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1

Freitag, 20. Mai 2011, 19:19

Meine Mutter hat mir vorgelogen, mein Vater habe mich missbraucht.

Ein junger Mann schrieb mir vor wenigen Tagen, seine Mutter habe ihn 18 Jahre in dem Glauben aufwachsen lassen, er sei von seinem Vater sexuell missbraucht worden und sie habe sich deshalb von seinem Vater getrennt. Er schrieb mir, er habe sich deshalb von seiner Mutter stets ganz besonders geliebt gefühlt und ihren Alkoholismus darauf zurückgeführt, dass sie sich für ihn geopfert habe. Da er seinen Vater so sehr verachtet habe, habe er sich zu seiner eigenen Männlichkeit nicht bekennen können. Er habe sich deshalb immer weiblich fühlen wollen und sich später auch wie ein Mädchen nur für Jungs interessiert. Er sei überzeugt, dass er deshalb schwul geworden sei. Bisher habe er das normal gefunden. Aber jetzt habe sich alles verändert.

An seinem 22. Geburtstag habe er einen Brief erhalten, der ihm nach dem Tode des Vaters durch einen Notar zugestellt wurde. In diesem Brief schrieb der Vater, dass er seinen Sohn immer geliebt und darunter gelitten habe, ihn nicht sehen zu dürfen. Er sei durch die Trennung von ihm zuerst depressiv und dann arbeitsunfähig geworden und sehe keinen Sinn mehr in seinem Leben. Es lag dem Brief ein Gerichtsbeschluss über die erwiesene Unschuld des Vaters im Missbrauchsverfahren vor, an das der junge Mann sich nur vage erinnern konnte. Er sei damals von einem Richter befragt worden und habe ausgesagt, was ihm die Mutter erklärt hatte. Der Vater habe etwas Schlimmes mit ihm gemacht und ihm "am Pipi weh getan". Da er nicht wusste, was der Vater denn genau gemacht habe, habe er auch nichts Genaueres dazu sagen können. Die Mutter habe ihm später erklärt, was der Vater mit ihm gemacht habe, sei Missbrach gewesen.

Der junge Mann schrieb mir, er habe jetzt das Gefühl, dass sein ganzes bisheriges Leben aus den Angeln gehoben worden sei. Er wisse nicht mehr weiter. Was sei Wahrheit, was Täuschung? Wer sei er selbst? Was sei er selbst? Er fühle sich von beiden Eltern verraten und in seinem Vertrauen missbraucht. Die Mutter habe ihn belogen und getäuscht, manipuliert und schwul gemacht, der Vater habe sich hinter einem Stück Papier verkrochen und aus dem Leben gestohlen.

Was, fragte er mich, soll ich jetzt tun? Wie kann ich damit fertig werden?

Ich gebe seine Frage weiter.

BurgZauber

unregistriert

2

Sonntag, 22. Mai 2011, 16:35

Eigene Auseinandersetzung ......

Wie grausam sich Menschen verhalten können, wenn sie sich trennen und wie egal ihnen bei der Mittelwahl häufig ihre Kinder sind, zeigt dieses traurige Beispiel!
Der junge Mann hat zwar keinen Missbrauch durch den Vater erlebt, wurde aber so erzogen. Er befindet sich also seit langem in der gleichen seelischen Situation, wie die realen Missbrauchsopfer von sexuellen Übergriffen. Sein beschriebener Weg und sein Empfinden dadurch schwul geworden zu sein beschreiben dies deutlich.
Hier wird ihm kaum anderes übrigbleiben, als sich dieser Thematik erneut zu stellen.
Dies alles nun auch noch als Lüge erfahren zu müssen, ergibt einen großen Persöhnlichkeitskonflikt! Vertrauens- und Bindungspersonen haben einen großen Einfluss auf die Bildung des Selbstkonzeptes. Von diesen jahrelang und schwerwiegend belogen zu werden, lässt uns plötzlich in einer großen Einöde stehen.

Tatsächlich würde ich diesem jungen Mann empfehlen sich mit der personenzentrierten Theorie von Carl Rogers auseinander zu setzen! Es hilft oft mehr sich selbst durch diese Texte zu arbeiten, als sich einem eventuell wieder eher am Geld orientierten Therapeuten anzuvertrauen.
Siehe http://www.carlrogers.de/sites/persoenli…ve-tendenz.html

[Stimmt das Selbst einer Person mit dessen Erleben überein, d.h. werden die gesammelten Erfahrungen zugelassen und ins Selbst integriert, so spricht man von Kongruenz. Das Individuum ist sich seiner Gefühle und Bedürfnisse bewusst und lebt diese aus. Von Inkongruenz spricht Rogers, wenn das Selbst und die Erfahrungen nicht miteinander übereinstimmen, wenn Gefühle und Gedanken nicht zugelassen werden. Subjektiv erlebt die Person, dass mit ihr etwas Anderes vorgeht, als sie will. Die Person will ein Selbst aktualisieren, das mit der Erfahrung nicht übereinstimmt, weshalb diese abgewehrt werden.
Das Selbstkonzept ist also eine durch Erfahrungen gebildete und sich verändernde Struktur von Wahrnehmungen, Empfindungen und Werthaltungen, die diese Person bezogen auf sich selbst hat.]

Wer so geschockt wird, gerät sozusagen aus allen Fugen! Die Frage nach dem eigenen Ich und eine neue Konzeption, Sichtweise ....muss erneut erarbeitet werden.

Der Vater musste, so wie wir es inzwischen aus der Väterbewegung erfahren, sein Schicksal einsam und ausgegrenzt ertragen. Es ist für den jungen Mann sicherlich ein Trost, dass dieser sich nicht einfach hinter einem Brief versteckt hat, sondern einfach keinen Kontakt mehr zu seinem Sohn bekam. Hier besteht Erklärungsbedarf, denn diese Ausgrenzung des anderen Elternteils bei Trennung glaubt der gesunde Menschenverstand nicht.

Das Gespräch mit der Mutter wäre zu suchen, die schließlich hier durch Manipulation und Prozessbetrug den Vater aus dem Kinderleben ausgrenzte und ihr eigenes Kind rücksichtslos zum Missbrauchopfer machte. Vielleicht kann sie zum Schluss noch aufrichtig sein und ihrem Sohn dadurch wieder ein wenig Halt geben, für den Neuanfang, den er jetzt starten muss.

Es würde mich interessieren, warum der Vater auch nach erwiesener Unschuld weiter ausgegrenzt wurde und die damals Verantwortlichen wahrscheinlich nicht bestraft wurden.

3

Montag, 23. Mai 2011, 15:02

Danke für den guten Rat und den Link http://www.carlrogers.de/sites/persoenli…ve-tendenz.html

Ich habe zwischenzeitlich mit demjungen Mann korrespondiert und ihm u.a. genau diese Frage gestellt: Wie es zu bleibenden Ausgrenzung des Vaters kam, obwohl dessen Unschuld erwiesen wurde.

Er antwortete: "Meine Mutter hat mir gesagt, dass mein Vater bestraft wurde. Sie hat das auch überall in der Familie behauptet. Meine Tante, ihre Schwester, sagte mir, dass sie ihr das geglaubt haben. Es stand nichts in der Zeitung oder so. Keiner wollte mehr etwas von ihm wissen. Er wurde auch in der Firma entlassen und ist dann aus dem Ort verschwunden. Ich wusste nie, wo er ist. Wenn ich es gewusst hätte, hätte ich ihm mit meinen Kumpels mal einen Besuch abgestattet. Ich hatte so eine Wut auf ihn. Ich hab immer davon geträumt, dass ich ihm das heimzahle. Das war wie so ein Wachtraum. Was ich ihm alles antu und so. Das kann sich keiner vorstellen, wie so was ist. Wie man sich da fühlt. Der eigene Vater und so ein Schwein. Ich hab Angst gehabt, dass ich auch so bin. Pädophil oder so. Dass ich das mal werde, weil ich dadurch ja schon schwul bin. Ich hatte manchmal Angst vor mir selbst. Und meine Mutter sagte das ja auch immer. Dass ich meinem Vater ähnlich bin oder genau so bin wie der oder so. Ich weiß nichts mehr, ich meine, wo ich das weiß, wo sie mich so belogen hat, ich kann ihn ja nicht mal mehr wiedersehen. Ich hab mal einen Tauchkurs gemacht, da ging irgendwie der Sauerstoff weg. So ist das jetzt mit mir. Ich hab keinen Vater mehr und meine Mutter ist auf einmal nicht mehr meine Mutter. Ich kenn die Frau ja irgendwie gar nicht wirklich. Was hat die denn sonst noch alles gelogen? Vielleicht ist die nicht mal meine Mutter? Vielleicht kommt demnächst, dass ich adoptiert bin? Ich komme mir vor, als wäre ich am Ersticken."

Es ist übrigens damit einverstanden, dass ich seine Geschichte hier diskutiere und liest mit.

In privater Korrespondenz werde ich mit ihm über den Link korrespdondieren. Das Angebot kannte ich noch nicht. Also doppelt danke dafür.

BurgZauber

unregistriert

4

Donnerstag, 26. Mai 2011, 20:42

Erfolgreiche Unterstützung ....

Es freut mich hier nicht nur, wie man so schön umgangsprachlich sagt > Perlen vor die Säue zu werfen .. <

Wie gut, dass der Vater den gerechtfertigten Überfall, den Du geschildert hast durch Abwesenheit nicht erlebt hat!

Es wäre unabdingbar und hilfreich, wenn der "Mitlesende" sich in unser Gespräch einklingt!

Liebe Grüße

5

Samstag, 28. Mai 2011, 03:27

Warten

Kummerkastenkorrespondenzen folgen ihren eigenen Regeln. Die erste heißt Warten :)

6

Montag, 30. Mai 2011, 15:57

Traurig...

....aber typisch: "Frau erfindet Straftat, um das Kind für sich alleine zu beanspruchen".

-> Das wird Stalking genannt! Da kommt alles zu tragen:

- sexueller Mißbrauch
- angeblicher Mordversuch
- Waffenbesitz
- nachstellen
usw....

Frauen kommen mit diesen Taten durch, weil sie meist Radikalfemministinnen( Anwalt, Sozialpädagogen oder Frauenhaus) zur Unterstützung haben. Für diese sind nur Männer Stalker und Frauen die schuldlosen. Einige Fachleute, die sich mit Stalking befassen gehen von 50% -50% aus. Auch wird gesagt der Erfindungsreichtum der Frauen extrem perfide. Deshalb gibt es von der Stalkingforschung eine Umfrage:

http://www.stalkingforschung.de/befragung-stalking.htm

Männer, die gestalkt werden flüchten in Einsamkeit, Alkohol, Selbstmord etc....

:( Das ist das was ich aus dem erlebten herrauslese. Auch, dass die Mutter keinen Mut hat, dass sie ihren Sohn belogen hat. Sie flüchtet lieber.....

7

Dienstag, 31. Mai 2011, 16:57

Das Kind als Besitz

Danke für den Link! Ein Mehr an Information ist oftmals ein Mehr an Schutz.

Da Kinder auch heute noch nach Trennung/Scheidung ganz überwiegend der Mutter beigeordnet werden und erschreckend viele Menschen es als selbstverständlich ansehen, dass Kinder quasi selbstgemachter Mutterbesitz sind und zum Glück ihren leiblichen Vater nicht brauchen, wachsen Kinder vorrangig in der Familie auf, die sie mit ihrer Mutter teilen. Deshalb ist es schon rein statistisch gesehen häufiger, dass Mütter Straftaten erfinden, die sie dem Vater des Kindes anhängen als umgekehrt. In Sachen sexueller Kindesmissbrauch erklärte Prof. Willutzki vom Veren Familiengerichtstag einmal, in hochstrittigen Gerichtsverfahrten um die Kinder seien 90% der von Müttern erhobenen Missbrauchsvorwürde falsch und frei erfunden.

Bedauerlicherweise hat die Frauenschutzpolitik der letzten Jahrzehnte dazu geführt, dass Väter als "Täter" unter Generalverdacht sowie Frauen als "Opfer" in die Förderungsbedürftigkeit geraten sind.

Wohl keine Personengruppe im Land wurde seit Inquistion und Hexenverbrennung so massiv diskriminiert und so oft durch amtlichen/gerichtlichen Kindesentzug abgestraft und in den ganzheitlichen Ruin getrieben wie Väter; dicht gefolgt von Jungen, die politisch gewollt und forciert gegenüber Mädchen benachteiligt bzw. nicht wie diese gefördert wurden.

Im Fall des jungen Mannes, der sich mir im Kummerkasten anvertraute, hat sich die Mutter an ihrem Sohn und an dessen Vater unverzeihlich schuldig gemacht, um sich den Alleinbesitz des Kindes zu sichern. Beiden hat sie gemeinsame Lebenszeit und Lebensglück geraubt. Aus Rachsucht und Egoismus, wie ich meine.

Dennoch kann man nicht sagen, dass sich so egoistisch und Kind schädigend nur Frauen verhalten würden. Ich kenne zahlreiche Mütter, die durch den Vater ihrer gemeinsamen Kinder ausgegrenzt und die von ihm nicht weniger übel verleumdet werden, um keinerlei Bindung (mehr) zwischen Mutter und Kind zuzulassen. Das kommt meines Erachtens vor allem deshalb seltener vor, weil es so viel weniger alleinerziehende Väter als Mütter gibt.

Nach meiner Erfahrung sind Frauen wie Männer bereit und fähig, Kinder als ihren Besitz anzusehen, sie so zu behandeln und sich als Eltern(teil) über die Rechte und Interessen von Kindern zu stellen. Das ist weder eine Frage der Kopfbildung, noch der sozialen Herkunft, des Geldes oder des generellen Status; es ist eine Frage der Herzensbildung, der Empathie und des Vertrauens in die eigene wie die Unantastbarkeit des anderen.

Wer Kinder als quasi mütterlichen Wurmfortsatz oder väterlichen Sperma-Homunkulus in symbiotischer Einheit wahrnimmt und vom Gesetzgeber das Recht bekommt, den anderen Elternteil ausgrenzen, meint, es tun zu dürfen, weil er es kann.

Wer Kinder als das wahrnimmt, was sie sind, nämlich vollwertige Persönlichkeiten mit allen Menschenrechten, zu deren Liebe und Schutz Eltern bestimmt sind, wird ihnen niemals Vater oder Mutter oder gar beide nehmen noch sich ihnen jemals verweigern und entziehen.

8

Donnerstag, 2. Juni 2011, 13:00

Danke, das sind wahre Worte!

Einige Fachleute gehen von einer 50% / 50% Quote aus. Allerdings nehmen an solchen Umfragen nur Frauen teil. so kommt es fast immer dazu, dass in der Öffentlichkeit leider nur Fälle von Frauen bekannt werden (Statistik eben), deshalb ermutige ich grad Männer mal daran teilzunehmen. Vielleicht ändert sich das Denken ein wenig? Im Fall der Stalkingforschung ist man auch für Anregungen und Kritik dankbar.

Ich finde auch toll, dass Anwälte wie Dr. Volkmar von Pechstaedt auf ihrer Webseite schreiben, dass Männer mutiger werden sich zu wehren! Zitat unter 3.:"
Die Praxis zeigt, dass es
auch erstaunlich viele Fälle gibt, in denen Männer Opfer von
Stalking-Handlungen sind (in meiner Kanzlei sind dies ca. 20-25 % der
Fälle). Die Anzeigen betroffener Männer nehmen stark zu, da die
Betroffenen erkennen, dass man sich keineswegs dafür schämen muss, als
Mann das Opfer z. B. einer Stalkerin zu werden."
aus : http://www.pechstaedt.de/kanzlei/stalking.htm


Herbert Pagels ist sogar der Meinung, dass Eltern erst mal lernen müssen, dass Kinder Bedürfnisse haben. Vielen Eltern in hochstrittigen Scheidungsfällen würden das aus den Augen verlieren, dadurch würde es zu dauerhaften Schäden kommen.

Sonst bin ich überrascht geswesen, dass es vor Gericht bekannt ist, dass Frauen Straftaten erfinden. Vor allem auch über die hohe Zahl. Störend dabei sind Femmistinnen, die so etwas mit aller Gewalt durchsetzen wollen....



9

Mittwoch, 8. Juni 2011, 03:18

Frauen haben an Männer oft seltsame Erwartungen

Wenn ich mir die Kummerkastenzuschriften anschaue, die Tag für Tag eintreffen, fällt auf, wie sehr das Rollenbild früherer Jahre sich umgedreht hat. Vor ein paar Jahrzehnten war es selbstverständlich, dass Mädels Signale aussandten und dann warteten, was passiert. Heute senden Mädels Signale aus und ergreifen die Initiative. Jungs hingegen lassen sich umwerben, nehmem die Signale entweder genervt zur Kenntnis und ergreifen die Flucht oder die günstige Gelegenheit.

Alle die Fragen, die mir vor zehn Jahren Jungs stellten - Wie sage ich es ihr? Wie kriege ich sie rum? Wie kann ich sie einem anderen weg schnappen? Wie weit darf ich bei ihr gehen? - stellen mir heute Mädchen.

Hinzu kommen die Mädchen, die mit 12, 13 schon wissen, dass sie lesbisch und leidenschaftlich verliebt in ihre Lehrerin sind und mich fragen, wie sie ihr am besten sagen, dass sie sie lieben und mit ihr "zusammen kommen" wollen.

In fast allen diesen Fällen fällt auf, dass eindeutig desinteressiertes, ablehnendes, sogar scharf abweisendes Verhalten des begehrten "Subjekts" unwichtig zu sein scheint. Als ob es sich dabei um eine Fremdsprache handelte, werden die Zeichen wahrgenommen, aber nicht begriffen. Die Botschaft "Ich will dich nicht!" kommt nicht an.

Im Ergebnis habe ich dann oftmals Zuschriften von Jungs, die sich gestaklt und verfolgt und überfordert fühlen.

Das "Nein" nicht begreifen, es wie eine unbekannte Fremdsprache hören, aber nicht verstehen, weil nur das eigene Wollen vernommen und begriffen wird, ist das Wesen des (sexuellen) Missbrauchs.

Das bringt mich zu der Frage, wie entsteht die Fähigkeit zum sexuellen Missbrauch?

10

Montag, 20. Juni 2011, 17:46

Hallo,

ich richte meine Antwort mal direkt an den Fragestellenden.

Ich kann dich so gut verstehen, denn mir ging es ähnlich.
Auch meine Mutter hat mir Lügen über meinen Vater erzählt, und ihm Lügen über
mich. So wuchs ich z.B. in dem Glauben auf, mein Vater hätte meine Mutter
während der Ehe vergewaltigt.

Als ich mich im Jugendalter in therapeutische Behandlung
begab (Grund waren körperliche Gewalt und emotionaler Missbrauch durch meine
Mutter) erklärten mir mehrere Psychotherapeuten, dass meine Symptome auf einen
vergessenen sexuellen Missbrauch durch meinen Vater (!) hindeuten würden – und
das, obwohl ich detailliert beschrieb, wie mich meine Mutter geschlagen,
eingesperrt, monatelang angeschwiegen, … hat.

Ich war verunsichert, … woher soll man wissen, ob und was man
was vergessen hat? Ich suchte meine Mutter auf und konfrontierte sie mit der
Behauptung der Psychotherapeuten. Für meine Mutter war die Behauptung der
Therapeuten ein gefundenes Fressen, um sich endlich mal an ihrem verhassten
Ex-Ehemann (meinem Vater) rächen zu können. Sie tischte mir eine Geschichte
nach der anderen auf: Mein Vater hätte mich sexuell missbraucht, ebenso der
Vater meines Vaters und der Bruder meines Vaters, … (Meine Mutter hat im Lauf
ihres Lebens unzählige Männer der Vergewaltigung und des Missbrauchs
bezichtigt).

Für Psychotherapeuten waren die Geschichten meiner Mutter
der Beweis, dass sie mit ihrer Behauptung, ich sei missbraucht worden und den
Missbrauch völlig vergessen hätte, Recht haben. Sie unterzogen mich einer
Traumatherapie, die gepaart mit Manipulationen und Suggestionen schließlich zu
falschen Erinnerungen führten.

In der Klinik, während einer Gruppentherapie, erklärten uns
Therapeuten den „Teufelskreislauf des sexuellen Missbrauchs“, demzufolge unsere
Eltern missbraucht worden seien, die wiederum missbrauchten uns, und auch wir
werden uns so verhalten wie unsere Eltern, und selbst unsere Kinder
missbrauchen. Ich saß da wie gelähmt. Nach dieser Therapiesitzung schwor ich
mir, nie Kinder zu kriegen und suchte sogar meinen Frauenarzt mit der Bitte
auf, mich zu sterilisieren. So was wollte ich keinem Kind antun! Ich lebte, so
wie Du, all die Jahre in dem Glauben, dass in mir eine Täterin schlummert, die
nur darauf wartet, endlich Kinder missbrauchen zu können. Ich glaubte, so wie
du, ich sei pädophil prädispositioniert.

Von 1992 bis 2005 habe ich eine falsche Identität als
Missbrauchsopfer gelebt – und als Multiple Persönlichkeit, die mir Therapeuten
gleich mit suggerierten. Denn schließlich konnte ich mich an keinen Missbrauch
erinnern, also muss es in mir Persönlichkeiten geben, die sich an den
Missbrauch erinnern können, so die Argumentation.

Von 1992 bis 2005 schickte man mich von einer Therapie in
die nächste. Jede Therapeutin legte noch eine weitere Horrorgeschichte drauf,
die ich erlebt haben MUSS, aber vergessen hätte. Schließlich mündeten meine
falschen Erinnerungen nicht nur in einem sexuellen Missbrauch, sondern auch
noch rituellen Missbrauch im Satanskult, mit Kindstötung und allem, was dazu
gehört, … Lange Geschichte.

2005, als ich keinen manipulativen therapeutischen
Einflüssen mehr ausgesetzt war, nahm ich mir das Recht raus, zweifeln zu dürfen
– ein Recht das mir all die Jahre abgesprochen wurde. „Man darf nicht am
Missbrauch zweifeln, sonst unterstütze man die Täter“, lautete das
Totschlagargument.

2005 überprüfte ich meine Erinnerungen auf ihre Richtigkeit
hin, wandte mich z.B. an die Staatsanwaltschaft, um die Behauptung meiner
Mutter überprüfen zu lassen, der Vater meines Vater sei wegen Kindesmissbrauch
inhaftiert worden. Auch meine Mutter hatte mir erklärt, mein Opa sei bestraft
worden. Doch alle Nachforschungen ergaben, dass sowohl die Behauptungen meiner
Mutter als auch die falschen Erinnerungen, die mir in der Therapie suggerierte
worden waren, nicht stimmen können.

Ich nahm Kontakt zu meinem Vater auf, den ich seit 1992
nicht mehr gesehen hatte. Mein Vater war fassungslos. Er sagte „Vergiss die
Vergangenheit, du bist meine Tochter, lass uns in die Zukunft gucken“. Doch eine
Zukunft gab es nicht mehr, denn wenige Tage danach war er tot.

Die Jahre waren die Hölle für mich.

Du fragst, wie du damit fertig werden kannst. Auf jeden Fall
nicht den Kopf hängen lassen! Es ist schrecklich, wenn man da steht und nicht
weiß, wer man ist, wenn man feststellt, dass man sein ganzes Leben lang eine
falsche Identität gelebt hat, Falsches geglaubt hat, angelogen wurde, des
Vaters beraubt wurde, Vertrauen und Sicherheit zerstört wurden. Die erste Zeit kann
schwer werden, denn es heißt, sich selbst finden zu müssen, seine wahre Identität
entdecken zu müssen, alles, woran man bisher geglaubt hat, hinterfragen und
überprüfen zu müssen.

Aber es hat auch seine positiven Seiten: Du musst nicht mehr
länger in der Angst leben, pädophil veranlagt zu sein und du musst nicht mehr
als Missbrauchsopfer leben. Du hast jetzt die Möglichkeit, dir ein ganz neues
Leben aufzubauen, ein Leben ohne die Angst. Du hast jetzt die Möglichkeit, dich
neu kennen zu lernen und dich selbst zu entdecken.

Lass den Kopf nicht hängen. Die erste Zeit wird schwer, doch
mit der Zeit wird es einfacher. Du bist
noch jung, du hast dein ganzes Leben vor dir. Wenn du es nicht alleine
schaffst, dann such dir Hilfe.

Darf man hier verlinken? (Bin noch ganz neu hier).
Ich habe zusammen mit einem Familienangehörigen ein Forum
errichtet. Da findest du, wenn du magst, viele Anregungen: http://www.induzierte-erinnerungen.com.
Unser Forum ist leider geschlossen, weil ich mein Studium wieder aufgenommen
habe, das ich wegen den falschen Erinnerungen abbrechen musste, und deshalb nur
sehr wenig Zeit habe.
Außerdem findest du hier Ansprechpartner: http://www.schulterschluss.info/index.php?id=2

Alles Gute! halt die Ohren steif!

Gruß
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
induzierte falsche Erinnerungen, erfundener Missbrauch,
Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen
Persönlichkeitsstörung (Link manuell eingeben; Serverproblem) : http://www.induzierte-erinnerungen.de

11

Mittwoch, 22. Juni 2011, 04:53

Schulterschluss

Danke für diesen Beitrag, Jenny.
Ich hoffe, dass er meinem Korrespondenzpartner Mut macht, sich persönlich einzubringen. Bisher möchte er das nicht, liest aber stets mit und greift nach jedem hilfreichen Gedanken.
Ausrichten soll ich, dass er gemeinsam mit seiner Mutter einen Mediator aufgesucht hat. Er wollte im Beisein eines neutralen und zugleich professionellen Dritten mit ihr über alles reden. Er hoffte, auf diese Weise begreifen zu lernen, warum sie so verlogen an ihm und seinem Vater handelte.
Der Mediator vermittelte dem jungen Mann den Eindruck, er verhalte sich gegenüber der Mutter undankbar und herzlos. Er ermahnte ihn immer wieder, sich doch an die schönen Zeiten mit der Mutter zu erinnern und sich vor Augen zu führen, wie viel sie für ihn getan habe und dass sie immer für ihn da gewesen sei. Die Erfindung des Missbrauchs sei zwar ein Fehler gewesen, aber kein Anlass, die Mutter zu verurteilen. Sie habe den Missbrauch aus Liebe erfunden, um den Sohn vor schlechten Erfahrungen mit dem Vater zu schützen, da sie selbst nur schlechte Erfahrungen mit diesem Mann gemacht habe. Sie habe den Sohn verwöhnt und ihm das Gefühl gegeben, der wichtigste Mensch auf der Welt zu sein. Diese Ich-Bezogenheit müsse der Sohn jetzt überwinden, um seine Mutter zu verstehen.
Der Mutter stärkte diese Fürsprache den Rücken. Sie erklärte dem Sohn, wie enttäuscht sie davon sei, dass er sich mit dem Mann gemein mache, der ihr Leben zerstört habe. Sie habe von ihm als Sohn erwartet, dass er zu ihr stehe und sich nicht mit diesem Mann gegen sie verbünden würde.
Der junge Mann brach die Mediation ab.
Leichter ist es für ihn nicht geworden.
Viele Grüße,
Karin


12

Mittwoch, 22. Juni 2011, 19:18

Hallo ihr beiden,

mir gehen zum Posting 1000 Gedanken gleichzeitig durch den Kopf. Ich versuche sie mal zu ordnen.

Ich kann das verstehen, dass du nicht öffentlich darüber schreiben möchtest. Ich kenne sehr viele, die nicht darüber reden und schreiben können.

Ich bin erschrocken über das Verhalten des Mediators. Falschanschuldigungen sind ein kriminelles Verhalten und juristisch strafbar. Das Verhalten deiner Mutter ist durch nichts zu entschuldigen, auch nicht durch das Argument, sie hätte es aus Liebe getan.

Wenn man sein Kind wirklich liebt, dann lässt man es nicht völlig sinnlos jahrelang unter dem Glauben leiden, es sei sexuell missbraucht worden. Dass das nicht spurlos an einem Kind vorbei geht, liegt doch auf der Hand.

Es erschreckt mich, dass dir der Mediator gesagt hat, du sollst deine Ich-Bezogenheit überwinden, wo es doch deine Mutter war, die dich aus egoistischen Gründen, weil sie ein Problem mit deinem Vater hatte, missbrauchte und ihre Probleme zu deinem Lasten „löste“.

Wenn dich deine Mutter wirklich hätte schützen wollen, dann hätte sie dir die Wahrheit gesagt „Der Papa war nicht lieb zu mir und ich habe Angst, dass er auch nicht lieb zu dir ist“. Das wäre ehrlich gewesen. Und es hätte dir zudem die Möglichkeit eröffnet selber zu gucken, ob das, was deine Mutter über deinen Vater erzählt wirklich stimmt. Meine Mutter hat mir erzählt, mein Vater hätte sie geschlagen, vergewaltigt und sonst was. Mir gegenüber hat sich mein Vater nicht einmal gewalttätig verhalten, im Gegensatz zu meiner Mutter, die Kochlöffel auf meinem Kopf und Rücken zertrümmerte, …

Aber anstatt zu sagen „ich habe ein Problem“ benutzt dich deine Mutter, um ihre eigenen Probleme in den Griff zu kriegen und suggeriert dir einen Missbrauch und sieht all die Jahre stillschweigend dabei zu, wie zu darunter leidest.

Ich bin zudem immer wieder aufs Neue erschrocken darüber, dass Frauen offensichtlich machen können und dürfen, was sie wollen. Sie dürfen Falschanschuldigungen erheben, Männer hinter Gitter bringen, deren Ruf zerstören, das Leben ihrer Kinder zerstören, ihre Probleme auf dem Rücken ihrer Kinder austragen, …. ohne dass dies Konsequenzen für sie hat. Im Gegenteil, es wird erwartet, dass man ein solch kriminelles Verhalten von Frauen gutheißt und dass man Verständnis für die Frau und ihr Verhalten aufzubringen hat.
Anstatt Frauen mal beizubringen wie sie ihre Probleme anders als durch Falschanschuldigungen lösen können, werden Frauen, die Falschanschuldigungen erheben so behandelt, es seien sie das Opfer. Die arme Frau/Mutter konnte ja nicht anders, als sich kriminell zu verhalten, bei so einem „bösen Mann“.

Interessant ist des Weiteren, dass es immer ein sexueller Missbrauch ist, den Frauen erfinden, um ihre Probleme mit dem männlichen Geschlecht zu lösen. Das ist die Waffe, die Frauen gegen Männer in der Hand haben.

Es erschreckt mich des Weiteren, dass das Leid, dass man dir zugefügt hat, offensichtlich nicht gesehen wird und keine Beachtung findet. Unsere Gesellschaft hat (noch) keine Vorstellung davon, welches Leid derjenige durchleben muss, der irrtümlich glaubt sexuell missbraucht worden zu sein.

Ich kann es gut verstehen, dass du den Kontakt zu dem Mediator abgebrochen hast. Gleichzeitig ist die Sache dadurch für dich natürlich nicht gerade leichter geworden.

Ich kann dir selbstverständlich nicht sagen, wie du jetzt weiter mit deiner Mutter verfahren sollst. Sie hat dir erhebliches Leid zugefügt, gleichzeitig, wenn ich das richtig verstanden habe, hat sie sich bei dir entschuldigt.
Ich kann mir vorstellen, dass dich das, was deine Mutter gesagt hat, jetzt in einen Konflikt bringt. Auf der einen Seite erzählt sie dir was von Liebe, auf der anderen Seite hat sie dich bewusst leiden lassen. Das musst erst mal sortiert und verstanden werden.

Du stehst vor einem großen Berg: Du musst jetzt erst mal deine wahre Identität finden, dir über deine Gefühle klar werden, um eine Kindheit ohne Vater trauern, das widersprüchliche Verhalten deiner Mutter sortieren, … Vielleicht gehst du erst mal auf Abstand von deiner Mutter und nimmst dir Zeit, um alles sortieren zu können und um dich selbst zu finden?

Wenn du es nicht alleine schaffst, dann such dir Hilfe. Aber guck dir denjenigen, dem du dein Vertrauen schenken möchtest, genau an. Wir leben leider in einer Gesellschaft, in der Menschen wie uns nicht geglaubt wird. Noch heute, trotz objektiver Beweise, dass ich nicht missbraucht wurde, gibt es Menschen, die gerne weiter an einen Missbrauch glauben möchten. Das betrifft auch Psychotherapeuten, die vermutlich bis zu ihrem Lebensende darauf beharren werden, dass ich missbraucht worden sein muss, denn sie können sich ja nicht irren. Wenn du dir einen Therapeuten suchen solltest, dann guck, dass du einen findest, der dir glaubt.
Traurig, dass man das zu einem Menschen sagen muss, der Opfer wurde. Aber so ist unsere Gesellschaft leider.

Viele Grüße
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
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13

Sonntag, 26. Juni 2011, 16:56

Der blinde Glaube als Opferschutzbasis

Als die ersten öffentlichen Erfahrungsbekenntnisse von Frauen, die als Kinder sexuell missbraucht wurden, in den Medien erschienen und Selbsthilfegruppen aus dem Boden schossen, die zum großen Teil männerfeindlich auftraten, wurde als wesentliches Mittel des Opferschutzes die Vermittlung von Vertrauen gefordert und angewandt. Wenn eine Frau, wenn ein Mädchen sich als Missbrauchsopfer bekannte, musste ihr geglaubt werden.
Diese Lehre sitzt bis heute in den Köpfen der Helferindustriemitarbeiterinnen und -mitarbeiter aller Berufsgruppen im Dienst des staatlichen Wächteramts, die davon leben, dass Frauen Opfer sind oder zu sein meinen und im Schutz des blinden Vertrauens Täterinnen sind.

Danke, Jenny.
Karin

tomtodd

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Wohnort: Hemmingen/Hannover

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14

Montag, 29. August 2011, 13:25

Kind als Besitz: Narzissmus und Borderlinesyndrom

Dieser "Fall" ist die Spitze des Eisbergs und zeigt (wie Karin beschreibt) eine allgemeine Tendenz auf, Abhängige zu einem Objekt der Befriedigung der eigenen (fehl geleiteten) Bedürfnisse zu machen. Hierzu würde dringend die Lektüre des Buches "Mit zerbrochenen Flügeln: Kinder in Borderline-Beziehungen " von Manuela Rösler empfehlen.

Ich habe Frau Rösler's Vortrag neulich in Lüneburg erlebt und war sehr beeindruckt. Sie ist selbst Opfer einer Borderline-Mutter und in dem genannten Buch kann die Jenny und der namenlose junge Mann sicherlich sinnvolle Ansätze (hoffentlich zur Heilung) finden.

15

Dienstag, 30. August 2011, 12:08

Hallo Tomtodd,

Falschanschuldigungen werden häufig mit dem Borderlinesyndrom in Zusammenhang gebracht. Ich sehe bei dieser persönlichen "Schuldzuweisung" ("Das hat die gemacht, weil sie eine Borderline-Persönlichkeit ist") die Gefahr, dass die gesellschaftliche Problematik aus den Augen verloren wird. Falschanschuldigungen erfolgen auch aus anderen Motiven heraus, ohne dass eine psychische Störung vorliegen muss, z.B. Rache oder aufgrund eines Tipps aus dem "Helfersystem" "Beschuldige ihn des Missbrauchs, dann bist du ihn los" (solche Fälle habe ich in unserem Forum zitiert). Eine Falschanschuldigung ist nur so effektiv wie sie auf eine Gesellschaft stößt, die Anschuldigungen gerne glauben möchte und eine Gesellschaft, die Falschanschuldigungen zudem erleichtert und zuweilen sogar begrüßt (z.B., dass Frauen, die Falschanschuldigungen erheben, nichts zu befürchten haben und in der Regel straffrei davon kommen oder dass von feministischer Seite Falschanschuldigungen schön geredet werden "Die arme Frau, sie konnte doch gar nicht anders, bei so einem Mann". Man denke nur mal an den Kachelmann Prozess oder Strauß-Kahn-Prozess, in dem die Lügen der Frauen schöngeredet wurden, anstatt Frauen mal zu erklären, was sie mit Falschanschuldigungen denen antun, die tatsächlich missbraucht wurden und anstatt ihnen mal beizubringen, wie sie ihre Probleme anders lösen können).
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Frauen nahezu zu Falschanschuldigungen eingeladen werden. Werden sie bei ihrer Lüge ertappt, dann ist das nicht weiter schlimm. Wenn überhaupt, dann kommen sie mit einer Verwarnung davon. Und des Weiteren erfahren Frauen, die bewusst lügen, auch noch Unterstützung, wie bei dem jungen Mann, der verzweifelt Hilfe suchte und an jemanden geriet, der sich auf die Seite der Mutter schlug und ihn als egoistisch bezeichnete. Die "arme Frau" wird stets in Schutz genommen. Dieser gesellschaftlichen Vorteil ist nicht nur für Borderliner einladend, sondern für sämtliche Frauen, denen man nicht beigebracht hat, wie man Probleme selbst- und fremdverantwortlich lösen kann.

Gruß
Jenny
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
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Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen
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16

Mittwoch, 31. August 2011, 02:15

Schwäche als starke Machtstrategie

Der in immer neuen Spielarten vorgebrachte Opferstatus des weiblichen Bevölkerungsteils ist eine höchst wirksame private wie politische Machtstrategie. Schwachen wird geholfen, sie werden gestärkt, ermutigt, aufgebaut, mit Verständnis, Sympathie, Nachsicht und Rücksichtsnahme behandelt,&nbsp;ihnen wird Vorzug gewährt. Wer dagegen ist, gerät als "soziales Schwein" in Misskredit. Der Irrglaube, dass eine Gesellschaft, in der Frauen das Sagen hätten, friedlich und gewaltfrei wäre, wurde durch diese Strategie politisch korrekt.
Als die ersten Kindesmissbrauchsfälle in Deutschland publik wurden und Frauenselbsthilfegruppen wie "Wildwasser" und "Zartbitter" enstanden, die bald zu Vereinen wurden und zahlreiche Neugründungen anregten, wurde als eine der wichtigsten Selbsthilferegeln das "Glauben an die Aussage" gelehrt. Wenn ein Mädchen, eine Frau sich "outete", musste ihr geglaubt werden. Es sei erneuter Missbrauch, einem sich "outenden" Opfer nicht zu glauben, hieß es. "Väter sind Täter" wurde zum Credo.

Bundesweit wurde das Netzwerk der Hilfe- und Anlaufstellen gespannt. Nur für weibliche Opfer. Männliche schien es nicht zu geben. Als ich in z. B. "Wer sind die Täter" ausführte, dass mindestens 15 % aller Täter in Wahrheit Täterinnen sind, wurde dies als Nestbeschmutzung attackiert. Heute nehmen seriöse Forscher mindestens 19 % Täterinnen an.

Dieses "Glauben-Müssen" setzte sich in der Kampagne gegen häusliche Gewaltfort . "Der Täter geht" wurde zum Begriff. Täterinnen schien es abermals nicht zu geben.

Wie zerstörerisch dieser weibliche Opfer-Bonus ist, zeigt sich immer wieder in Situationen, in denen Frauen aus Egoismus, Rache und ähnlichen niederen Motiven durch Falschaussagen zu Täterinnen werden. Die in allen Helferberufen selbstverständliche Solidarität mit dem Opfer lässt Beschuldigten vor allem in familiengerichtlichen Verfahren wenig bis gar keine Chance zur Gegenwehr. In einem mir sehr gut bekannten Fall teilte die zuständige Richterin mit, sie sei nicht zu Sachstandsermittlungen verpflichtet.

tomtodd

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17

Donnerstag, 1. September 2011, 20:05

Ein Paar Statistiken hilfsweise

Es darf natürlich nicht dazu ausarten, dass Freuen verteufelt werden. Wenn aber jemand faktische Hinweise und Belege gegen die umgekehrte bisherige Verteufelung der Männer sucht, wird bspw. in der Kriminalstatistik Berlins für 2008 fündig:


Im Jahr 2008 traten 34.624 weibliche TV polizeilich in Erscheinung. Dies waren 102 weniger als im Vorjahr (34.726). Gemessen an der Zahl der Tatverdächtigen insgesamt erhöhte sich aber damit erneut geringfügig ihr Anteil von 25,00/o auf 25,6%.


Im Vergleich zum gut 25-prozentigen Anteil an allen TV traten weibliche TV überdurchschnittlich in den folgenden Deliktbereichen in Erscheinung.


  • Vortäuschen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung 93,4% (84%), 57 TV von 61 waren weiblich
  • Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht 74,0% (73,6%)
  • Entziehung Minderjähriger 50,0% (51,5%)
  • Verleumdung ohne sexuelle Grundlage 48,6% (45,7%)
  • Falsche Verdächtigung 44,2% (43,9%)
  • Falsche uneidliche Aussage 34,4% (39,9%)
  • Misshandlung von Schutzbefohlenen 43,6% (41,4%)


darunter:

Misshandlung von Kindern 44,3% (42,6%)


Daraus ziehe aber auch den Schluß: würde gar nicht passieren, wären wir Männer schön stark, engagiert und liessen uns nicht verjagen sondern würden schön bei der Sache bleiben (Familie, Frau unterstützen etc.).




18

Mittwoch, 21. September 2011, 01:12

Ähnliche Statistiken gibt es in allen Bundesländern

Die aktuellen Statistiken habe ich nicht zur Hand, aber aus den Recherchen zu meinen diversen Büchern über sexuellen Kindesmissbrauch weiß ich, dass die Quote der Anzeigen wegen häuslicher Gewalt, sexueller Gewalt und Kindesmissbrauch weit höher ist als die der Verurteilungen und dass die Zahlen, die aus entsprechenden Selbsthilfegruppen in Umlauf gesetzt werden - jedes dritte Mädchen, jede dritte Frau - Schätzwerte ohne rechtstatsächliche Basis sind.

Damit will ich absolut nicht behaupten, dass sexueller Kindesmissbrauch überwiegend erfunden wird oder nicht so schlimm ist. Im Gegenteil, ich halte diese Straftat für eine der schlimmsten und finde es verantwortungslos, dass es keine lebenslage Strafe dafür gibt.

Dennoch erachte ich die Falschaussage für nicht minder schlimm und zerstörerisch und würde es begrüßen, wenn die absichtliche Verleumdung hart bestraft würde. Ein Kind, dem eingeredet wird, sexuell missbraucht worden zu sein, fühlt sich als Opfer und leidet lebenslang u.a. an den fehlenden eigenen Erinnerungen.

19

Mittwoch, 21. September 2011, 11:34

Zitat

Ein
Kind, dem eingeredet wird, sexuell missbraucht worden zu sein, fühlt
sich als Opfer und leidet lebenslang u.a. an den fehlenden eigenen
Erinnerungen.
Nicht nur unter den fehlenden bzw. falschen Erinnerungen, sondern auch unter den Folgen. Es wird soviel zerstört, Vertrauen, Sicherheit und so vieles mehr. Bei mir ist es jetzt 6 Jahre her, seit ich weiß, dass man mir falsche Erinnerungen suggeriert hat. Und noch immer sind die Folgeschäden massiv und meine aktuelle Therapeutin stößt immer wieder an ihre Grenzen, mir zu helfen. Derzeit ist bei uns beiden, meiner Therapeutin und bei mir, wieder so ein Punkt erreicht, wo wir beide dastehen und nicht wissen, wie wir weiter verfahren können und sollen. Die Folgeschäden der induzierten falschen Erinnerungen sind u.a. eine Posttraumatische Belastungsstörung und massive Ängste. Zur Behandlung dieser Störungen werden z.B. Entspannungsübungen angewandt, damit man als Klient physiologisch runteregulieren kann und eine Angstattacken verhindern kann. Sämtliche Methoden zur Behandlung dieser Störungen können bei mir nicht angewandt werden, weil mit ihnen damals Missbrauch betrieben wurden und sie dazu benutzt wurden, um mir falsche Erinnerungen zu induzieren. So sind z.B. Entspannungsübungen zur Behandlung der Angststörung nicht möglich, weil man mich damals in einer entspannten (hypnotischen) Zustand versetzt hat, um Missbrauch mit dem Missbrauch zu betreiben. Heute löst jede Form von Entspannung massive Angst bei mir aus. Und so zieht sich das durch meine ganze Therapie. Damals wurde ich einer Traumatherapie an falschen Erinnerungen unterzogen. Heute ist es kaum noch möglich meine aus den falschen Erinnerungen resultierte PTBS therapeutin zu behandeln, weil sämtliche Methoden zur Behandlung von PTBS und Ängsten damals missbraucht wurden und heute eine massive Angst in mir auslösen.
Kaum einer macht sich mal Gedanken darüber, welches Leid man mit der Induzierung falscher Erinnerungen all jenen zufügt, die in Wahrheit gar nicht missbraucht wurden.
Forum für falsche Erinnerungen, (iatrogen)
induzierte falsche Erinnerungen, erfundener Missbrauch,
Falschanschuldigungen und Induzierung der Multiplen
Persönlichkeitsstörung (Link manuell eingeben; Serverproblem) : http://www.induzierte-erinnerungen.de

20

Samstag, 24. September 2011, 01:12

Jenny-Doe, Deine Offenheit ist ein Schatz für alle, die besser verstehen möchten

Deine Offenheit und Klarheit ist ein solcher Schatz für alle, die Missbrauch mit dem Missbrauch erleb(t)en und alle, die besser verstehen möchten, was das bedeutet, dass ich mir die Fortschritte dieses Forums sehr viel steiler und schneller wünschte, um möglichst vielen Menschen daran teilhaben zu lassen.

"Wer sind die Täter?"muss man sich da geschlechtsneutral fragen. Was sind das für Menschen, die so etwas tun? Was für Mütter? Was für Väter? - Nicht nur in meinem Buch mit diesem Titel bin ich dieser Frage nachgegangen. Antworten, die zu einem Patentrezept gegen solche Menschen führen, habe ich nicht entdeckt, aber doch Gemeinsamkeiten.

Immer ist es die böse Lust an der Macht, der Übermacht, die sich mit der Lust an dem Vergnügen paart, straflos böse, gemein, rachsüchtig sein zu können, dies alles also quasi sein zu dürfen und sich dabei als allmächtiger, über jede Strafe erhabener Beherrschende/r zu fühlen. Armselige Feiglinge und Schwächlinge sind es, die sich an denen vergreifen und vergehen, bei deren Widerstand sie keine Angst vor dem Unterliegen haben müssen. Ganz im Gegenteil, die vorhersehbar wirkungslose Gegenwehr erzeugt geradezu einen Rausch der Übermacht des Feigen.

Kinder, die aus Liebe, Vertrauen und dem Wunsch zu gefallen und gelobt, geliebt zu werden und/oder aus Angst missbrauchbar sind, sind für solche Feiglinge die willkommensten Machtobjekte.

Der Gipfel der Feigheit ist es in meinem Augen, wenn eine solche Täter-Person (ich vermeide die Geschlechtszuweisung, weil Männer wie Frauen dergleichen tun) sich eines Kindes bedient, um durch dieses Kind eine andere Person zugrunde zu richten. Die Motive sind nach meinen Recherchen neben der schon geschilderten Machtsucht meistens Hass und Rache, Neid und Eifersucht sowie Selbsterhöhung durch Erniedrigung der Gegenperson.

Leider haben in den vergangenen Jahrzehnten die gesellschaftlichen Werte immer mehr an Bedeutung verloren. Ethik, Moral, Mitgefühl und aufmerksame Zuwendung an andere sind rar geworden, seit schon Kleinkinder durch z. B. Zeichentrickserien seelisch verformt wurden, in denen Gemeinheit und Schadenfreude als größte Spaßfaktoren vorgelebt und somit gelehrt werden. Menschen sind herangewachsen, deren erklärtes Recht und Ziel die Selbstverwirklichung ist, deren Pflichtanteile andere übernehmen sollen. Eigene Fehler müssen verheimlicht werden, denn nur die Nummer Eins auf dem Siegertreppchen bekommt den Jubel. Nummer Zwei und Drei gelten schon als kleine Versager.

Wer nicht verlieren kann, macht andere zu Verlierern. Gelingt das bei Gleichaltrigen nicht, gelingt es bei den Jüngeren, Kleineren, Überlistbaren. Setzt in diesem Stadium der Lust auf Macht niemand klare Grenzen, nimmt das Unglück seinen Lauf.

Ich wünsche Dir sehr, Jenny-Doe, dass Du Deine Traumata überwindest und das Hässliche aus den schönen Dingen des Lebens zu entfernen lernst.Jeden Tag ein bisschen mehr.