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Sonntag, 1. Juli 2012, 14:35

Film am 9.7.2012: Mama, hör auf damit

Mama, hör auf damit
(WDR) Sendung mit Untertiteln Stereo Kultur/Gesellschaft
Montag, den 9. Juli 2012, 22:45 - 23:30
http://www.wdr.de/programmvorschau/objec…dcastId=4017841

Zitat

Noch immer muss Andrea weinen, wenn sie daran denkt, wie die eigene Mutter sich an ihr, der damals Vierjährigen, in der Badewanne und im elterlichen Bett verging. Die einsame Mutter benutzte ihre Tochter zur Befriedigung sexueller Wünsche. Erst in der Pubertät, als Andrea sich gegen die Übergriffe der Mutter zur Wehr setzte, endete der Missbrauch. Auch Axel, heute 49 Jahre alt, wurde als Kind von seiner Mutter jahrelang sexuell missbraucht. Als er sich seinem Vater anvertraute, schlug der ihn halbtot - denn in seinen Augen hatte Axel die Mutter verführt. Damals war Axel acht Jahre alt. Erst als es im Dorf Gerüchte gab und die Polizei Ermittlungen aufnahm, hörte die Mutter auf. Wie Andrea hat auch Axel das Trauma jahrzehntelang verdrängt. Bis die schmerzhafte Erinnerung mit aller Wucht zurückkam.
Sexueller Missbrauch von Frauen an Kindern ist immer noch ein absolutes Tabuthema, schließlich widerspricht er allen gängigen Klischees. Nach diesen kommen Frauen vor allem als Opfer sexueller Gewalt in Frage, aber kaum als Täter. Dabei schätzen Experten, dass 15 bis 20 Prozent aller Fälle sexuellen Missbrauchs auf das Konto von Frauen gehen. Meist sind es die Mütter, die sich an ihren Kindern vergehen. Zu Anzeigen oder gar Verurteilungen kommt es trotzdem fast nie. Oft ist die Scham der Opfer zu groß, aber auch bei Polizei und Justiz ist die Ansicht nach wie vor weit verbreitet, dass Frauen zu solchen Taten gar nicht in der Lage sind. Und: Nicht immer ist auf den ersten Blick zu erkennen, wo liebevolle Fürsorglichkeit endet und sexueller Missbrauch beginnt.
(...)
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2

Mittwoch, 11. Juli 2012, 06:18

Film "Mama, hör auf damit" auf Youtube:


http://www.youtube.com/watch?v=Yr3_poVZBJE
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Lotosritter

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3

Samstag, 14. Juli 2012, 16:25

Danke, Jenny Doe, für den Link. Habe den Film soeben auf youtube angesehen. Ein schlechter Film. Eher ein unpassend bebildertes Feature. Ein Film, wie ich bereits vermutet habe, als Stephanie Linke vor zwei Jahren durch einschlägige Internet-Foren zog und anonym – das heißt ihre Identität verbergend - Betroffene für ihr Projekt anwerben wollte. Schon damals schrieb ich in einem mittlerweile nicht mehr existierenden Forum für von Missbrauch durch Frauen Betroffene:

„Und was kann ein solcher Film für unser Anliegen erreichen? Ich sage so gut wie nichts! So ein Film spult heute nach maximal 43 Minuten ab. Wie kann man ein so brisantes und verdrängtes Thema in dieser Zeit filmisch aufbereiten? Eher ginge es noch als Radiofeature, da hat man für so ein Stück 55 Minuten; und in eine reine Wortdokumentation lassen sich viel mehr Information packen, als wenn das ganze Thema von laufenden Bildern zugesoßt wird.“

Entsprechend ist der Film aufgebaut, er folgt den bekannten Stereotypen solcher Dokumentationen. Die Geschichte, erträglich verpackt, dann simpel psychologisierende Ursachenforschung für das Täterverhalten. Als wenn es hierzu nicht längst fundierte Untersuchungen gäbe, die von der stupiden Formel Opfer=Täter abweichen (siehe z.B. hier http://www.ueber-lebt.de/hauptseite.phtm…erinnen-muetter ) Einziger Lichtblick, die kurzen Sequenzen in denen die Spätfolgen geschildert wurden.

Ein Problem für mich ist auch der Bericht der Frau, dem ich aufgrund verschiedener Unstimmigkeiten misstraue. So spricht sie einerseits darüber, wie sie mit 15 Jahren die Übergriffe abwehrte, andererseits will sie sich erst viel später bei der Geburt ihres Kindes überhaupt erst wieder an den ein Jahrzehnt währenden Missbrauch erinnern.

Fazit: Es genügt eben nicht, mal schnell für seine Karriere ein Tabuthema wie missbrauchende Mütter und Frauen zu behandeln. Da bleibt dann nur „gut, dass wir mal darüber geredet haben“. In diesem Sinne schloss ich damals meinen Beitrag:

„Ich meine, will man langfristig was erreichen, muss man nicht die Öffentlichkeit mit 43-Minuten Filmen suchen, sondern Therapeuten und Politiker ansprechen. Als ich vor 11 Jahren zum Beispiel einen Therapeuten für meinen Fall suchte, musste ein Psychotherapeut über ein Jahr unter seinen Kollegen herumfragen, um jemanden zu finden, der es sich zutraute, mit mir zu arbeiten. Solange es also keine funktionalen Strukturen gibt, die dieses Thema ernst nehmen, wird es in der Öffentlichkeit nur ein kurzes Schaudern geben, wie meinetwegen nach der Aufdeckung der Kindermorde auf Jersey im Jahr 2008. Wer kann sich daran heute noch erinnern?“

Gruß Lotosritter

4

Freitag, 20. Juli 2012, 03:46

Sinn der Öffentlichkeitsarbeit

Ich gehöre mit zu den ersten Autorinnen, die über Vergewaltigung und sexuellen Kindesmissbrauch recherchierte, mit Opfern wie Tätern sprach und darüber Bücher veröffentlichte sowie Reportagen darüber drehte. Von daher blicke ich auf viele Jahre Erfahrung zurück, was die Wirkung solcher Publikationen betrifft. Mein Fazit ist, dass sie wichtig sind.
Wichtig für die Person, die sich mit der Arbeit an einem Buch eine Art Selbsttherapie schenkt, aus der sie befreiter und gestärkter hervorgeht.
Wichtig für Lesende, die sich in einem Tatsachenroman wiedererkennen und durch den Leseprozess zu Denkanstößen gelangen, die Verständnisprozesse anregen können.
Nicht zu vergessen, dass ein Buch, mit dem man sich identifiziert, eine ungemein wirksame Hilfe sein kann, andere auf das Erlebte aufmerksam zu machen und einen Gesprächseinstieg zu finden, um den man ansonsten meist sehr lange vergeblich ringt.
Wichtig aber nicht zuletzt für diejenigen, die nicht zu denen gehören, die aus leidvoller Erfahrung wissen, was es bedeutet, sexuell missbraucht oder als Erwachsene vergewaltigt zu werden oder geworden zu sein.
Empathie entsteht aus der Fähigkeit, Leid mitfühlend wahrnehmen zu können. Das gelingt aber nur, wenn man in sich ein Echo dieses Leidens vernimmt, weil man es verstehen, sich vorstellen kann. Sexuellen Kindesmissbrauch und/oder Vergewaltigung kann man sich nicht so vorstellen, wie es wirklich ist, auch wenn man darüber nachdenkt, denn es fehlen dazu alle realen Eindrücke und Bilder. Mitreißende, aber nicht reißerische Tatsachenromane, sauber recherchierte und gekonnt formulierte Sachbücher und seriöse, nicht oberflächlich abgedrehte Filme tragen die Eindrücke und Bilder ins Herz, die man braucht, um wenigstens näherungsweise verstehen zu können, was ein Kind erleidet, das sexuell ausgebeutet wird, oder was eine erwachsene Person durchmacht, der Gewalt angtetan wird bzw. wurde.

Erst wenn Außenstehende für dieses Leid so weit sensibilisiert sind, dass sie es in Kopf und Herz verstehen, wird man erreichen, dass sexueller Kindesmissbrauch zum öffentlichen Interesse, dass die strenge Bestrafung ein allgemein dringendes Bedürfnis, dass die Aufmerksamkeit für Opferbekenntnisse ernsthafter werden u.dgl. mehr. Erst dann, wenn der Protest öffentliche Angelegenheit wird, wenn jeder darüber spricht und jeder die Begrifflichkeiten mit eigenen empathischen Bilder füllen kann, erst dann entsteht der Druck, der Politiker zum Handeln zwingt und Gesetze entstehen lässt.

Für das einzelne Opfer besteht (meistens) Therapiebedarf. Bei der Suche danach, haben Therapiesuchende mir vielmals berichtet, dass sie Monate lang suchen mussten oder keinen Therapeuten fanden, der sich an ihren Fall heranwagte. Dies war vor allem dann so, wenn die Opfer satanistischem und ritualem Kindesmissbrauch ausgesetzt waren.
Die Ablehnung einer Therapie basierte jedoch in den wenigsten mir bekannten Fällen auf Desinteresse des Therapeuten oder auf etwa grundsätzlich mutterzentrierten Ausrichtungen. Fast immer fühlten sich die betreffenden Psychologen/Psychotherapeuten mit dem Grauen des Geschilderten überfordert oder wandten so "seltsame" Methoden an, dass die Hilfe Suchenden damit nicht klar kamen. Es kam sogar vor, dass die Helfer sich in der Therapiestunde so sehr sexuell erregten, dass sie sich an den Hilfe Suchenden vergriffen und vergingen und dies damit zu erklären suchten, dass sie den schlechten Erfahrungen eine gute hätten überstülpen wollen.

Das alles hat aber nichts mit öffentlichem Desinteresse zu tun, sondern mit dem Versagen Einzelner oder auch vieler Einzelner und der Tatsache, dass Missbrauchsopfer Seelenschäden erlitten haben, die sie leicht zu Folge-Opfern werden lassen. Das ist wichtig zu wissen. Und manches Wissen eignet man sich am liebsten an, indem man liest, Filme betrachtet und sich nicht verbissen paukend bildet, sondern Bildung als Nebenerfolg der Unterhaltung verinnerlicht.



5

Freitag, 20. Juli 2012, 07:58

Hallo Lotosritter

Zitat

Ein Problem für mich ist auch der Bericht der Frau, dem ich aufgrund
verschiedener Unstimmigkeiten misstraue. So spricht sie einerseits
darüber, wie sie mit 15 Jahren die Übergriffe abwehrte, andererseits
will sie sich erst viel später bei der Geburt ihres Kindes überhaupt
erst wieder an den ein Jahrzehnt währenden Missbrauch erinnern.
Das Problem sehe ich auch.
Ich fürchte, dass uns das Thema "Wiedererinnerung und Falsche Erinnerungen" auch beim Thema "Missbrauch durch Frauen" begegnen wird.

Viele Grüße
Jenny
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6

Freitag, 15. Februar 2013, 00:28

Wiederholung: WDR, 14.2.2013, "Mama, hör auf damit."

Heute sah ich zufällig einen Teil der Wiederholung der WDR-Reportage "Mama, hör auf damit", in der es um sexuellen Kindesmissbrauch durch Mütter/Großmütter geht.

http://www.daserste.de/information/repor…-damit-104.html

Dazu als Information:

Autorin: Stephanie N. Linke
Redaktion: Britta Windhoff
Das Manuskript ist als PDF-Datei per Mail erhältlich über inland@wdr.de
oder per Post anzufordern:
WDR Fernsehen PG Inland 50600 Köln

In diesem Zusammenhang habe ich mir die folgende Webseite angeschaut, die einem der Protagonisten besagter Reportage gehört, und kurz hineingelesen:

http://aufrecht.net/utu/

Ich muss sagen, der Einleitungstext gefällt mir.

Auch der NDR wagte sich bereits an das Tabu-Thema heran und sendete am 19.3.2012 die Reportage "Von der Mutter missbraucht."

http://programm.ard.de/TV/ndrfernsehen/v…282267651047205


7

Freitag, 15. Februar 2013, 07:28

Zitat

(...) Ich spreche viel lieber von "Menschen als Opfer" und von "Menschen als Täter".Die genetischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind im Mittel ziemlich klein (nur ca. 0,1%, siehe z.B. Richard Lewontin: die genetische Variabilität innerhalb einer bestimmten Gruppe von Menschen ist wesentlich größer als die Mittelwerte zwischen den Gruppen).(...)
aus: http://aufrecht.net/utu

:thumbup: Super Satz!

Wenn mich nicht irre, dann handelt es sich bei der Dokumentation: "Von der Mutter missbraucht" um eine Wiederholung vom 19.2.2012.
Die Doku ist auf Youtube zu sehen:
http://www.youtube.com/watch?v=-RZ2CbIOGsk

Und auch "Mama, hör auf damit! Wenn Mütter ihre Kinder missbrauchen" ist auf Youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=Yr3_poVZBJE
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8

Freitag, 15. Februar 2013, 17:44

Danke für die Info. Hatte beides in der ARD-Mediathek nicht gefunden.
Respekt immer!
Angst nie!

Lotosritter

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9

Samstag, 16. Februar 2013, 02:03

Hi, Jenny,
ich habe mir eben den Clip mit dem Feature "Von der Mutter missbraucht" angesehen. Auch hier habe ich meine Bedenken an der Machart. Die ominöse Michaela (Hochschuldozentin) kann ebensogut ein Fake sein. Die Art der Recherche im Pädophilenmilieu lässt dies sogar vermuten, zeigt zudem die Blauäugigkeit der beiden Reporter Alexander Tieg und Florian Weiner hinsichtlich des Themas.
Die Geschichte von Udo Gann ist für mich zudem unglaubwürdig. Er behauptet 30 Jahre keine Erinnerung an ein derart massives Missbrauchsgeschehen gehabt zu haben, zu dem er vom 3. Lebensjahr bis zur Pupertät mit 14 Jahren von seiner Mutter gezwungen worden war. Erst 1999 habe im Alter von 44 Jahren seine Erinnerung aufgrund eines Albtraumes wieder eingesetzt und sich allmählich aus Bruchstücken zu einem komplexen Bild gefügt. Da vermute ich eher, dass der Albtraum Anlass für eine Pseudoerinnerung war, mit der er sein gestörtes Verhältnis zur Mutter fundieren konnte. Nach Udos Schilderung fand der Missbrauch tagtäglich und oft mehrmals am Tag statt, so etwas verschwindet nicht aus dem Gedächtnis, schon gar nicht anlasslos. Außerdem schildert er Situationen, die so nicht geschehen sein können. Angeblich hatte er als Kind nur Geschlechtsverkehr (den manchmal 3x am Tag) mit Kondom mit seiner Mutter, dass ist rein technisch (Glied- und Kondomgröße) gar nicht möglich. Auch die Erinnerung, dass er mit 3 Jahren den Vater der bat, er solle der Mutter "das" verbieten ist eher kurios.

Nein, auch mit diesem Film, wurde der Sache der Missbrauchsopfer kein Gefallen getan. Grundsätzlich meine ich auch, solche Berichte gehören nicht ins Fernsehen. Fernsehen ist hierfür nicht das passende Medium. Telegen durchaus die Lokalisation wie etwas Abbruchsgebäude und der Protagonist durch auf die Wände projizierte S/W-Dias schreitend - einen Informationswert haben solche Spielereien nicht.
Lieben Gruß
Lotosritter

Lotosritter

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10

Sonntag, 17. Februar 2013, 17:09

RE: Wiederholung: WDR, 14.2.2013, "Mama, hör auf damit."

Zitat


In diesem Zusammenhang habe ich mir die folgende Webseite angeschaut, die einem der Protagonisten besagter Reportage gehört, und kurz hineingelesen:<br><br>
http://aufrecht.net/utu/<br><br>
Ich muss sagen, der Einleitungstext gefällt mir.<br><br>

Liebe Frau Jäckel,
ich kenne die Seite seit ihrem Entstehen. Auf ihr habe ich wichtige Informationen gefunden. Und finde sie immer noch. Einen Satz, den ich gestern fand:
"Daher rate ich Betroffenen ausdrücklich davon ab, in Internet-Foren nach Hilfe zu suchen!"
zu finden hier
kann ich nur unterstreichen. Denn ich kenne kein Missbrauchsforum im Internet, das nicht von Pseudologen, Abwegigen, Pseudotherapeuten und gestörten Sozialarbeitern frequentiert wird, die zudem in ihnen meist die Definitionsmacht an sich gerissen haben. Für einen wirklich Überlebenden können diese Foren zum Horrortrip werden. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Lieben Gruß
Lotosritter

11

Montag, 18. Februar 2013, 05:58

Hi Lotosritter,

Zitat

Die Art der Recherche im Pädophilenmilieu lässt dies sogar vermuten,
zeigt zudem die Blauäugigkeit der beiden Reporter Alexander Tieg und
Florian Weiner hinsichtlich des Themas.
Das ist leider bei den Medien so. Die recherchieren nicht, ob das, was erzählt wird, auch wahr ist.

Ich habe ja bereits einige Interviews gegeben, und nur eine Journalistin (Zeitung) - und zwar genau die, die von Feministinnen am meisten attackiert wird - wollte Belege haben. Ich hatte ihr die gesamten Prozessunterlagen und Gutachterberichte kopieren müssen. Diese Zeitschrift veröffentlicht nichts ohne Nachweise. Alle anderen haben unhinterfragt das wiedergeben, und zum Teil verändert, was ich erzählt habe.

Ich finde das bedauerlich, weil man zum einen nicht weiß, ob das, was berichtet wird, auch wahr ist. Und zum anderen, ... sollte sich herausstellen, dass auch dieser Mann falsche Erinnerungen an einen sexuellen Missbrauch durch seine Mutter entwickelt hat, dann geht der Schuß nach hinten los, dann wird es heißen "seht ihr, Frauen tun sowas nicht, Erinnerungen an einen sexuellen Missbrauch durch Frauen sind falsch (nur die Erinnerungen an einen sexuellen Missbrauch durch Männer sind alle wahr)".

Zitat

Für einen wirklich Überlebenden können diese Foren zum Horrortrip werden. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.
Das habe ich schon oft gehört von Missbrauchsopfern und Multiplen Persönlichkeiten, ... aber, es wehrt sich ja auch keiner. Es gibt viele, die sich darüber aufregen, dass jedem Internetuser geantwortet wird "aber klar wurdest du missbraucht, du musst das einfach nur glauben, du musst nur deine Zweifel unterdrücken und alle Bilder, die du siehst, als Realität ansehen, ..." Viele regen sich darüber auf, aber keiner sagt was. Stattdessen ziehen sich die, die wirklich missbraucht wurden, zurück und überlassen stillschweigend solche Foren den Fakes. Selbst wahre Missbrauchsopfer werden mit Wörter wie "du Täterunterstützer" attackiert, wenn sie es wagen etwas anderes zu sagen als "aber klar bist auch du sexuell missbraucht worden, glaub es einfach, ...".

viele Grüße
Jenny
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Lotosritter

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12

Montag, 18. Februar 2013, 17:14

Hi Jenny,

wie das Spiel mit den Pseudologen abläuft, ist ja auch Dir bekannt. Ich habe es ja in verschiedenen Foren gelesen, wie Du Dich gegen die Einflüsterer falscher Erinnerungen gestellt hast. Das führte dann zu einem kurzen Disput, und am Ende machten die Opfermacher in gewohnter Weise weiter.

Mich selbst hat man aus einem Forum rausgeekelt, weil ich mich gegen solche Einflüsterer und Opfermacher stellte. Und selbst wenn Du ein Forum als Admin steuerst, kommst Du dagegen nicht an. – Du kennst das ja aus eigener Erfahrung. – Eine ähnliche Erfahrung kann man hier bei UTU ablesen: http://aufrecht.net/forum/html/forum.html , der sich gegen ideologische Einflüsse in seinem Forum nicht mehr wehren konnte.

Interessant fand ich im Rückblick, dass ich in dem Forum, aus dem ich geekelt wurde, so gut wie keine inhaltliche Resonanz auf meine Beiträge erhielt. Womöglich lag es daran, dass es dort kaum wirklich Betroffene gab und die Pseudologen mit mir nichts anfangen konnten.

Jedenfalls ist mir darüberhinaus mit zunehmender Befassung mit den diversen therapeutischen Angeboten klar geworden, welch verdammtes Glück ich gehabt habe, an eine kompetente Therapeutin gelangt zu sein, die einem vor allem nicht ihre eigenen Störungen und verqueren Weltbilder reindrücken möchte.

Servus Lotosritter

13

Montag, 18. Februar 2013, 20:24

Huhu Lotosritter,

Zitat

Ich habe es ja in verschiedenen Foren gelesen, wie Du Dich gegen die
Einflüsterer falscher Erinnerungen gestellt hast. Das führte dann zu
einem kurzen Disput, und am Ende machten die Opfermacher in gewohnter
Weise weiter.
Wenn ich solche Reaktionen auf meine Postings lese, dann erinnert mich das daran, wie ich selber vor 10 Jahren war. Die Postings könnten alle von mir vor 10 Jahren stammen. Da habe ich genauso "argumentiert". Es sind immer die selben Antworten.
Aber meine Erfahrung ist, .. in Foren, in denen die Möglichkeit besteht mich zu kontaktieren, bekam ich nach jedem "Auftritt" mehrere Nachrichten von Usern, die sich nicht trauten, öffentlich ihre eigene, dem Konformitätsdruck gegenläufige, Meinung kundzutun.

Es ist noch ein langer Weg.

Viele Grüße
Jenny
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Lotosritter

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14

Montag, 11. März 2013, 17:58

zur Seite aufrecht.net

Allerdings muss ich nach wiederholter Durchsicht zur Seite aufrecht.net auch feststellen, dass auch sie nicht das Gelbe vom Ei ist. Zuviel diffuses wurde auf ihr zusammengestellt. Insbesondere was das Erinnern angeht. Da ist viel Sowohl-als-Auch und Unvereinbares, etwa "Körpererinnerungen" von als Säugling erlittenem oralen Missbrauch. Auch die Haltung gegenüber den 12-Schritte-Selbsthilfegruppen entstammt mir eher aus einer Verschwörungstheorie als einer realen Erfahrung.
Gruß Lotosritter

15

Freitag, 22. März 2013, 14:33

Hi Lotosriter,

Zitat

Allerdings muss ich nach wiederholter Durchsicht zur Seite aufrecht.net auch feststellen, dass auch sie nicht das Gelbe vom Ei ist.
Nein, das Goldene vom Ei ist auch dieses Forum nicht, genauso wie zahlreiche andere, die zwar einerseits darauf hinweisen, dass Erinnerungen auch falsch sein können und beklagen, dass sich ihre Forumsuser "gegenseitig anstecken" usw., sich aber anderseits inkonsequent verhalten und dann solche Beiträge, wie die von dir benannten, ins Forum setzten.
Ich denke, dass sie zwar wissen, dass Erinnerungen falsch sein können, aber wie Falsche Erinnerungen entstehen und vor allem, was normal ist (unnormal sind z.B. Säuglingserinnerungen), das wissen sie nicht. Dazu müssten sie sich tief in die Thematik reinlesen. Und das macht kaum einer.
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