politischer Interessen, die zum Teil auch die materiellen Interessen der Therapeuten sind, schwierig und womöglich gefährlich. Denn es gibt eine beachtliche Zahl von Therapeuten, die sich als Traumatologen gebärden, jedoch in ihrer Praxis Patienten falsche Erinnerungen induzieren und ihre natürlichen Persönlichkeitsanteile zu multiplen Persönlichkeiten erhöhen.

Mir selbst waren die Erinnerungen an meinen Missbrauch vom etwa dritten Lebensjahr an stets präsent. Es sind Erinnerungen an den sadistischen Missbrauch durch den Vater und den sexuellen Missbrauch durch die Mutter. Ich hatte die Erinnerungen über viele Jahre emotional verdrängt. Es waren für mich Lebensdaten, die geschehen sind. Ich konnte sie regungslos benennen. 2001 nahm ich erstmals eine Therapie auf. Der Therapeut war unfähig und indolent. Ich konsultierte ihn dennoch in Abständen über zehn Jahre. Grund war, dass mir seine Unfähigkeit zupass kam, da ich mein Trauma noch nicht angehen, sondern weiter fliehen wollte. Erst der Ausbruch einer chronischen PTBS mit anhaltenden somatischen Beeinträchtigungen veranlasste mich, nach einem qualifizierten Traumatherapeuten zu suchen. Bei meiner Suche half mir Tauwetter aus Berlin, das Männerzentrum München und die Beratungsstelle der Krankenkasse. Die Liste erfahrener Therapeuten war kurz, dementsprechend überschaubar war die Anzahl gesprächsbereiter Therapeuten.

Das, so denke ich, ist die größte Hürde bei der Bewältigung eines Traumas überhaupt: den richtigen qualifizierten Therapeuten zu finden. Allerdings habe ich, angesichts des politischen und psychotherapeutischen Missbrauchs des Missbrauchs, selbst keine Idee, wie man diese Hürde absenken könnte. – Jedenfalls ist meine Einstellung heute: besser keine Therapie als eine falsche Therapie! denn ich hätte wahrscheinlich zehn Jahre früher mein Leiden angehen und manche somatischen Auswüchse unterbinden können, wenn ich bereits damals auf einen erfahrenen Therapeuten getroffen wäre.

Gute Nacht
Lotosritter

2

Dienstag, 21. August 2012, 06:08

Hallo Lotosritter,

Zitat

den richtigen qualifizierten Therapeuten zu finden.
Der beste Therapeut nutzt nichts, wenn andere Therapeuten alles zunichte machen und es sexuellen Missbrauchsopfer noch schwerer machen, als sie es ohnehin schon haben, indem sie diesen Missbrauch mit dem Missbrauch betreiben.
In den 90er Jahren habe ich mich (5 Wochen) in die Klinik begeben werden Mobbing am Arbeitsplatz, emotinale und körperliche Misshandlung durch meine Mutter und psychosomatische Beschwerden. Raus aus dieser Klinik kam ich mit der Diagnose Multiple Persönlichkeitsstörung (die nach 1 Woche gestellt wurde) und der Vermutung, von meinem Vater sexuell missbraucht worden zu sein. Erinnerungen an den postulierten Missbrauch hatte ich keine. Aber das sei ja normal, erklärte man mir, einen Missbrauch vergisst man schließlich, und erst recht als Multiple. Ich sei multipel, also MUSS ich in der Kindheit missbraucht worden sei, lautete die "Argumentation".

Zur Behandlung "meiner" Multiplen Persönlichkeitsstörung schickte man mich sodann in stationäre Langzeittherapie, wo ich ein Jahr blieb. In dieser Klinik konnte die Diagnose Multiplen Persönlichkeitsstörung (wie auch in den Therapie danach) nicht bestätigt werden. Sie erwies sich als Fehldiagnose.
Nun ist es aber so, dass ich im Jugendalter (wohlbemerkt Jugendalter, nicht Kindheit) tatsächlich sexuelle Übergriffe erdulden musste. Diese wahren Erinnerungen wurden mir in der Langzeittherapie jedoch nicht geglaubt, weil ich diese Klinik als Klientin betreten hatte, die in der Vortherapie die Fehldiagnose Multiplen Persönlichkeitsstörung bekommen hatte. In diesem ganzen Jahr Therapie konnte ich den Missbrauch im Jugendalter nicht bearbeiten, weil man mir diesen glaubte.
So zerstören Therapeuten mit ihrem Multiplen-und Missbrauchs-Wahn die Glaubwürdigkeit der Opfer und machen es ihnen noch schwerer als sie es ohnehin schon haben.

Wie geht es dir heute? Hat die deine Therapie helfen können?

Viele Grüße
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
induzierte falsche Erinnerungen, erfundener Missbrauch,
Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen
Persönlichkeitsstörung (Link manuell eingeben; Serverproblem) : http://www.induzierte-erinnerungen.de

3

Dienstag, 21. August 2012, 19:46

Randbemerkungen

Zwei Superbeiträge, die sich m.E. astrein ergänzen. Von polithistorischen Zusammenhängen über wirtschaftliche Aspekte in die Einzelfallbeispiele.
Noch dazu sehr kompakt, ohne in den Bezügen zu hakeln.

Ein paar "Randbemerkungen dazu:

Zitat

"vielmehr ging es verschiedenen Gruppierungen wie etwa der Indianerkommune um die Legalisierung sexueller Aktivitäten Pädophiler."

Ich vermute mal, daß es sich um eine recht spezielle Gemeinschaft gehandelt haben muß, die nicht repräsentativ für "die Indianer" in D. gesehen werden kann.
Ich habe von derartigen nie etwas gehört ( was kaum verwunderlich ist ).
Aber ich habe einige Mitglieder verschiedener "Indianercamps u. -gemeinschaften kennengelernt ( Schwitzhüttenbewegung, Stadtindianer u.ä. ) und es wäre mir sicherlich irgendwann aufgefallen, wenn dort derartiges auch nur angedacht gewesen wäre, zumal ich auch deren Kinder kennengelernt habe und an ihnen nichts auffälliges ( und wenn dann eher positiv ) bemerkt habe.

Zitat

"Das, so denke ich, ist die größte Hürde bei der Bewältigung eines Traumas überhaupt: den richtigen qualifizierten Therapeuten zu finden."

Das kann m.E. gar nicht laut genug als Kernaussage immer wieder wiederholt werden!

Zitat

"So zerstören Therapeuten mit ihrem Multiplen-und Missbrauchs-Wahn die Glaubwürdigkeit der Opfer und machen es ihnen noch schwerer als sie es ohnehin schon haben. "

Das nenne ich massives, z.T. staatlich u./o. politisch gefördertes, Geschäftsinteresse.

Ich habe den Eindruck, daß dieser Thread zu einem ggf. gern propagierten Link von mir werden könnte ( eigentlich ist er es jetzt schon )

Gruß.............Fiete
Respekt immer!
Angst nie!

Lotosritter

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4

Mittwoch, 22. August 2012, 03:02

Liebe Jenny-Doe,

ein Jahr in Behandlung und als Pseudologin denunziert zu werden, nur weil man durch eine Fehldiagnose schwer geschädigt eine stationäre Therapie aufnimmt, muss fortwährendes Grauen gewesen sein. Vor allem die bleibende Verunsicherung aus solcher Erfahrung stelle ich mir als ein großes Hindernis vor, überhaupt noch einmal ein Vertrauensverhältnis zu einem Therapeuten aufzubauen.

Auch ich war sehr misstrauisch während meiner Suche nach einem Therapeuten. Letztlich wählte ich die Therapeutin, die mir meine Frage, warum sie Psychologin geworden sei, am glaubhaftesten beantwortete. Die von mir im Vorfeld konsultierten Therapeuten prüfte ich zudem danach, ob sie Supervision nahmen und wie ihre Einstellung zu multiplen Persönlichkeiten war; schließlich wollte ich ja nicht vom Regen in die Traufe kommen. Zu dieser Vorsicht verhalf mir übrigens auch Dein Forum, das ich für ein wertvolles Archiv der Aufklärung zu diesem Thema halte. (Mein Dank für Deine fortgesetzte Arbeit daran.)

Ich nahm meine derzeitige Therapie Anfang Oktober letzten Jahres auf. Ich fühle mich verstanden und vertraue der Therapeutin. Wir gehen behutsam voran, demnächst steht der Einstieg in die Traumexposition an, wovor ich mich streckenweise ängstige. Mit Beginn der Therapie ging es mir zunächst recht viel schlechter, da Themen umkreist wurden, die ich jahrzehntelang beschwiegen und gemieden hatte. Inzwischen, denke ich, habe ich den Tiefpunkt erreicht, jedenfalls fühle ich mich derzeit stabilisiert. Zudem bin ich mittlerweile in der Lage, das sprachloses Entsetzen zu überwinden und Momente des Missbrauchs verbal zu skizzieren.

Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit meiner Therapeutin großes Glück habe. Ich kenne andere Betroffene, die von ihren Therapeuten eher gewartet anstatt therapiert werden, sprich sie werden immer wieder auf das Geleis gesetzt, obwohl sie in regelmäßigen Abständen wieder entgleisen. Ich weiß allerdings aus eigener schlechter Erfahrung auch, dass ich als Patient fordernd sein muss, damit kein korrumpierender Stillstand eintritt. Selbstverständlich ist meine eigene Resilienzkraft gefragt, damit mich der Therapeut auf meinem Weg der Genesung begleiten und unterstützen kann. Aus diesem Grund diszipliniere ich mich auch, um meine extreme Manipulationsfähigkeit zu deckeln; folgerichtig spreche ich eventuelles manipulatives Verhalten von mir auch sofort an, um es zu unterbinden.

Ich weiß auch, dass man in einem städtischen Umfeld eher Aussicht auf einen akzeptablen Therapieplatz hat, als auf dem Lande. Ebenso können Klinikaufenthalte problematisch sein, da sich das Triggerpotential im Umgang mit anderen Patienten verstärken kann. - Eigentlich müsste es eine Checkliste für Patienten geben, anhand derer man seinen künftigen Therapeuten prüfen kann. Denn so hilfreich die probatorischen Stunden sind, sie wären noch besser genützt, wenn man hierbei auch weiß, wohingehend man seinen künftigen Therapeuten befragen, einschätzen und sich mit ihm verabreden sollte.

Lieber Fiete,

die Indianerkommune (Heidelberg und später Nürnberg) war in den 70er und 80er Jahren eine pädophile Gruppierung, die offen für straffreien Sex mit Kindern eintrat. Sie hat nichts mit dem Schamanismus oder dem esoterischen Indianerbild zu tun. Die Indianerkommune war anfänglich oft geduldeter Gast auf Parteitagen der Grünen.

Gute Nacht
Lotosritter

5

Mittwoch, 22. August 2012, 06:48

Hallo Lotosritter,

Zitat

Wir gehen behutsam voran, demnächst steht der Einstieg in die Traumexposition an, wovor ich mich streckenweise ängstige.
Ich habe auch gerade eine solche Traumaexposition hinter mir. Allerdings nicht wegen der Missbrauchserfahrung, sondern wegen meiner Therapieerfahrung. Die Induzierung der Multiplen Persönlichkeit sowie falscher sexueller und ritueller Missbrauchserinnerungen hatte bei mir eine PTBS zur Folge zur Folge gehabt. Ständig drängten sich mir die Erinnerungen an diese Therapie auf. Es war furchtbar, das alles jeden und jeden Tag wiedererleben zu müssen. U.a. deshalb hatte ich das Forum geschlossen. Ich hielt die Konfrontation mit meinen Therapieerfahrungen nicht mehr aus. Ich war nur noch auf Vermeidung aus, zog sogar in eine andere Stadt, ließ Freunde und meine Liebe hinter mir, nur um nicht mehr ständig an die Therapie erinnert zu werden. Half aber nichts, die Erinnerungen drängten sich dennoch ständig auf.
Ich hatte dann noch mal eine Therapie gemacht, eine Traumatherapie, in der ich mit meinen Therapieerfahrungen konfrontiert wurde.
Hab keine Angst, Lotosritter. Es ist zwar erst mal nicht schön, hinsehen zu müssen, aber langfristig hilft es.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Konfrontation. Das, was du über deine Thera schreibst, klingt gut, finde ich. Schön, dass du sie gefunden hast und sie dir hilft.

Zitat

ein Jahr in Behandlung und als Pseudologin denunziert zu werden, nur
weil man durch eine Fehldiagnose schwer geschädigt eine stationäre
Therapie aufnimmt
Das war schon krass. Zumal mir diese Therapeutin die Frage stellte, ob ich diesen Mann sexuell begehren würde und Sex mit ihm haben wollte (das fragte sie mich, obwohl ich lesbisch bin).
Aber weißt du, es waren solche Erfahrungen, die mir letztendlich geholfen haben, dem Feminismus und seiner "Jeder Mann ein Täter" Ideologie den Rücken zuzukehren und diese ganze Vernetzung von Ideologie, Multiple Persönlichkeitsstörung usw. zu durchschauen. Denn während mir eine weibliche Therapeutin nicht glaubte und mir unterstellte, ich hätte mir einen Missbrauch gewünscht, war es ein männlicher Therapeut, der mir geglaubt hat, und der mir geholfen hat.

Zitat

Die von mir im Vorfeld konsultierten Therapeuten prüfte ich zudem
danach, ob sie Supervision nahmen und wie ihre Einstellung zu multiplen
Persönlichkeiten war
Ich finde es schön, dich hier gefunden zu haben. Es gibt nur wenige Missbrauchsopfer, die begreifen, dass Therapeuten, die ihren Klienten falsche sexuelle und rituelle Missbrauchserinnerungen und die Multiple Persönlichkeitsstörung induzieren, Missbrauchsopfern schaden. Normalerweise ist es so, dass Missbrauchsopfern und Multiplen die Klienten (Opfer) angreifen, während die Therapeuten, die den Missbrauch mit dem Missbrauch betreiben, in den Himmel gelobt werden.

Viele Grüße
Jenny
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Lotosritter

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6

Dienstag, 28. August 2012, 00:12

Zitat

Normalerweise ist es so, dass Missbrauchsopfern und Multiplen die Klienten (Opfer) angreifen, während die Therapeuten, die den Missbrauch mit dem Missbrauch betreiben, in den Himmel gelobt werden.





Liebe Jenny,

ich hatte mich schon Mitte der 80er Jahren mit dem Thema „multiple Persönlichkeit“ befasst. Die Beschäftigung mit der Problematik brachte mich damals in eine ziemliche Krise, aus der ich mich nur dank kalter Logik herauswinden konnte. Jedenfalls war ich aufgrund meiner Geschichte höchst anfällig für das Szenario; wusste aber zugleich, dass wenn ich dieses Modell für mich als Option zulassen würde, in einen Strudel geriete, in dem ich mich tatsächlich verlöre. Damals erkannte ich meine Fragmentierung und mein fragiles Selbst erstmals sehr deutlich. Die Verführung meine Zersplitterung zu personalisieren war deshalb sehr groß. Gottlob widerstand ich, und behielt somit die Orientierung in mir.

Aus dieser Erfahrung und auch aus der Beobachtung heraus, wie leichtfertig mit der Zuordnung der Diagnose DIS umgegangen und welcher psychische Schaden damit angerichtet wurde, war die Haltung meines Therapeuten dazu entscheidend für meine Einschätzung seiner Kompetenz. Ich halte multiple Persönlichkeiten für eine diagnostische Fehlleistung, insbesondere die wahnhafte Personalisierung von Persönlichkeitsanteilen durch Therapeuten empfinde ich als seelische Verkrüppelung und therapeutischen Missbrauch. Hier zeigen sich Psychiatrie und klinische Psychologie als fabulierende und unwissenschaftliche Disziplinen; was sie ja zu einem gewissen Teil auch heute noch sind. Jedenfalls hätte ich mit keinem Therapeuten zusammenarbeiten wollen, der dieses Modell für erwägenswert hält. Mir genügt der Schrecken meiner PTBS, da brauche ich nicht noch eine Schwurbeldiagnose, die meine komplexen Störungen unauflösbar verdrillt. – Jedenfalls kann man in den betreffenden Foren sehr gut beobachten, wie mit dieser diagnostischen Feststellung Menschen in ihrer Selbstwahrnehmung schwer deformiert werden.

Gute Nacht
Lotosritter

Lotosritter

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7

Montag, 18. März 2013, 22:46

Indianerkommune

Hier noch ein Filmschnippsel , das ich soeben bei youtube gefunden habe. Es zeigt Mitglieder der Indianerkommune beim Verlesen einer Resolution auf einem Parteitag der Grünen. Wann das war, weiß ich allerdings nicht.

8

Dienstag, 19. März 2013, 01:47

Einige der Gedankengänge, die hinter dem Antrag stehen könnten, finde ich gar nicht so dumm. Theoretisch. In der Praxis aber unmöglich umsetzbar, als gesetzliche Normen schon gar nicht. Am ehesten wird es am Grenzfall mit der Schulpflicht klar. Da hakt es bis heute sehr heftig, wie z.B. Homeschoolers immer wieder schmerzlich erfahren müssen.
Und in Punkto Sexualität ist mir ein Fall bekannt, wo es ebenfalls sehr schlimm läuft. Nach der z.Zt. herrschenden Norm ein geschlechtsspezifischer Grenzfall. Eine Mutter würde weder belangt, noch überhaupt irgendwie nennenswert beraten werden, der Vater sitzt viele Monate im Knast. Jetzt geht das JA mit reichlich Hilfstruppen zum Angriff über und versucht drei Kinder total zu enteltern, obwohl es aus fachlicher Sicht keinerlei Probleme gibt.
Meiner Meinung nach besteht zwischen dem Aufbau der Gesetze und den Strukturen der Rechtsprechung eine Kluft, die solche Problemstellungen forciert.
Es wird dadurch nicht der Common Sense gefördert, sondern oftmals reine Willkür.
Respekt immer!
Angst nie!

9

Freitag, 22. März 2013, 15:39

Hallo Lotosritter,

Zitat

Ich halte multiple Persönlichkeiten für eine diagnostische Fehlleistung, insbesondere die wahnhafte Personalisierung von Persönlichkeitsanteilen durch Therapeuten empfinde ich als seelische Verkrüppelung und therapeutischen Missbrauch.
Das empfinde auch ich als das Schlimmste an der Diagnose MPS.
Dass es Menschen gibt, die das Gefühl haben, dass nicht sie den Missbrauch erlebt haben, sondern eine andere Person, daran habe ich keine Zweifel.
Aber was daraus in der Therapie gemacht wird, ist einfach nur schrecklich. Die Dissoziation wird durch diese wahnhafte Personalisierung gefördet, verstärkt und aufrechterhalten. Das Schlimme daran ist, dass sich die DIS-Therapeuten dem wohl bewusst sind und betonen, dass sie erst einmal die Dissoziation fördern müssen, damit sie anschließend etwas zum Integrieren haben.

Eine Fehldiagnose MPS würde bei Weiterem nicht einen solch schweren Schaden anrichten, wenn Therapeuten ihre Klienten so behandeln würden, wie sie sind, nämlich eine einzige Person, die Anteile von sich abgespalten hat. Aber die gängige DIS-Therapie zielt ja nahezu auf eine Zerhackung der Idenität des Klienten ab.
Bei so einer "Therapiemethode", bei der der Klient regelrecht zur Dissoziation aufgefordert und ermuntert wird (Z.B. "Suchen sie mal ihre Persönlichkeiten", "sie können jetzt gehen, ich möchte jetzt gerne mit Persönlichkeit X reden", "schreiben sie ihren Persönlichkeiten doch mal", "Sie gucken so traurig, suchen sie doch mal die Persönlichkeit, die traurig ist", usw. usw), ... da stellen Therapeuten tatsächlich noch in Frage, dass man eine DIS induzieren kann???

Sei froh, dass du nicht in dieses Seelenfangnetz reingeraten bist. Was da abgeht ist der blanke Horror für den Klienten. Aber DIS-Therapeuten sind ja auch noch stolz auf das, was sie tun. Sie sind ja die einzigen Gläubigen in dieser Welt (Es fällt mir echt schwer, meine Wut und meine Verachtung in Zaun zu halten). Deshalb lieber ...

Viele Grüße
Jenny
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